Die Familien mit ihren Neugeborenen und die Verantwortlichen der verschiedenen Organisationen und Stellen waren zum Empfang der Stadt Waldsassen ins Feuerwehrhaus gekommen. (Bild: Florian Müller)

Viele Infos für Familien mit Kindern

26 Familien mit Neugeborenen konnte die Stadt Waldsassen zum traditionellen Empfang ins Feuerwehrgerätehaus am vergangenen Sonntagnachmittag einladen. 1. Bürgermeister Bernd Sommer stellte kurz vor, was die Stadt für Familien bietet. Dabei nannte er auch die Sanierung und den Umbau der Grundschule sowie die Installation von Wickeltischen in den Stadtgebäuden. In allen Kinderhäusern gibt es noch freie Plätze. „Zudem sind die Preise bei uns im Vergleich zu größeren Städten niedrig.” Mängel in der Stadt können über die Heimat-Info-App ganz leicht gemeldet werden. Diana Männer als Familienbeauftragte verwies auf das Familiencafe „Regenbogen” und stellte das Netzwerk „Koki” vor. Dort können sich Eltern bei Fragen, Ängsten oder Überforderung anonym und kostenlos melden und erhalten darüber Unterstützung. Für die Eltern-Kind-Gruppe waren Ramona Mickisch und Theresa Richtmann gekommen. „10 Treffen, eines davon ohne Kinder, laden zum Austausch zwischen den Eltern ein und zum gemeinsamen spielen mit den Kindern. Darüber haben sich schon viele Freundschaften gebildet”, so die beiden Gruppenleiterinnen. Tina Schmidkonz von der BRK Bereitschaft Waldsassen informierte über das Kursangebot „Erste Hilfe am Kind”. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, es gibt viele Besonderheiten, die man beachten muss”. Auch dieses Jahr findet wieder ein solcher Kurs Ende April statt. Zuletzt wies Feuerwehr-Kommandant Tobias Tippmann noch auf die Brandgefahren im Haushalt hin. Immer mehr Akku-Geräte können gefährliche Zündquellen werden, etwa wenn diese nicht richtig geladen werden oder schon Defekte hätten. Rauchmelder seien günstige Lebensretter, die zudem auch seit einigen Jahren in Privathaushalten gesetzlich vorgeschrieben sind. Für die Bekämpfung von kleinen Entstehungsbränden erhielten die frischgebackenen Eltern ein Löschspray. Zusätzlich war in den Geschenktüten noch ein Halstuch der Stadt und Informationsmaterial der verschiedenen Stellen sowie Müllsäcke enthalten. „Denn gerade in den ersten Monaten nach der Geburt fällt meistens viel mehr Müll im Haushalt an”, erklärten die Verantwortlichen das außergewöhnliche Präsent. Im Anschluss an den Empfang lud die Freiwillige Feuerwehr Waldsassen alle Beteiligten noch zu Kaffee und Kuchen ein.
Die Vertrauensleute der Freiwilligen Feuerwehr Waldsassen wurden bei der Wahl in ihren Ämtern bestätigt. Von links Kommandant Tobias Tippmann, Georg Mayer, Stefanie Ott, Tobias Meier und Vorsitzender Michael Fortelny. (Bild: Florian Müller)

