Alle Berichte aus dem Landkreis Schwandorf



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Vielfalt und Engagement: Das öffentliche Leben im Landkreis Schwandorf

Teile des Landkreises Schwandorf gehören zum Oberpfälzer Wald und zum Bayerischen Wald. Dadurch bietet die Region zahlreiche Wander- und Ausflugsmöglichkeiten. Im südlichen Teil des Landkreises befindet sich das Oberpfälzer Seenland. Es ist mit 830 Hektar Wasserfläche die wasserreichste Region Ostbayerns – und mittendrin: die Erlebnisholzkugel am Steinberger See.

Heimat und Brauchtum sind im Landkreis Schwandorf ein wichtiges Thema. Tradition hat zum Beispiel das „Spitzenklöppeln“, das 2018 mit dem Heimatpreis Oberpfalz besondere Verdienste um Kultur, Heimat und Brauchtum ausgezeichnet wurde. Über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist das Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen. Das sich als kulturelles Gedächtnis der Oberpfalz versteht.

Der Landkreis Schwandorf liegt in Ostbayern und gehört zum Regierungsbezirk Oberpfalz. Er hat rund 151.000 Einwohner (Stand: Dezember 2022) und umfasst 33 Kommunen.



Sport vereint: Schülerinnen und Schüler sammeln beim Inklusionsmobil neue Erfahrungen im Rollstuhlbasketball. (Bild: Lea Göbel)

Perspektivwechsel in der Sporthalle: Inklusionsmobil besucht Naabtal-Realschule

Nabburg. Konzentrierte Gesichter, schnelle Richtungswechsel und das rhythmische Quietschen der Rollstuhlräder prägten am Montagvormittag (15. Juni 2026) die Atmosphäre in der Sporthalle der Naabtal-Realschule Nabburg. Anlass dafür war der Besuch des Inklusionsmobils, das seit Anfang 2025 quer durch Deutschland tourt. Die gemeinsame Initiative des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), REWE und der Aktion Mensch bringt mit ihrem Projekt ein besonderes Sportangebot an Schulen, Vereinen und auf Veranstaltungen. Ziel des Projekts ist es, sportliche Teilhabe für alle zu fördern, Begegnungen zu schaffen und über Sportmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung zu informieren. Auch in Nabburg legte das Inklusionsmobil einen Tour-Stopp ein und ermöglichte den Schülerinnen und Schülern, Sport aus einer neuen Perspektive zu erleben. Neben den praktischen Erfahrungen stand auch der Austausch im Mittelpunkt. Para-Rugby-Nationalspieler Thorsten Altmann, der bayerische Landestrainer für Rollstuhlbasketball Sebastian Gillsch sowie Tina Winklmann, Sprecherin für Sportpolitik und Ehrenamt der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, nahmen sich Zeit für eine Diskussionsrunde mit der Schülerschaft. Dabei ging es unter anderem um eine mögliche deutsche Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele sowie um die Frage, wie Inklusion im Alltag und insbesondere im Sport gelebt werden kann. „Sport hat die Kraft, Menschen zusammenzubringen und Barrieren abzubauen. Deshalb ist es wichtig, Teilhabe für alle selbstverständlich zu machen – und genau aus diesem Grund unterstützen wir die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele“, betonte Tina Winklmann während der Diskussionsrunde. Die Schülerinnen und Schüler waren dabei nicht nur Zuhörer, sondern aktiv in den Austausch eingebunden. In kurzen Abstimmungen konnten sie ihre Meinung zur Olympiabewerbung äußern und berichten, ob sie bereits Erfahrungen mit inklusivem Sport gesammelt hatten. Nach dem Podiumsgespräch folgte der praktische Teil des Aktionstages. Unter Anleitung des Teams des Inklusionsmobils sowie mit Unterstützung von Sebastian Gillsch und Thorsten Altmann konnten die Schülerinnen und Schüler selbst im Rollstuhl Platz nehmen und erste Erfahrungen im Rollstuhlbasketball sammeln. Was anfangs noch ungewohnt war, entwickelte sich schnell zu kleinen Spielen und Wettkämpfen, bei denen Teamgeist, Geschicklichkeit und Koordination gefragt waren. Viele zeigten sich überrascht, wie anspruchsvoll der Perspektivwechsel war – und wie schnell aus anfänglicher Unsicherheit Begeisterung wurde. Mathilda fasste ihre Eindrücke so zusammen: „Am Anfang war es schon eine Herausforderung, sich in eine andere Perspektive hineinzuversetzen. Man musste sich viel mehr konzentrieren, als ich gedacht hätte – zum Beispiel beim Fahren im Rollstuhl. Aber genau das hat es spannend gemacht. Es war eine tolle Erfahrung, etwas Neues auszuprobieren, und es hat richtig viel Spaß gemacht.“ Zum Abschluss des Vormittags zog die Schülerschaft ein positives Fazit. Der Aktionstag habe nicht nur Einblicke in die Welt des Para Sports ermöglicht, sondern auch gezeigt, wie Sport Menschen zusammenbringen und Barrieren abbauen kann. Die zentrale Botschaft des Inklusionsmobils wurde dabei für viele greifbar: Inklusion beginnt nicht bei großen Sportereignissen, sondern im täglichen Miteinander – auf dem Schulhof, im Verein und in der Sporthalle.
Viele Besucher kamen zum Johannisfeuer der Kolpingsfamilie Schwarzenfeld auf den Miesberg! (Bild: Wolfgang Lobinger)

