Mitte Juni besuchten die cisterscapes-Projektverantwortlichen aus Pforte zusammen mit den dortigen Klosterlandschaftsführen und weiteren ehrenamtlichen Helfern die Klosterstadt Waldsassen.
Mit Hilfe des Klosterlandschaftsmodells zeigten EKS-Projektmanagerin Martina Zanner von der IKom Stiftland und Klosterlandschaftsführerin Michaela Müller zunächst die Größe und die Besonderheiten der stiftländlischen Klosterlandschaft, welche sich insbesondere durch den Fokus auf die Teichwirtschaft vom Umgriff des Klosters Pforte unterscheidet, wo man sich auf den Weinanbau konzentrierte.
Mit der Stiftsbasilika und dem Bibliothekssaal erlebten die Gäste vor dem Mittagessen in St. Joseph, wo sie von Priorin Sr. Sophia Schlembach und Bürgermeister Bernd Sommer willkommen geheißen wurden, zwei barocke Highlights des Klosters.
Nachmittags wanderte ein Großteil der Gruppe über den Rosenkranzstationsweg zur Dreifaltigkeitskirche Kappl, während die anderen das Mühlenviertel erkundeten. Mit einer Führung in der Kappl endete der Besuch, welcher das Motto „Einheit in der Vielfalt“ des cisterscapes-Netzwerkes unterstrich.
Der Vergleich beider Klosterorte zeigte vielerlei Parallelen, aber auch Unterschiede, welche den klimatischen und geologischen Bedingungen sowie den regional verschiedenen politischen Situationen geschuldet ist. Beispielsweise wurde das Kloster Pforte bereits 1540 aufgehoben und nie mehr wieder durch den Zisterzienserorden besiedelt. Vielmehr wurde dort eine Fürstenschule gegründet, welche unter anderem Fichte, Klopstock und Nietzsche besuchten. Bis heute gibt es dort ein Internatsgymnasium. Schulbildung in Klosterräumen wird in Waldsassen erst seit 1864 angeboten, allerdings bis heute in der Tradition des Zisterzienserordens.