Beeindruckende Bilanz bei Brandschützern

Einen stattlichen Bericht legte Kommandant Tobias Tippmann bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Waldsassen am vergangenen Samstagabend vor. Im Gästehaus St. Joseph wurde zudem ein wichtiger Posten verabschiedet. 103 Einsätze mussten die Floriansjünger im vergangenen Jahr bewältigen. Davon war die meisten sogenannte „Technische Hilfeleistungen”, nur 32 Brandeinsätze waren zu verzeichnen. Besonders hob Kommandant Tobias Tippmann die vier Einsätze mit den tschechischen Kameraden aus Eger (Cheb) hervor. Weitere besondere Einsätze waren ein Werkstattbrand, der Brand des Bahnhofs in Wiesau und ein größerer Umweltschutz-Einsatz in Grießbach. 11 Personen wurden 2025 von der Feuerwehr Waldsassen gerettet, davon 8 mit der Drehleiter. Bei den Übungen hob Tippmann die gute Zusammenarbeit mit dem Haus St. Gertrud hervor. „Das ist mittlerweile eine gute Freundschaft”, so der Kommandant über das Verhältnis zwischen Heimbewohnern und Feuerwehrlern. Zudem lobte er den von Roman Kirschbaum organisierten Dienstsport. An den Feuerwehrschulen gebe es nach wie vor zu wenig Plätze für alle Interessenten, dennoch nahmen wieder einige Waldsassener auch dort an Lehrgängen teil. Auch vor Ort wird die Ausbildung ständig fortgesetzt: Ob Maschinistenlehrgang, Grundausbildung oder die wöchentlichen Übungsdienste. Insgesamt gab es 75 Termine. Für die meisten Übungsbesuche erhielt Roman Kirschbaum ein Löschspray. Bei der Neuwahl der Vertrauensleute wurden Georg Mayer, Tobias Meier und Stefanie Ott in ihren Ämtern bestätigt. Danach gab es eine besondere Verabschiedung: Benjamin Müller wurde als Gerätewart und Fahnenjunker von Vorsitzendem Michael Fortelny und Kommandant Tobias Tippmann verabschiedet. „Durch dein Fachwissen im Bereich KFZ hast du uns viele Jahre lang wertvolle Dienste geleistet”, erinnerte Tippmann auch an die Gremien bei der Fahrzeugbeschaffung. Die Tätigkeit als Gerätewart erfordere viel Wissen und Zeit. „Es war mir eine große Ehre, die Fahne tragen zu dürfen”, verabschiedete sich Benjamin Müller. Zeitliche Gründe seien nun der Grund für seinen Rücktritt nach 10 Jahren Tätigkeit in beiden Ämtern. Ein besonderes Highlight sei der Fahneneinzug beim Jubiläumsfest 2019 gewesen. „Das war schon was besonderes.”
Die geehrten, beförderten und neu gewählten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Waldsassen mit Kommandant Tobias Tippmann und 1. Bürgermeister Bernd Sommer (von links) und Vorsitzendem Michael Fortelny (rechts). (Bild: Florian Müller)

„Euere Mitgliederzahl müsste sich im nächsten Jahr verdoppeln!”

Einen dringlichen Appell richtete 1. Bürgermeister Bernd Sommer am vergangenen Samstag an die Waldsassener Bevölkerung: „Jeder, der in Waldsassen eine Immobilie hat, sollte zumindest förderndes Mitglied bei der Feuerwehr sein.” Denn jeder sei froh, wenn die Feuerwehr zu ihm komme, ob zum Löschen, Keller auspumpen oder jemanden mit der Drehleiter zu retten. „12 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr ist wirklich nicht zu viel verlangt. Somit sollte sich euere Mitgliederzahl im nächsten Jahr eigentlich verdoppeln, das setze ich jetzt mal als Ziel an.” Im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Gästehaus St. Josef gab Vorsitzender Michael Fortelny einen Überblick über den derzeitigen Mitgliederstand: 567 Vereinsmitglieder gebe es, davon 105 aktive Feuerwehrler. 37 davon seien in der Jugendfeuerwehr. „Eine Besonderheit im vergangenen Jahr waren die vielen Feste umliegender Wehren zu großen Jubiläen”, blickte er auf das vergangene Jahr zurück. Weitere Vereinsaktivitäten waren die Teilnahme an Veranstaltungen in der Stadt wie das Getränkekistenklettern beim Bürgerfest oder das Ferienprogramm. „Höhepunkt war wieder einmal das sehr gut besuchte Sommerfest mit dem Treffen historischer Feuerwehrfahrzeuge.” Michael Fortelny dankte allen, die „das Uhrwerk Feuerwehr am Laufen halten.” Dabei gebe es große Zahnräder, wie die Führungsspitze, aber auch kleine, die die zahlreichen Aufgaben und Zuständigkeiten innerhalb der Mannschaft inne haben. Zahlreiche Vereinsmitglieder wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt: 10 Jahre dabei sind Michael Dietl, Anton Fortelny, Franz Burger und Markus Scharnagl. 20 Jahre Mitglied sind Ludwig Blank und Andreas Rosner. Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurden Renate und Helmut Plommer, Johannes Bauer, Anton Kliebhan und Florian Meyer ausgezeichnet, für 40 Jahre Dr. Wolfgang Fortelny, der zugleich Ehrenvorsitzender ist.
Die neu gewählte Führungsriege der Jugendfeuerwehr Waldsassen. Von links Kommandant Tobias Tippmann, Schülerwart Georg Mayer, Magdalena Ernst, Jannik Kirschbaum, Max Tippmann, Benjamin Schumacher, Franz Summer und Jugendwart Julius Wilholm. (Bild: Florian Müller)

