Gabriele Achmann und Anton Fortelny zeigten den Kindern wie ein Einkauf im ehemaligen Gemischtwarenladen Rasp seinerzeit ablief. (Bild: Hermann Müller)

Einkauf im Supermarkt vor 100 Jahren

Gabriele Achmann, Hermann Müller und Anton Fortelny vom Gerwig-Kreis Waldsassen vermittelten 20 Kindern im Alter von 6-10 Jahren im Rahmen des Ferienprogramms einen Einblick in die Lebensumstände vor über 100 Jahren. Eine bessere Bühne als das Stiftlandmuseum kann man sich dazu nicht vorstellen. Bei einem 90minütigen Rundgang durch die verschiedenen Abteilungen erfuhren die Mädchen und Jungen viele interessante Einzelheiten über die Umstände und Gegebenheiten des täglichen Lebens im Stiftland des 19. und 20. Jahrhunderts. In der ehemaligen Münchenreuther Dorfschule lernten die Kinder wie der Unterricht vor Jahrzehnten ablief, wie die Klassenzimmer ausgestattet waren und übten das Schreiben auf Schiefertafeln in altdeutscher Schrift. Die Zeitreise setzte sich im landwirtschaftlichen Ausstellungsbereich fort, in dem über die vielfältigen Tätigkeiten auf einem Bauernhof und die Lebensmittelversorgung informiert wurde. Dazu gehörten Brot backen, Wäschepflege und Milchverarbeitung sowie die Hausschlachtung. In verschiedenen Wohnräumen gab es Einblicke in die Lebensweise der unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Einer der Höhepunkte war der Einkauf im ehemaligen Rasp-Ladl, einem Gemischtwarengeschäft das man heutzutage als Supermarkt bezeichnen könnte. Hier wurde ein Einkauf dargestellt, wie er sich vor 100 Jahren abgespielt hat. Weitere Einblicke erhielten die jungen Besucher in diverse Handwerksberufe und Waldsassener Industriebetriebe. In einigen Ausstellungsbereichen hatte der Kobold Pumuckl moderne Gegenstände versteckt, die von den Teilnehmern entdeckt werden mussten. Als Belohnung gab es kleine Geschenke für alle. Mit vielen neuen Eindrücken vom Leben in früheren Zeiten wurden die Kinder wieder von ihren Eltern in Empfang genommen.
Künstler Toto hat einen Kalkstein aus der Gründerzeit von Paris mit nach Waldsassen gebracht und ihn für die Klosterstadt mit einem Relief bearbeitet.  (Bild: Nadja Aumann)

Künstler Toto hat eine historische Szene aus Pariser Kalkstein gemeiselt

Was für ein schönes Erinnerungsstück: Ein Kalkstein, mit dem einst Paris erbaut wurde, wurde von dem französischne Künstler Toto zum Relief mit Motiv der Waldsassener Entstehtungsgeschichte geformt. Toto, dessen Atelier in der Waldsassener Partnerstadt Marcoussis liegt, war fünf Wochen Gast im Kunsthaus Waldsassen. Er zeigte viele seiner aufregenden Skulpturen und man konntte ihm live bei der Bildhauerei über die Schultern schauen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Für ein Relief als Symbol der Einweihung der ersten Klosterkirche Waldsassens 1179 brachte Toto extra den schicksalsträchtigen Kalkstein aus St. Maximin im Schloss von Chantilly mit und meiselte das Fischessen mit Kaiser Barbarossa zur Kircheneinweihung heraus. Zwar ist dieses Fischessen nicht geschichtlich fundiert bewiesen, sondern nur Überlieferung. Jedoch ist die Symbolhaftigkeit des charmanten französischen Künstlers dennoch eine wunderbare Geste. Toto wird das Relief der Stadt Waldsassen schenken. Auch die Künstlerin Joelle Girard arbeitete fünf Wochen im Kunsthaus. Ihr standen Frauen bei einer Performance mit Blumen und Luftballons zur Seite, Nadja Aumann dolmetschte. Joelle demonstrierte bei dieser Performance das Werden und Vergehen und bewies spielerisch-kunstvoll, wie aus Vergänglichkeit Neues und Schönes entstehen kann. Die beiden Künstler sind noch bis Mitte August im Kunsthaus zu Gast. Joelle baut ihre Ausstellung am Sonntag ab.


