Was könnte für die fußballbegeisterte Tine Fiala (Mitte) zum Abschied besser passen als ein Trikot - überreicht von (v.l.) Schulleiter Christian Schwab, Johanna Baumann (Förderverein), Hubert Pamler, Martina Lampier, Regina Schottenheim (alle drei Elternbeirat) und dem ehemaligen Schulleiter Franz-Xaver Huber. (Bild: Raphael Haubelt)

Bewegender Abschied für Tine Fiala nach 46 Jahren im Sekretariat des Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasiums Nabburg

Bevor Schülern und Kollegium des Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasiums über den Jahreswechsel ein paar Ferientage gegönnt waren, galt es schweren Herzens „das Gesicht und die Seele dieser Schule“ auf „unbefristete“ Zeit zu verabschieden: Für Tine Fiala endete ein „Traumjob“, den sie im Juni 1979 am damals noch namenlosen Gymnasium unter Leitung von Dr. Anselm Schwägerl angetreten hatte. Ihm sollten binnen 46 Dienstjahren vier weitere Chefs folgen, zuletzt Christian Schwab, der zum „Finale“ die Karriere eines allseits beliebten Multitalents in der Verwaltung würdigte. „Ich war 1979 immerhin schon in der 6. Klasse dieser höheren Lehranstalt“, erinnerte er sich. Wer ahnte da, dass damalige Top-Hits wie „Ein Herz für Kinder“ oder „I don´t like Mondays“ quasi perfekt die künftige „Berufung“ jener Tine Fiala betitelten, der die Realschule im Abschlusszeugnis fast prophetisch „Organisationstalent, umsichtiges Handeln, pflichtbewusste Arbeitshaltung, vorbildliches Benehmen und Redegewandtheit“ attestierte. Aber: „Du bist mehr als die Summe dieser Eigenschaften, einfach ein wahnsinnig liebenswerter Mensch, der uns allen fehlen wird!“ Sichtlich gerührt antwortete die „Nachwuchsrentnerin“ mit einer amüsanten Abschiedsrede: „Eigentlich wollte ich was mit Sport machen“, so der Ursprungsplan vor einer Reihe von glücklichen Zufällen. „Aber es hat einfach so kommen müssen, und wer konnte, wie ich, schon sagen, gern in die Arbeit zu gehen“, bei der es doch täglich spontane Herausforderungen mit Schülern, Eltern, Lehrern, seitens des Ministeriums, erst mit der Schreibmaschine, später am Computer gab. Anfangs folgte dem „Achtung, eine Durchsage!“ mit markanter Stimme auch ungewollt Erheiterndes, hingegen stets hoch konzentriert: Tine´s Fußballexpertisen. „Wenn es auch gemenschelt hat, stand das harmonische Arbeitsklima doch stets im Vordergrund“, lobte sie mit den besten Wünschen zum Abschied, zu dem ihr die Schulgemeinschaft noch ein Ständchen sang: „Völlig losgelöst vom Gymnasium …!“
Teils in, teils vor den Klassenzimmern und auch in der Aula hatten die Schüler ihre Stände mit unterschiedlichen Angeboten aufgebaut. (Bild: Raphael Haubelt (aub))

Großer Andrang und großes Herz beim Benefiz-Weihnachtsmarkt des Nabburger Gymnasiums

Der letzte Schultag vor den Festtagen ist am Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium Nabburg traditionell für den Weihnachtsmarkt reserviert, der heuer zum 13. Mal stattfand. Schon Wochen zuvor machten sich die einzelnen Klassen aller Jahrgangsstufen Gedanken, mit welchem Angebot oder kreativen Aktion sie sich an der Benefizveranstaltung beteiligen könnten. So fiel das Ergebnis des Brainstormings in diesem Jahr auch entsprechend vielfältig aus: Neben dem Verkauf selbst gebastelter Artikel, adventlicher Dekorationen oder Geschenkpaketen voller Überraschungen gab zudem ein Haustierquiz Rätsel auf. Daneben wechselten sich unterschiedliche Verpflegungsstände mit deftigen Gerichten „to go“ mit süßen Leckereien frisch vom Waffeleisen oder Plätzchen aus der heimatlichen Backstube ab. Dazu erwiesen sich Mini-Kunstwerke als ebenso „heiß begehrt“ wie Punsch oder leckere Tees, nach denen es im weitläufigen Schulhaus duftete. Den Gaumengenuss untermalte der Gemischte Chor mit einem schwungvollen Konzert, das nicht nur bei Eltern, Verwandten und Freunden der mitwirkenden Schülerinnen und Schüler über mehrere Stockwerke hinweg vorweihnachtliches Flair verbreitete. Zusammen mit Schulleiter Christian Schwab zeigte sich auch Organisator Wolfgang Malzer höchst zufrieden mit dem Besuch. Wie hoch der Erlös des Vormittags ausfiel, wird erst im nächsten Jahr bekannt gegeben, wenn die Spendenübergabe an das Regensburger Kinderzentrum St. Martin und die Kinderkrebshilfe Oberpfalz Nord e.V. ansteht.
Bei der modernen Aufführung von Antigone lag der Focus rein auf dem schauspielerischen Können der jungen Akteure. (Bild: Axel Buchheit)

Antigone – ein altes Stück beeindruckend modern auf die Bühne gebracht

Die Tragödie „Antigone” des griechischen Dichters Sophokles verhandelt zeitlose Fragen der Menschheit: Was ist der Unterscheid zwischen Recht und Gerechtigkeit? Werden Mut und Zivilcourage zur Pflicht im Konflikt mit einer tyrannischen Staatsmacht? Auch die Inszenierung der Theatergruppe der Oberstufe des Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasiums stellte diese Konflikte in den Mittelpunkt der Handlung um Antigone, die in ihrem Kampf gegen eine autoritäre Ordnung dazu bereit ist, für ihre Werte in den Tod zu gehen. Und was für eine fulminante Version dieses antiken Dramas brachte das junge Ensemble unter der Leitung von Maresa Hottner auf die Bühne! Von einer klassischen Inszenierung blieb kaum etwas übrig. Stattdessen stand eine leere Bühne im Mittelpunkt, was nicht nur den einzelnen Figuren viel Raum eröffnete, sondern auch den Zuschauern unterschiedliche Perspektiven auf das Geschehen verschaffte. Überhaupt ging es viel um Perspektiven, das Verhandeln unterschiedlicher Standpunkte und die innere Ambivalenz der Figuren. Zudem wurde der innere Zwiespalt glänzend in Szene gesetzt, indem die Hauptfiguren Antigone, Ismene, Haimon und Kreon in vielen Szenen doppelt auf der Bühne standen. In den zwischen den jeweiligen Paarungen wechselnden, in hohem Tempo gesprochenen Dialogen entwickelten diese eine wuchtige Wirkung, der sich niemand im Publikum entziehen konnte. Das Ensemble, in allen Rollen hervorragend besetzt, meisterte die Anforderungen des Textes und der Handlung mit unglaublicher Souveränität, wobei vor allem Kai Buchheit und Anna Lohmann als Antigone sowie Paul Lohmann und Vitus Wilhelm als ihr Gegenspieler Kreon besonders beeindruckten. Und so gab es am Ende tosenden Applaus eines begeisterten Publikums – für die Leistungen der Gruppe und die ebenso ungewöhnliche wie wirkungsvolle Inszenierung von Maresa Hottner.

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