Festlicher Gottesdienst in der Pfarrei Oberköblitz, St. Josef – Dankbarkeit auch in schwierigen Zeiten
In der Kirche St. Josef in Unterköblitz feierte die Pfarrgemeinde einen festlichen Erntedankgottesdienst mit Pfarrer Markus Ertl. Gemeinsam dankten die Gottesdienst-besucherinnen und -besucher für die Gaben der Natur und für alles, was in diesem Jahr gewachsen ist und geerntet werden konnte. Für die musikalische Gestaltung sorgte Organist Willibald Butz, der passende Lieder für die einzelnen Teile des Gottesdienstes ausgewählt hatte. Die Lesung trug Monika Uhl, Lektorin und Kommunionhelferin, vor. Nach dem Evangelium gestalteten Mitglieder des Vorstands des Frauenbundes Oberköblitz anstelle der Predigt eine Meditation zum Thema Erntedank. Dabei wurde deutlich: Erntedank bedeutet weit mehr, als für eine reiche und gute Ernte zu danken. Christa Appl ging zunächst auf das Wort „Erntedank” ein. Vielen Menschen kommen dabei volle Körbe, reife Früchte, Getreidefelder und frisches Brot in den Sinn – all das, was in den vergangenen Monaten gewachsen ist und nun geerntet werden konnte. Doch in diesem Jahr ist vieles anders. Die große Trockenheit hat deutliche Spuren hinterlassen und die Ernte in vielen Bereichen beeinträchtigt. Dabei wurde auch an die Landwirtinnen und Landwirte gedacht, für die eine schlechte Ernte nicht nur geringere Erträge, sondern auch finanzielle Sorgen und Unsicherheit bedeuten kann. Anhand verschiedener Gegenstände verdeutlichten Christa Appl und Anita Wiesent die Botschaft des Erntedanks: Ein Samenkorn, ein Glas Wasser, ein Brot, eine sehr kleine Frucht und eine beschädigte Frucht standen symbolisch für die unterschiedlichen Erfahrungen eines Erntejahres. Die Meditation machte deutlich, dass wir nicht auf eine perfekte Ernte warten müssen, um dankbar zu sein. Vielmehr gilt es, bewusst hinzuschauen und wahrzunehmen, was uns geschenkt wurde – und auch jene wertzuschätzen, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, dass unser tägliches Brot auf den Tisch kommt. Zum Abschluss gab Anita Wiesent den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern folgende Gedanken mit: „Nicht alles ist selbstverständlich: das Wasser, das aus dem Hahn kommt, das Brot auf unserem Tisch, die Kartoffeln auf unserem Teller – und auch die Menschen, die jeden Tag dafür arbeiten. Dieses Jahr hat uns gezeigt, wie zerbrechlich manches ist.” So wurde der Erntedankgottesdienst zu einem Moment des Dankens und Nachdenkens: für das, was gewachsen ist, für Wasser und Nahrung, für die Arbeit der Menschen und für die kleinen und großen Geschenke des Lebens – auch dann, wenn nicht alles so geworden ist, wie wir es uns gewünscht hätten.