Weitere Artikel

Im Bild von links Christian Urbanek, Florian Müller, Tina Schmidkonz und Natalie Wölfl. (Bild: Tony Brunner)

Neue Leitung beim Jugendrotkreuz Waldsassen

Nach fünf Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit übergab Florian Müller die Leitung des Jugendrotkreuzes Waldsassen an Tina Schmidkonz, die bei der Versammlung der JRK-Mitglieder im Rotkreuzheim einstimmig zu seiner Nachfolgerin gewählt wurde. Stellvertreterinnen bleiben Corinna Zupfer und Vivien Hart. Derzeit gehören dem JRK etwa 50 Mitglieder im Alter von sechs bis 27 Jahren an, die wöchentlich in vier Altersgruppen betreut werden. In einer emotionalen Rede zog Müller Bilanz seiner Amtszeit und bedankte sich bei allen, die ihn unterstützt haben. Er blickte auf eine erfolgreiche Zeit mit vielen Höhepunkten zurück. Bei zahlreichen Veranstaltungen habe sich das JRK Waldsassen sowohl auf Organisationsebene als auch im Gemeinwesen aktiv eingebracht und mit gemeinsamen Zeltlagern mit der Wasserwachtjugend, Wettbewerbsteilnahmen, 24-Stunden-Schichten mit der Jugendfeuerwehr, Ausflügen, Bewirtungen bei öffentlichen Festveranstaltungen und Umbaumaßnahmen im JRK-Raum bleibende Eindrücke hinterlassen. „Wir haben in den letzten Jahren im Blaulichtwesen in Waldsassen ein gutes und harmonisches Miteinander gepflegt“, betonte der scheidende JRK-Leiter. Trotz seiner Tätigkeit im Lehrteam für Gruppenleiter des Bezirksverbandes Niederbayern-Oberpfalz sowie seiner neuen Aufgabe als Mitglied der Projektgruppe Mitgliedergewinnung des Deutschen Jugendrotkreuzes bleibt Müller stellvertretender Leiter der Jugendarbeit im BRK-Kreisverband Tirschenreuth und will weiterhin Gruppenstunden in Waldsassen übernehmen. Seiner Nachfolgerin wünschte er gute Entscheidungen, viel Freude bei der Arbeit und bot ihr Unterstützung an. Die Leiterin der Jugendarbeit im BRK-Kreisverband, Natalie Wölfl, und der Jugendbeauftragte der Stadt Waldsassen, Christian Urbanek, würdigten Müllers Engagement und wünschten ihm für seine weiteren Aufgaben sowie Tina Schmidkonz für ihre neue Tätigkeit viel Erfolg.
Angaben zum Foto mit Schulbesten/ Kulturlotsen von links: Markus Scharnagl, 2. Bürgermeister Waldsassen, Franziska Maier, 2. Bürgermeisterin Neualbenreuth, Laurenz Günthner, VK 10b (Mittlerer Bildungsabschluss 2,4), Lea Schwab, VK 10b (Mittlerer Bildungsabschluss 2,0), Markus Schuller, Klassenleiter VK 10b, Florian Acker, VK 10b (Mittlerer Bildungsabschluss 1,7), Bastian Lindner, M 9 (Auszeichnung für herausragendes ehrenamtliches Engagement als Kulturlotse), Sandy Wendt, Klassenleiterin M 9, Claudia Strobel-Dietrich, Rektorin. (Bild: Claudia Strobel-Dietrich)

