Präsentation Sonderpostwertzeichen Spitzenklöppeln
Tiefenbach. Zu einem Rundgang durch das Klöppelmuseum in der ehemaligen Klöppelschule im Tiefenbacher Rathaus versammelten sich die geladenen Gäste, bevor sie in der Aula der Grundschule Platz nahmen. Ein langgehegter Wunsch ging endlich in Erfüllung und die Sonderpostmarke über das Spitzenklöppeln in Deutschland konnte präsentiert werden und steht nun als offizielle Wertmarke zur Verfügung. Musikalisch begrüßte Pia Pfeiffer aus Schönau die Besucher mit einem modernen Stück auf ihrer Harfe. Bürgermeister Martin Holler sagte ein herzliches Grüß Gott den rund 70 Gäste und darunter Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums, denn dieses ist Herausgeber aller neuen Postwertzeichen und eben auch dieser Sondermarke über die Klöppelkunst. Martin Chaudhuri, der kommissarische Leiter des Postwertzeichenreferates, und Gabriele Kühnberger-Zierbock sind aus Berlin angereist, um die neue Briefmarke vorzustellen. Holler begrüßte neben den zahlreichen Klöppelfreunden auch einige Philatelisten, an der Spitze den Vizepräsidenten des Bundesverbandes deutscher Philatelisten Frank Blechschmidt, sowie von politischer Seite die MdBs Martina Engelhard-Kopf und Reinhard Mixl, sowie Landrat Christian Schindler. Aus der Umgebung folgten einige Bürgermeister und Gemeinderäte der Einladung und Florian Schwemin, der stellvertretende Bezirksheimatpfleger, mit Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx, der Kulturreferentin des Landkreises Cham, und ihrer Nachfolgerin Marie-Luise Segl. Wer war an der Entstehung dieser Sonderbriefmarke beteiligt? Diese Frage beantwortete Holler gleich in seiner Vorstellungsrunde und hier waren natürlich seine Vorgänger im Amt Ludwig Prögler und Johann Müller zu nennen, sowie Sieglinde Prögler als Klöpplerin der ersten Stunde, seit das Kunstwerk in Tiefenbach wieder zum Leben erwachte. Dass eine Briefmarke auch eine gewisse Ausstrahlung braucht, dafür sorgte die Grafikerin Daniela Burger aus Berlin. Bürgermeister Holler dankte vorab allen Beteiligten und vor allem den Klöppelkünstlern, welche heute noch diese Handwerkskunst vor dem Aussterben bewahren. Den schwierigen Weg von einem Wunsch auf eine eigene Briefmarke bis zum veröffentlichten Werk beschritt Martin Chaudhuri vom Bundesfinanzministerium. Mindestens zwei Jahre muss der Antragsteller, in diesem Fall Altbürgermeister Ludwig Prögler, warten, bis zur Fertigstellung. Über 500 Anträge gehen jedes Jahr beim Ministerium ein und daraus konnten im letzten Jahr 52 Sondermarken bewilligt werden. Das letzte Wort hat dabei immer der amtierende Bundesfinanzminister und im Falle dieser Marke über das Spitzenklöppeln war dies Christian Lindner. Zu jedem Antrag können bis zu fünf Grafikentwürfe mit eingebracht werden und hier setzte sich das Design von Daniela Burger aus Berlin durch. Chaudhuri dankte abschließend Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx für die fachliche Begleitung und nun ist die Marke im Wert von 2,90 Euro seit dem 1. Oktober 2026 erhältlich und zugelassen. Die Bundestagsabgeordnete Martina Engelhard-Kopf stellte fest, dass es die gesamte Region mit Stolz erfülle, dass die Veröffentlichung dieser besonderen Marke über das Spitzenklöppeln hier in Tiefenbach stattfinden kann. Hier in dieser Schule, in der ja diese alte Handwerkskunst immer noch präsent ist und unterrichtet wird. Ihr Dank gilt hier der Handwerkslehrerin Christine Hunger für den Unterricht im Wahlfach Klöppeln. Ihr Dank galt allen, die an der Verwirklichung dieser Sondermarke beteiligt waren. „Eine kleine Marke, aber eine große Kunst”!, stellte sie abschließend sehr treffend fest. Briefmarken verbinden die Welt, und so trägt nun diese Sonderbriefmarke das Handwerk Spitzenklöppeln von Tiefenbach aus hinaus in die die weite Welt, sagte Landrat Christian Schindler. Er stellte die Menschen, die hinter diesem Handwerk und hinter dieser Briefmarke stehen, in den Vordergrund. Es ist eine absolute Auszeichnung für die Gemeinde Tiefenbach und diese wird durch zahlreiche Vertreter aus Politik, von Briefmarkenfreunden und nicht zuletzt den Klöppelkünstlern selbst unterstrichen. Diese pflegen seit Jahren gute Kontakte zur Klöppelgruppe im tschechischen Sedlice und diese Vertreter hieß Schindler sehr willkommen. Nun trat Bezirksheimatpfleger-Stellvertreter Florian Schwemin ans Rednerpult und nannte viele Rituale, Traditionen und handwerkliche Fähigkeiten, die ins immaterielle Kulturerbe aufgenommen wurden und 2016 konnte das Spitzenklöppeln als alte Handwerkskunst ebenfalls einen Platz in dieser Liste finden. Kultur funktioniert im Austausch, vor allem im Austausch über Generationen hinweg. Einmalig nannte er es, wie dies hier in Tiefenbach gelang und immer noch gelingt. Es verhindert, dass diese Spitzenklöppelkunst in Vergessenheit gerät. Vor Kurzem am 17. Oktober war der Welttag des Kulturerbes, daran erinnerte die Kulturreferentin des Landkreises Cham Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx in ihrem Grußwort, in dem sie auf die Anfänge des Klöppelns zurückblickte. In den Jahren 1900 bis 1930 war die Blütezeit auch hier in der Klöppelschule Tiefenbach und daran erinnert eine Goldmedaille von der Weltausstellung in Barcelona für die Klöppelkunst aus der Oberpfalz. Seinen großen Dank richtete abschließend Bürgermeister Holler an alle Anwesenden und zum Abschluss griff wieder Pia Pfeiffer in die Saiten ihrer Harfe.