Johannisfeuer der Kolpingsfamilie lockt zahlreiche Besucher auf den Miesberg

Bei idealem Sommerwetter fand am vergangenen Samstag das traditionelle Johannisfeuer der Kolpingsfamilie Schwarzenfeld am Miesberg statt. Zahlreiche Besucher aus dem Ort und der Umgebung nutzten den lauen Abend, um gemeinsam zu feiern und die besondere Atmosphäre des Sonnwendfeuers zu genießen. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Musikkapelle Schwarzenfeld, die mit stimmungsvollen Melodien für eine festliche und zugleich gemütliche Stimmung sorgte. Ein besonderer Moment des Abends war die Segnung des Feuers durch Pfarrer Maximilian Moosbauer, der in seinen Worten die Bedeutung von Gemeinschaft, Licht und Zusammenhalt hervorhob. Im Anschluss durften die Kinder – wie es guter Brauch ist – den sorgfältig aufgeschichteten Holzhaufen entzünden. Als die Flammen emporstiegen, sammelten sich Groß und Klein rund um das Feuer und genossen den eindrucksvollen Anblick. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt: Die Kolpingsfamilie bot eine Auswahl an leckeren Schmankerln, darunter Bratwürste, Steaks, Käsevariationen und selbstgemachten Obatzden. Viele Helferinnen und Helfer aus der Kolpingsfamilie packten zusammen an – Jung und Alt arbeiteten Hand in Hand, sodass sich die Gäste rundum wohlfühlen konnten. Das Johannisfeuer zeigte einmal mehr, wie lebendig das Vereinsleben in Schwarzenfeld ist und welche Kraft gemeinschaftliche Traditionen haben. Die Kolpingsfamilie darf sich über eine tolle Leistung und ein gelungenes Fest freuen, das vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Die Schüler der Klassen 3/4 der Grundschulen aus Chodov und Niedermurach mit ihren Lehrkräften und den Museumsführern vor dem Dr.-Eisenbarth- und Stadtmuseum Oberviechtach. (Bild: Ortrud Sperl)

Tschechische Grundschüler zu Gast an der Grundschule Niedermurach

Niedermurach. Seit vier Jahren besteht die Partnerschaft zwischen den Klassen 3/4 der Základní škola aus Chodov, Bezirk Domažlice (Taus), und der Grundschule Niedermurach. Im Juni besuchte die tschechische Schulleiterin Martina Grycová mit ihren Schülern, drei Lehrkräften und dem Pfarrer, der sehr gut Deutsch spricht, die Grundschule Niedermurach. Im Herbst erfolgt zum vierten Mal ein Gegenbesuch der deutschen Schulklasse. Das Ziel des gegenseitigen Besuchs der Schulklassen ist es, die deutsch-tschechische Nachbarschaft vor Ort durch gemeinsame Aktivitäten zu stärken und Freundschaften zwischen den Schülern aufzubauen. In der Schule begrüßte die Schulleiterin Ortrud Sperl die tschechischen Gäste, die Fördervereinsvorsitzende Doris Prey und Kamila Spichtinger, die später im Museum dolmetschte. Alle Niedermuracher Kinder der Klassen 1 bis 4 hießen die tschechische Gruppe mit der Schulhymne, begleitet auf Orff-Instrumenten, willkommen. Nach einer gemeinsamen Pause fuhren die beiden Klassen mit dem Bus nach Oberviechtach zum Dr.-Eisenbarth- und Stadtmuseum. Dort wurden in zwei Gruppen den Klassen 3/4 beider Schulen vom Ehepaar Zithier jeweils 2 Führungen angeboten. Rosemarie Zithier erklärte den Gästen und Niedermuracher Schülern das Leben und Wirken des Dr. Johann Andreas Eisenbarth sowie die Stadtgeschichte, Günter Zithier erklärte die Abteilung Gold. Bei der tschechischen Gruppe unterstützte jeweils Kamila Spichtinger durch Übersetzung ins Tschechische. Anschließend wurden noch die Stadtpfarrkirche, der Maibaum, der Dr.-Eisenbarth-Brunnen und der Schwarz-Brunnen, der zu Ehren der Eheleute Dr. Max und Margret Schwarz, den größten Gönnern der Stadt, errichtet wurde. Nun fuhren die beiden Klassen mit dem Bus zur XXL-Panoramabank und erfreuten sich bei Sonnenschein eines herrlichen Ausblickes über Oberviechtach. Die Lokomotive am Bahnhof war der nächste Haltepunkt. Zurück an der Schule bewirtete der Elternbeirat die Schülerinnen und Schüler. Die Kosten für die Museumsführungen und das Mittagessen übernahm dankenswerterweise der Förderverein der Grundschule. Dieser Tag war für alle Beteiligten ein sehr schönes, grenzüberschreitendes Erlebnis.
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