Schulabschluss in festlichem Rahmen: Ehrungen und Erfolge gefeiert

In festlichem Rahmen feierten die diesjährigen Absolventinnen und Absolventen der Klasse VK 10b mit Lehrern, Familien und Ehrengästen ihren erfolgreichen Schulabschluss. In kleiner Runde erhielten 10 Prüfungsteilnehmerinnen und -teilnehmer ihr Zeugnis zum Mittleren Bildungsabschluss. Sehr zufrieden zeigte sich Schulleiterin Claudia Strobel-Dietrich über die Prüfungsergebnisse und informierte auch über die erfreuliche Bestehensquote der Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 9M, die freiwillig an den Quali-Prüfungen teilgenommen hatten. Hier haben ebenso 100 % der Jugendlichen ihr Zeugnis zum Qualifizierenden Mittelschulabschluss in der Tasche. Die Schulleiterin dankte besonders ihren Lehrerinnen und Lehrern für den engagierten Einsatz bei den Prüfungsvorbereitungen und äußerte einen Wunsch an die jungen Leute: „Wir wünschen uns, dass ihr all die Kreativität, Kraft und Energie, die wir alle in euch investiert haben, gut anlegt und euch für eine vielfältige und demokratische Gesellschaft einsetzt, in der jeder Einzelne frei, selbstbestimmt und in Würde leben und sich entfalten kann.“ Die musikalische Umrahmung der Abschlussfeier übernahm Lehrer Felix Staufer. Nach einer sehr persönlichen Rede der Schülerinnen und Schüler verabschiedete sich Klassenleiter Markus Schuller von seinen Schützlingen und wünschte bei der Übergabe eines persönlichen Zukunftsbüchleins mit individuellen Widmungen alles Gute für den weiteren Lebensweg. Wie bei allen Abschlussjahrgängen wurde dabei die besondere Verbindung zwischen Lehrern und Schülern deutlich. Besondere Ehrung für die Schulbesten und außerordentliches ehrenamtliches Engagement: Zum Festakt wurden die Schulbesten sowie der besondere ehrenamtliche Einsatz geehrt. Die Schulbesten der Klasse VK 10b im Schuljahr 2025/26 waren Florian Acker mit einem Notendurchschnitt von 1,7, Lea Schwab mit einem Notendurchschnitt von 2,0 und Laurenz Günthner mit einem Notendurchschnitt von 2,4. Aus der Klasse 9M wurde Bastian Lindner für seinen herausragenden Einsatz als Kulturlotse innerhalb des Schulprogramms „Kulturschule Bayern“ geehrt, der nach bestandenem Quali eine Lehre beginnt. Sein besonderes Engagement für die Schule ließen Klassenleiterin Sandy Wendt und eine Schülerabordnung kreativ Revue passieren. Nach dem offiziellen Festakt konnten sich die Gäste am reichhaltigen Buffet des Elternbeirats stärken. Auch die Möglichkeit für schöne Erinnerungsfotos wurde rege in Anspruch genommen. Dafür hatten die Kulturlotsen der Schule eigens einen besonderen Fotobereich vorbereitet. Noch bis spät in den Abend ließen sich die Abschlussschülerinnen und -schüler des Entlassjahrgangs 2025/26 von ihrer Schulfamilie bei angeregten Gesprächen und glücklich über die erzielten Leistungen ausgiebig feiern.
Die 21 besten Absolventinnen der Mädchenrealschule mit einer Eins vor dem Komma zusammen mit den Schwestern der Abtei, der Schulleitung, den Klassenleiterinnen und den Ehrengästen: Theresa Kraus (10 a) war mit einem Schnitt von 1,17 die Schulbeste (vierte von links). (Bild: Gerhard Skupin)

Ein Abend voller Erinnerungen, Erfolge und neuer Wege - Feierliche Zeugnisverleihung in der Aula der Mädchenrealschule der Zisterzienserinnen

Mit einer stimmungsvollen Abschlussfeier verabschiedete die Mädchenrealschule ihre 48 Absolventinnen der 10. Klassen. Für den festlichen musikalischen Rahmen sorgte der Schulchor MRS Angels, unterstützt von Absolventinnen beider Klassen sowie vom Lehrerchor. Ein besonderer Höhepunkt war der Überraschungsauftritt von sechs Absolventinnen, die der Tanzgruppe angehörten und als Deutsche Meisterinnen das Publikum mit ihrer Darbietung begeisterten. Schulleiterin Reiter betonte in ihrer Ansprache, dass die Anwesenheit der Schwestern der Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen ein besonderes Zeichen der Verbundenheit sei. Die Zisterzienserinnen vor 160 Jahren legten das Fundament, auf dem die Mädchenrealschule bis heute steht. Die Verbindung von Bildung, gelebten Werten und der Tradition der Zisterzienserinnen mache diese Schule so besonders. Sr. M. Sophia Schlembach, Priorin der Abtei, überreichte die Abschlusszeugnisse und zeichnete die Jahrgangsbesten aus. Die Grußworte der Schulträgerin, Äbtissin Laetitia Fech, überbrachte stellvertretend Sr. M. Raphaela Kratzer. Wertschätzende Grußworte sprachen Landrat Hubert Schicker, der 1. Bürgermeister der Stadt Waldsassen Bernd Sommer, der Vorsitzende des Fördervereins Dr. Achim Nemsow, der Elternbeiratsvorsitzende Alexander Wurm sowie unsere 1. Schülersprecherin Annalena Keil. Sie gratulierten den Absolventinnen herzlich und wünschten ihnen für ihren weiteren Lebensweg viel Erfolg und alles Gute. Die Abschlussergebnisse können sich wirklich sehen lassen: 21 Schülerinnen erreichten einen Notendurchschnitt mit einer Eins vor dem Komma; für sie gab es besondere Preise. Fünf Schülerinnen dürfen auf einen Notendurchschnitt von 1,50 oder besser stolz sein. Schulbeste mit der Durchschnittsnote von 1,17 ist Theresa Kraus aus der Klasse 10a. Auch Luisa Benkner und Elena Janko, beide aus der Klasse 10b, konnten sich mit einem Schnitt von 1,23 über ein traumhaftes Ergebnis freuen. Dem Festakt vorangegangen war ein ökumenischer Wortgottesdienst unter dem Motto „Weg“ in der Basilika zusammen mit den Absolventen der Realschule im Stiftland, der von Pfarrerin Dr. Stefanie Schön und Dekan Dr. Thomas Vogl gemeinsam gefeiert wurde.
north