Jugendfeuerwehr Waldsassen mit starker Mitgliederzahl

Auf eine große Truppe kann Jugendwart Julius Wilholm nach seinem ersten Jahr im Amt zählen. Bei der Jahreshauptversammlung der Jugendfeuerwehr Waldsassen am vergangenen Montagabend gab er einen Überblick über den Mitgliederstand: 37 Kinder und Jugendliche sind bei der Feuerwehr aktiv, davon 19 in der Jugendgruppe und 18 in der Schülergruppe. „Im letzten Jahr sind 4 Mitglieder von der Jugendfeuerwehr in die aktive Mannschaft gewechselt.” In der Schülergruppe, bei der Kinder im Alter von 9-12 Jahren mitmachen können, wurden über 900 Stunden in 33 Terminen geleistet, bei der Jugend im Alter von 13-18 Jahren sogar über 1000 Stunden bei 43 Terminen. Wilholm verwies in seinem Rückblick auf die zahlreichen Aktionen neben den wöchentlichen Gruppenstunden im vergangenen Jahr: So wurden der Wissentest und der Jugendleistungsmarsch absolviert und das Osterfeuer vor der Basilika betreut. „Ein Highlight waren sicherlich die beiden Ausflüge zum Kartonagenwerk Liebenstein und zum Flughafen München.” In seiner Ansprache dankte er seinem Stellvertreter Fabian Wittmann sowie den beiden Schülerwarten Georg Mayer und Matias Kunz. „Es macht uns umso mehr Spaß, wenn ihr in den Gruppenstunden mitmacht und zahlreich kommt”, appellierte er weiterhin an die Jugendlichen, aktiv zu sein. Die nächste große Veranstaltung stehe schon bevor: „Anfang Mai findet die 24h-Schicht statt, bei der ihr Übungseinsätze im ganzen Stadtgebiet abarbeiten dürft.” Kommandant Tobias Tippmann betonte in seinem Grußwort, dass sehr viele aus der aktiven Mannschaft in der Jugendfeuerwehr angefangen haben. „Das ist der Grundstock, euere Ausbildung hier ist später einmal Gold wert.” Bei den Neuwahlen wurden Max Tippmann und Jannik Kirschbaum zu den Gruppensprechern gewählt, Magdalena Ernst verwaltet die Kasse. Kassenprüfer sind Franz Summer und Benjamin Schumacher.
Auch nach 18 Jahren wird das Angebot des Neugeborenenempfangs von Stadt und Feuerwehr immer gerne angenommen. (Bild: Hermann Müller)

