Schüler der Realschule im Stiftland beim Sägen – unter Anleitung entsteht ein Hochsitz (Bild: Barbara Strenge)

Schüler der Realschule im Stiftland bauen Hochsitze im Schulwald

Statt im Klassenzimmer fand der Unterricht für eine Schülergruppe kürzlich im Schulwald statt. Beim diesjährigen Waldprojekttag stand praktisches Arbeiten im Mittelpunkt: Die Schülerinnen und Schüler errichteten gemeinsam zwei Hochsitze und erhielten dabei zugleich wertvolle Einblicke in deren Bedeutung für Natur- und Wildschutz. Unter fachkundiger Anleitung von Claudia Dietz von der Umweltstation sowie Gerhard Schneider und Dietmar Michalski von den Bayerischen Staatsforsten lernten die Jugendlichen, dass Hochsitze nicht nur der Tierbeobachtung dienen, sondern auch eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Wildbestands und dem Schutz des Waldes spielen. Im Anschluss wurde das theoretische Wissen direkt in die Praxis umgesetzt. In zwei Gruppen aufgeteilt, machten sich die Schülerinnen und Schüler an die Arbeit: Während eine Gruppe einen Hochsitz mithilfe eines Fertigbausatzes errichtete, fertigte die andere Konstruktion aus Stangenholz direkt aus dem Wald. Sägen, Schrauben und Hämmern verlangten dabei handwerkliches Geschick und Teamarbeit – eine Herausforderung, die die Gruppen gemeinsam meisterten. Besondere Unterstützung erhielt das Projekt durch Daniel Hechtl, Inhaber der Firma „Hochsitze aus der Oberpfalz”, der einen Bausatz sponserte und darüber hinaus einen weiteren Hochsitz für eine andere Schulgruppe zur Verfügung stellte. Ohne dieses Engagement wäre die Durchführung des Projekttags in dieser Form nicht möglich gewesen. Am Ende des Tages zeigten sich alle Beteiligten stolz auf ihre Leistung. Mit eigenen Händen etwas Nachhaltiges für den Schulwald geschaffen zu haben, sorgte für große Zufriedenheit. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte ein Kamerateam, das den Projekttag begleitete. Der Waldprojekttag erwies sich damit als voller Erfolg. Es war ein Tag voller neuer Erfahrungen, gemeinsamer Erfolge und echter Begeisterung für die Natur.
Die Schüler konnten beim Obstbaumschnitt auch selbst Hand anlegen. (Bild: Barbara Strenge)

Schere statt Schulbuch: Obstbaumschnitt an der Realschule im Stiftland

Einen etwas anderen Unterricht erlebte kürzlich eine 7. Klasse der Realschule im Stiftland: Statt nur im Klassenzimmer zu sitzen, durften die Schülerinnen und Schüler zunächst Theorie lernen – und anschließend selbst zur Astschere greifen. Zu Gast war Manuela Pappenberger, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Tirschenreuth. Sie zeigte der Klasse, wie Obstbäume richtig geschnitten werden. Zum Einstieg stellte die Expertin verschiedene Apfelsorten vor und ging dabei besonders auf heimische Sorten wie Jakob Fischer, Jonagold oder Boskop ein. Anschließend erklärte sie, warum Obstbäume überhaupt geschnitten werden müssen. Ein fachgerechter Schnitt sorgt für bessere Lichtverhältnisse in der Krone, sodass alle Früchte ausreichend Sonne bekommen. Gleichzeitig bleiben die Kronen luftdurchlässig, was das Risiko von Krankheiten verringert. Außerdem setzen die Bäume früher Früchte an, die Pflege und Ernte werden erleichtert und die Äste sind weniger anfällig für Windbruch. Spannend wurde es, als Pappenberger erklärte, dass auch Bäume „erzogen“ werden müssen. Beim Aufbau eines jungen Obstbaums spielt der sogenannte Pflanzschnitt eine wichtige Rolle. In der Mitte steht die Stammverlängerung – gewissermaßen der „Chef“ des Baumes – und dazu kommen drei Leitäste. Von oben betrachtet sollten diese möglichst gleichmäßig verteilt sein, ähnlich wie die drei Spitzen eines Mercedes-Sterns. Auch die sogenannte Saftwaage sowie das richtige Anschneiden über einer Knospe erklärte die Expertin anschaulich. Nach der Theorie ging es schließlich nach draußen auf die schuleigene Streuobstwiese, die vor zwei Jahren von damaligen Schülerinnen und Schülern gepflanzt worden war. Dort durften die Jugendlichen selbst aktiv werden. Unter den wachsamen Augen der Expertin schnitten sie die jungen Obstbäume fachgerecht zurück und setzten das Gelernte direkt um. Schritt für Schritt wurden so alle Bäume der Streuobstwiese gepflegt. Der Unterricht zeigte eindrucksvoll, wie lebendig Lernen sein kann. Die Schülerinnen und Schüler konnten nicht nur theoretisches Wissen sammeln, sondern auch selbst Hand anlegen – und leisteten dabei gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Pflege der schuleigenen Streuobstwiese.

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