Ausnahmezustand in Sankt Marien: Wenn der Kochlöffel zum Zepter wird
Wer glaubte, der „Unsinniger Donnerstag“ sei nur zum Feiern da, der hat die Rechnung ohne die Damen vom Katholischen Frauenbund gemacht. Im Pfarrheim „Sankt Marien“ wurde am Weiberfasching nicht nur regiert, sondern regelrecht aufgetischt: Unter dem inoffiziellen Motto „Frühstücken, bis die Naht am Kostüm spannt“ luden die Vorstandschaft und ihr Team zum kulinarischen Marathon. Dabei war für die Mitglieder vom Frauenbund vor allem Logistik wie bei einem Staatsbesuch gefordert. Schon zwei Tage vorher verwandelte sich die Küche in eine Hochsicherheitszone für Kohlenhydrate. Die „Chefköchinnen“ ließen die Mixer glühen, während normale Sterbliche noch überlegten, welches Kostüm sie anziehen. Am Donnerstag selbst war für die Helferinnen die Nacht bereits um 6 Uhr vorbei – wer braucht schon Schönheitsschlaf, wenn man Lachs-Spinat-Rollen rollen muss? Ab 8 Uhr stürmten rund 120 Hungrige das Pfarrheim, das bis zum letzten Platz besetzt war und auf alle ein bunt gemischtes Buffet wartete. Es war ein Bild für die Götter: Während die TSV-Damengruppen im einheitlichen Kostüm mit „Schulranzen“ zum „Klassentreffen“ erschienen, gaben die „Zweigerler vom Tannenhof“ in ihren bunten Outfits den Takt vor. Mitten im Getümmel: Die Mitglieder vom Frauenbund höchstpersönlich, getarnt als „Blumenkinder“ zwischen Service, Theke und Buffet. Auch die Herren der Kirche, Marktgemeinde und der lokalen Politik trauten sich hinein – wohlwissend, dass gegen diese Frauenpower kein Kraut gewachsen ist. Das Buffet, eine Kulinarik der Superlative, war weniger ein Frühstück als vielmehr eine liebevolle Kampfansage an jede Fastenkur. Von herzhaften Krabbensalaten und Wurstsalat-Variationen bis hin zu süßen Sünden wie Panna Cotta mit Mango oder Schokomousse blieb kein Wunsch offen. Erst am späten Nachmittag, als auch der letzte Krümel verputzt und die letzte Lachshäppchen-Anekdote erzählt war, machten sich die Gäste glücklich und gesättigt auf den Heimweg. Für das Team des Frauenbundes war der Tag jedoch erst nach neun Stunden harter Arbeit beendet. Fazit: Wer braucht schon ein 5-Sterne-Hotel, wenn er den Frauenbund im Pfarrheim hat? Ein rundum gelungener Tag, der Lust auf das nächste Jahr macht – die Diätpläne können also getrost bis Aschermittwoch warten.