Die Elite des Crosstriathlons traf sich am Molvener See zu den European XTERRA Championships in Molveno/Italien. Emma Leupold überraschte in der Jugendklasse mit Rang 3 und schaffte den Sprung aufs Podium. Die Elitestarter Michi Fuchs und Paula Leupold etablierten sich im Profifeld mit ausgezeichneten Top-Ten-Platzierungen.

Paula Leupold und Michi Fuchs gingen hochmotiviert in ihren ersten Start bei den European XTERRA Championships im Elitefeld der Crosstriathleten. Beide hatten 2025 an gleicher Stelle bei den Weltmeisterschaften der Amateure überzeugt: Leupold als Weltmeisterin, Fuchs als Vizeweltmeister. Entsprechend gespannt blickten auch die Coaches Thomas Kerner und Franz Pretzl auf die beiden Eliterennen.

1500 m Schwimmen, 32 km Mountainbike mit 1100 Höhenmetern und 10 km Crosslauf mit 288 Höhenmetern in den Brenta-Dolomiten warteten auf die TV-Dreikämpfer. Für Paula Leupold brachte das Neoprenverbot zusätzliche Unsicherheit, da Schwimmen ihre schwächste Disziplin ist. Im 19 bis 20 Grad kalten Wasser hatte sie vor allem mit den kühlen Temperaturen zu kämpfen. Dennoch stieg sie auf Rang 12 aus dem Wasser und wechselte mit guten Beinen aufs Mountainbike. Trotz extremer Hitze sammelte sie dort Konkurrentin um Konkurrentin ein und schob sich mit dem drittbesten Radsplit auf Rang 6 vor. Mit viel Wasser versuchte sie, der Hitze Herr zu werden; das gelang ihr gut, sodass sie nur einen Platz verlor. Am Ende freute sie sich enorm über ihren ersten Podiumsplatz, denn bei der EM werden die besten zehn Sportlerinnen geehrt. Auch im Shorttrackrennen über 400 m Schwimmen, 8 km MTB und 3 km Trailrun zeigte sie tags darauf erneut eine starke Leistung und fuhr als Neunte wieder in die Top Ten. Leupolds Fazit: „Ich bin super zufrieden mit dem ganzen Wochenende.“

Ihre Schwester Emma ging bei den Jugendlichen über die halbe Distanz an den Start. Nach einem anstrengenden Auftakt ließ sie, ähnlich wie ihre Schwester, das Mountainbike über die Trails fliegen und pedalierte mit Radbestzeit als Zweite in die Wechselzone. Auch den Trailrun meisterte sie mit viel Kühlung, musste wegen unsachgemäßer Lagerung ihrer Radschuhe kurz in die Penaltybox und freute sich am Ende riesig, als Dritte aufs Siegerpodest steigen zu dürfen. Durch den Gewinn der Bronzemedaille erhielt sie zudem eine Wildcard für das Shorttrack-Eliterennen. Dort stand vor allem das Sammeln von Erfahrung im Vordergrund; nach einer Überrundung wurde sie aus dem Rennen genommen.

Nochmals deutlich steigern konnte sich Michi Fuchs bei seinem dritten Weltcup-Einsatz. Im hochkarätig besetzten Männerfeld mit knapp 50 Athleten ging es beim Schwimmstart von der ersten Sekunde an hart zur Sache. Trotz des hektischen Gerangels behauptete sich Fuchs eindrucksvoll und verließ das Wasser auf Rang 21. Dann zündete er auf dem Mountainbike den Turbo. Wie schon seine Vereinskameradinnen zuvor drehte er richtig auf und arbeitete sich konstant nach vorne. Nach der ersten Runde lag er bereits auf Platz 15, und bei der Einfahrt in die Wechselzone stellte er sein Bike sogar als Zwölfter ab. Auf dem anspruchsvollen Laufkurs machten sich die harten Belastungen in den Beinen bemerkbar und zudem die Hitze. Trotz 6 bis 7 Becher Wasser über den Kopf an jeder Verpflegungsstation verlor er zwar einige Positionen, doch er biss die Zähne zusammen und kämpfte bis zum Schluss. Völlig erschöpft, aber überglücklich, überquerte er als bester Deutscher auf dem starken 15. Platz die Ziellinie.

Doch damit nicht genug: Im Shorttrack-Rennen präsentierte sich der junge TV-Multisportler noch stärker. Nach einem explodierenden Start kam er bereits als Achter aus dem Wasser, wählte am MTB die Harakiri-Methode, alles oder nichts und auf dem Runtrail hieß es dann vor allem überleben. Zwar musste er dort noch ein paar laufstarke Franzosen ziehen lassen, doch mit Rang 10 sicherte sich Fuchs dennoch sein bisher bestes Elite-Ergebnis und war erneut bester Deutscher. Entsprechend groß war die Freude: Schon in seiner ersten Saison bei der Elite mischt er im Vorderfeld der Weltspitze mit.