Neugeborenenempfang ist in Waldsassen seit 2007 eine Erfolgsgeschichte

Als erste Kommune veranstalteten Feuerwehr und Stadt Waldsassen am 12. August 2007 einen Neugeborenenempfang. Wurden in den ersten Jahren Rauchmelder an die Familien übergeben, so gibt es jetzt jeweils im Frühjahr und im Herbst für die Eltern der neuen Gemeindemitglieder ein Willkommenspäckchen mit Löschspray, Müllsäcken, gestrickten Socken, einem Body, einem Halstuch und entsprechendem Informationsmaterial in Form von Flyern. Über stattliche 32 Neugeborene im vergangenen Halbjahr durfte sich Bürgermeister Bernd Sommer bei der Geschenkeübergabe im Feuerwehrgerätehaus Waldsassen freuen. Mehr als die Hälfte von Ihnen war mit ihren Eltern der Einladung gefolgt und nahm das von der Feuerwehr traditionsgemäß vorbereitete Angebot mit Getränken, Kaffee und Kuchen gerne an. Feuerwehrvorsitzender Michael Fortelny konnte bei seiner Begrüßung auch Vertreter des Waldsassener Roten Kreuzes, der Eltern-Kind-Gruppen, Familienbeauftragte Diana Männer und die Kommandanten der Feuerwehren aus Kondrau und Querenbach willkommen heißen. Sommer bedankte sich insbesondere bei der Feuerwehr Waldsassen für die Vorbereitung und die langjährige Durchführung der Veranstaltung. Er wies auch auf die Anstrengungen der Stadt bei der Pflege der Spielplätze und das große Angebot an bestens ausgestatteten Kinderhäusern hin. Erstmals seit vielen Jahren könne die Stadt sogar freie Kinderhausplätze verzeichnen. Von unschätzbarem Wert für die Kinder sei auch das reichhaltige Angebot an Vereinen. Bei den Bemühungen um eine bessere ärztliche Versorgung sei man in intensiven Gesprächen mit einer Kinderärztin sowie weiteren Fachärzten und strebe nach wie vor die Einrichtung eines medizinischen Versorgungszentrums im ehemaligen Krankenhaus an. Zudem sei die Verwirklichung eines Ganztagesangebots für alle Schülerinnen und Schüler in der Markgraf-Diepold-Grundschule in Vorbereitung, wenngleich dabei noch einige Zeit vergehen dürfte. Tina Schmidkonz von der BRK-Bereitschaft Waldsassen informierte über einen für Januar geplanten Kurs zur Ersten Hilfe am Kind bei dem auch eine Kinderärztin mitwirkt und wies auch auf die bereits für Kinder ab 5 Jahren bestehenden Jugendrotkreuzgruppen hin. Familienbeauftragte Diana Männer versteht sich auch als Bindeglied zum KoKi-Netzwerk des Landkreises, einem Beratungs- und Unterstützungsangebot für Familien. Neben dem Familiencafe jeden ersten Montag im Monat im evangelischen Gemeindehaus bieten auch die drei Eltern-Kind-Gruppen im Vereinszimmer der Stadthalle ein interessantes Angebot für junge Familien. Bevor die Geschenke an die Eltern der Neugeborenen überreicht wurden zeigte Feuerwehrkommandant Tobias Tippmann noch Videos zum Gebrauch der Löschsprays und zur enormen Gefahr von Akku-Bränden, vergaß aber auch nicht für die Jugendfeuerwehr zu werben.
Beim Fahrertraining der Feuerwehren Waldsassen und Mitterteich am Standortübungsplatz in Weiden mussten sich die Fahrzeuge durch schweres Gelände kämpfen. (Bild: Matias Kunz)

Bundeswehr trifft auf Feuerwehr

Wie kann eine Person aus einem gepanzerten Fahrzeug gerettet werden? Welches Gelände kann mit Feuerwehrfahrzeugen noch durchfahren werden? Diese Fragen zu beantworten war das Ziel eines Trainings der Feuerwehren Waldsassen und Mitterteich am Standortübungsplatz in Weiden. Organisiert wurde das Treffen von Kraftfahrfeldwebel und Feuerwehrmann Matias Kunz: „Es geht darum zu erkennen, was mit den Feuerwehrfahrzeugen möglich ist zu befahren und auch einmal über den Tellerrand zu blicken, wenn es um die Rettung bei Unfällen mit Militärfahrzeugen geht.“ Und so fanden sich am vergangenen Samstag drei Fahrzeuge der Waldsassener und ein Fahrzeug der Mitterteicher Feuerwehr in Weiden ein. Neben Matias Kunz waren noch zwei weitere Soldaten aus dem Panzerartilleriebataillon 375 als Hilfsausbilder mit vor Ort, die die insgesamt neun Feuerwehr-Maschinisten ausbildeten. Nach einer Einweisung und Geländeerkundung stand zunächst die Rettung aus einem geschützten Transportfahrzeug der Bundeswehr an. Anschließend kamen die Maschinisten der Feuerwehr zum Zug: Es galt, Hindernisse mit den Fahrzeugen zu überwinden, Schräglagen sowie Gewässer zu durchfahren und auch im losen Untergrund die Fahrzeuge unter Kontrolle zu halten. Nach dem Training waren die Fahrzeuge verständlicherweise nicht mehr die saubersten. Zur Reinigung konnte dazu jedoch die Panzerwaschanlage vor Ort benutzt werden. Bei Gesprächen zwischen Soldaten und Feuerwehrmännern zogen alle Beteiligten ein positives Resümee: „Solche Übungsmöglichkeiten muss man einfach nutzen“, war Tobias Tippmann, Kommandant der Feuerwehr Waldsassen begeistert. „Die Grenzen des Fahrzeugs zu kennen und zu wissen, was man durchfahren kann und was nicht und wie man sich dabei verhält, kann im Ernstfall entscheidend sein.“

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