Die Psalmen als „Symphonie des Lebens im Gebet“.
Marianische Congregation veranstaltet Einkehrtag in Speinshart
(bitte Stichwort MMC Regensburg noch eingeben)
Zahlreiche Kongregationen aus den Pfarreien der nördlichen Oberpfalz hatten sich zu einem Einkehrtag im Kloster Speinshart eingefunden, um sich auf die altvertrauten Psalmen eine neue Sicht geben zu lassen. Gleich zu Beginn stellte sich auch Peter Pilz in seiner neuen Funktion als Präfekt aus Regenstauf vor. Zentralpräses Thomas Schmid aus Regensburg, als geistlicher Leiter der Marianischen Kongregation, beleuchtete und erklärte die Inhalte und Bedeutung der alttestamentarischen Psalmen. Diese sind keine von uns erfundenen Gebete, welche auch gleich „wieder verbraucht“ seien. Die Psalmen sind Gebete, welche „keine Zeit kennen“. Darin befänden sich Lebensrealitäten, welche vor zwei und viertausend Jahren gültig gewesen seien, und gleichzeitig auch heute. Die Psalmen sind der große Gebetsschatz des Alten Testaments. Darin befinden sich Freude und Traurigkeit, Lob und Klage. Auch Jubel, Freude und als Gegensatz Fluch und auch Verzeihung. Die Sprache sei manchmal sehr deftig in den Ursprachen, kommt aber durch die Übersetzungen etwas geglättet oder weichgespült herüber. – Die Psalmen könnten „auch in der Oberpfalz geschrieben“ sein, ziemlich wuchtige Texte, nicht fein säuselnd, aber bodenständig. Das ganze Leben klinge in den Psalmen an, so Thomas Schmid. Das meiste sei entstanden in den Zeiten des „Exodus aus Ägypten“, und die Verbindung zum Neuen Testament sei das Kreuz. In Anlehnung an die Passionszeit präsentierte Thomas Schmid an einem mit Rosen geschmückten Kreuz auch die sieben Worte Jesu, welche auch Texte aus den Psalmen seien. Von Palmwedeln eingerahmt symbolisierten erinnerten diese an den Einzug in Jerusalem. In den Schöpfungspsalmen könne man „dem Herrgott danken für den Reichtum der Schöpfung, verbunden mit der Pflicht, dieser zu dienen“. Es heißt aber nicht der Natur zu dienen, dem Klima zu dienen. Man habe mit den ideologischen Sichtweisen aufgehört, der Schöpfung Gottes zu dienen. Leute, die in der Landwirtschaft oder im Forst tätig sind, wirkten im Einklang und mit Respekt gegenüber der Schöpfung. Die Verhüllung der Kreuze in der Leidenswoche geschehe als bildhafte Anlehnung an den Vorhang im Tempel. Thomas Schmid erinnerte sich auch an eine Kommunionvorbereitung, bei der etwas zerbrochen war, und die Scherben schnell unter den roten Kirchenteppich gekehrt worden waren, er wäre aber später beinahe über diesen Scherbenhaufen gestolpert. Auch an dieses „Bild“ sei für die Kinder sehr einprägend gewesen. Die sieben Worte Jesu am Kreuz können als Vermächtnis angesehen werden. „Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun“ … aber die weitere Alternative bei der Vergebung der Schuld sehe anders aus bei denen, die wissen, was sie tun. Das Gegenteil von Hass ist Gleichgültigkeit. Jeder solle sich überlegen, wo er stehe. Wenn alles vorbei ist und man vor Gott steht, kommt jedem die Klarheit über sich und man merkt, alles ist gut verbunden mit der Bitte um Vergebung. Keine andere Religion habe einen Reichtum wie wir. Gott hat uns auch Maria mitgegeben, für den Fall dass man sich alleine und verlassen fühlt – „es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei.“ Stellen wir doch Buddha, Hare Krishna, Allah und Jesus Christus nebeneinander und dabeigeschrieben steht, was derjenige bietet. Bei vielen Menschen ist jetzt Buddha im Haus, aber er bietet uns lediglich das Nichts, aber Jesus Christus bietet uns die „ewige Fülle“. Jeder Mensch wird ewig leben, fragt sich bloß wo! Welcher Mensch will schon freiwillig leben, wo das Nichts ist? Im Gegensatz zum Christentum kennt man im Koran nicht den „liebenden Gott“. Mit „Beim Herrn ist die Huld, bei ihm ist Erlösung in Fülle“, setzte Thomas Schmid die Erläuterung der Psalmen fort. Die Sehnsucht wird in der heutigen Zeit mehr als „wehtuend“ empfunden. Im Christentum dagegen ist die Sehnsucht „eine gute Gabe aus dem Paradies“, denn man sehnt sich mehr nach dem Leben danach. Mit dem Wort, „es ist vollbracht“ versteht man heute es ist vollendet, das Leben geht zurück in die Hände Gottes. „Jede Herzenstür ist eine Doppeltür, eine Seite gehört Gott, die steht immer offen, die zweite gehört dir, ob du reingehst, liegt bei dir!“ Nach der mittäglichen Pause wurde die Eindrücke aus den Psalmen noch nachbehandelt. Mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche endet der Besinnungs- und Einkehrtag.