Natur erleben, Heimat verstehen
Naturpark-Kitas St. Martin: Rezertifizierung und Erstzertifizierung feierlich überreicht In der Kindertagesstätte St. Martin in Pfreimd lag spürbare Aufregung in der Luft – und jede Menge Stolz. Denn, die Auszeichnung als „Naturpark-Kita” wurde an den Kindergarten mit Krippe St. Martin zum wiederholten Male und an den Schülerhort erstmalig überreicht. Damit dürfen sich nun beide Einrichtungen für den Gültigkeitszeitraum von fünf Jahren Teil eines besonderen Bildungsnetzwerks nennen, das Kindern originäre Natur- und Heimaterfahrungen in ihrer direkten Umgebung ermöglicht. Feierlich eröffnet wurde die Veranstaltung von den Krippenkindern, die ihre Gäste mit einem fröhlichen Begrüßungslied willkommen hießen. Schon hier wurde deutlich: Natur ist hier Teil des Alltags und jeder Käfer und jede Raupe werden wertgeschätzt. Was ist eigentlich ein Naturpark? Ein Naturpark ist ein Großschutzgebiet, in der Natur, wirtschaftliche Nutzung, Erholung und nachhaltige Entwicklung gemeinsam gedacht werden. Der Naturpark Oberpfälzer Wald sorgt dafür, dass die Kulturlandschaft und ihre Arten bewahrt werden und gleichzeitig nutzbar und erlebbar sind. Genau hier setzen die Naturpark-Kitas an: Sie bringen Kindern die Natur direkt vor der Haustür näher – spielerisch, fundiert und zukunftsorientiert. Kooperationen, die Natur vertraut machen Kindergartenleiterin Gabi Schönberger blickte in ihrer Ansprache auf fünf intensive Jahre der ersten Zertifizierungsdauer zurück. Dabei wurde deutlich: Natur- und Umweltbildung ist längst ein fester Bestandteil des pädagogischen Alltags geworden. Die enge Zusammenarbeit mit dem Naturpark Oberpfälzer Wald sowie vielen regionalen Partnern bildet dafür das Fundament. So geht nicht nur die Rangerin des Naturparks regelmäßig auf Entdeckungstour mit den Kindern und dem Team, sondern es entstand auch ein gemeinsames Projekt mit dem Obst- und Gartenbauverein mit dem Thema „Von der Blüte bis zum Apfel”. Der Oberpfälzer Waldverein ermöglichte Aufenthalte am Eixlberg, während die Hegegemeinschaft Wissen über „Tiere unseres Waldes” vermittelte. Auch engagierte Privatpersonen und Gruppen wie die „Grüne Truppe” trugen dazu bei, dass Natur praktisch erlebbar wird – etwa bei Baumpflanzaktionen, der Pflege des Gartens oder der Befüllung des Hochbeets. Der Schülerhort beteiligte sich zudem an Projekten des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV). Im Programm der Naturpark-Kita spielen neben der Natur auch Kultur und Geschichte eine Rolle: Im Museum Pfreimd und im Freilandmuseum erfuhren die Kinder, wie Menschen früher lebten, arbeiteten und spielten – und wie viel enger ihr Alltag mit Natur verbunden war. Auch die Erwachsenen lernen fleißig dazu Hortleitung Lena Schuller zeigte in einer Präsentation, wie vielfältig die Projekte der vergangenen Jahre waren. Und nicht nur die Kinder lernen kontinuierlich über ihre Umwelt. Fortbildungen im Bereich Natur- und Waldpädagogik sorgten dafür, dass das pädagogische Personal der Einrichtungen spannende Inhalte auch selbst immer wieder neu und fundiert vermitteln kann, an Kinder und Eltern. Auszeichnung als Auftrag für die Zukunft Nach dem Rückblick folgte der feierliche Moment: Der stellvertretende Landrat Hans Prechtl überreichte gemeinsam mit Bürgermeister Florian Reger die Zertifikate. Die Wertschätzung war groß – ebenso wie der Blick nach vorn. Denn die Zertifizierungen sind nicht nur eine Bestätigung, sondern auch ein Versprechen: Kindern soll weiterhin ermöglicht werden, ihre Umwelt aktiv zu entdecken, Zusammenhänge zu verstehen und eine echte Verbindung zu ihrer Heimat aufzubauen. Beim anschließenden Beisammensein wurde genau darüber gesprochen – über gemeinsame Projekte, neue Ideen und die Bedeutung, Natur und Kultur für Kinder verständlich und erlebbar zu machen.