Von links nach rechts: Museumsleiterin Gerda Stollner, Referent Dr. Philipp Hauenstein, Theodor Zahn, Friedrich Zahn, Monika Ortlieb-Zahn und Claudia Zahn. (Bild: Gerda Stollner )

Förderer der indigenen Sprache und Musik: Missionar Heinrich Zahn

Das Johann-Flierl-Museum in Fürnried platzte beinahe aus allen Nähten, als Dr. Philipp Hauenstein zu seinem Vortrag über Missionar Zahn lud. Offensichtlich interessierte der in Edelsfeld 1880 Geborene viele Oberpfälzer, und auch einige Nachfahren fanden sich zusammen. Dr. Hauenstein führte aus, dass Missionar Zahn im „Schatten“ der großen Neuguinea Missionare steht und bisher von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde, obwohl er Vergleichsweises geleistet hat – und manchmal die Kollegen übertraf: So war er scheinbar der erste, welcher die Wertschätzung der indigene Musik empfand: weg vom europäischen Choral mit Texten der Papuas ging er den nächsten Schritt und er ermutigte seine Mitarbeitenden eigene Melodien zu ihren eigenen, christlichen Texten zu schreiben. Der nächste Schritt, diese Musik mit den Möglichkeiten der Südsee wiederzugeben: Die „Muschelchöre“ wurden entwickelt (wobei die Muscheln eigentlich Meeresschnecken sind). Um deren Melodien immer wieder in gleicher Weise zu hören, entwickelte er eine eigene, dafür geeignete, Notenschrift in Zahlen. Großen Wert legte er auch auf die Sprache: ein Lehrbuch und Wörterbuch der Jabimsprache wurde von ihm herausgegeben. Ob dies vielleicht auch ein Grund war, warum sich Jabim zu einer weitverbreiteten „Kirchensprache“ der jungen evangelischen Kirche entwickelte? Auch das Neue Testament wurde von ihm ins Jabim übersetzt und seine Überlegungen zu den Übersetzungen hat er notiert. So waren seinen Mitarbeitenden die alttestamentlichen Sprüche Salomos wichtig, erinnerten sie doch auch an die Weisheiten ihrer eigenen Väter. Aus heutiger Sicht überrascht, wie viele Hebräischkenntnisse, nach der doch sehr kurzen Ausbildung im Missionsseminar in Neuendettelsau, vorhanden waren und wie er um eine adäquate Wiedergabe gerungen hat. Von seiner Wertschätzung für seine Mitstreitenden zeugen auch die Sammlung von Märchen und Mythen, ja selbst die Spiele der Kinder interessierten ihn und er zeichnete sie auf. Sein nächster Schwerpunkt war die Schule: „Missionsschulen“ standen damals wohl auf fast jeder der Stationen, aber Zahn wollte gutgebildete Mitarbeiter (damals wohl alle männlich) und so entwickelte er eine Gehilfenschule (später wurden aus diesen Lehrerseminare und schließlich Pastorenseminare). Wie auch immer: Seine Schule entwickelte sich zur Schule für die Führungskräfte der späteren, jungen, lutherischen Kirche in Papua-Neuguinea.
Texte: Dieter Radl, Orgelspiel: Emil Radl. (Bild: Gerda Stollner)

„Der Geist des Advents” Vorweihnachtliche, besinnliche Lesung in Oberpfälzer Mundart in der Simultankirche St. Willibald

Beim Gebetsläuten begann Dieter Radl diesen wundervollen Abend. Früher bedeutete das Abendgebet, dass nun die Arbeit beendet ist, dass Ruhe einkehrt. Die Kinder mussten bis zum Gebetsläuten nach Hause kommen. Emil Radl unterstrich die Gefühle mit der Toccata in d-moll von J. S. Bach. Toccata bedeutet berühren. Die Zuhörer und Zuhörerinnen sollten sich berühren lassen von diesem besinnlichen Adventsabend. Was dem Vortragendem in Oberpfälzer Mundart und dem Organisten in fantastischer und in einer besonderer Art und Weise auch gelungen ist. Dann waren da Gedanken über Menschen, welche durch Sehnsucht Unvorstellbares vollbracht haben. So wie der Heilige Bonifatius den christlichen Glauben nach Deutschland brachte, so brachte Johann Flierl aus dem kleinen Weiler Buchhof die Frohe Botschaft nach Papua Neuguinea. Diese Gedanken wurden von der Orgel durch Highland Cathedral von U. Roever verstärkt. Es ging in den sehr einfühlsam vorgetragenen Texten von Dieter Radl um das Licht, welches immer wieder aufgeht und jeder finden möge, um die Herbergsuche, um die Familie. Und immer wieder verstand es Emil Radl an der Orgel, die Gedanken zu intensivieren mit wie z. B. Kleines Präludium g-moll von J. S. Bach, Marche des Soldates von Robert Bruce, Oh holy night von A. Adam und zum Schluss die Trumpet Fanfare von P. Fey. Dieter Radl bedankte sich bei allen Personen, welche vermittelt und mit organisiert hatten für diesen wundervollen Abend. Der Dank der Kirchengemeinde Fürnried und des Johann-Flierl-Museums gilt dem Texter und Vortragenden Dieter Radl und auch Emil Radl für diesen beeindruckenden und sogleich ausdrucksvollen Abend und den Spenden. Die Besucher und Besucherinnen konnten friedvoll und gestärkt mit dem „Geist des Advents“ nach Hause ziehen.
Pfarrer i. R. Georg Pilhofer und Gerda Stollner im Johann-Flierl-Museum vor der Wandkarte von Australien (Bild: Brigitte Bachmann-Mühlinghaus)

Johann Flierl – Ein Pioniermissionar lernt in Australien

Am vergangenen Sonntag fand ein fesselnder Vortrag über Johann Flierl, den wegweisenden Missionar des 19. Jahrhunderts, statt. Flierl lernte das Leben der deutschstämmigen Lutheraner in Süd-Australien kennen. Nach seiner raschen Ausbildung im Missionshaus in Neuendettelsau trat er eine abenteuerliche Reise nach Adelaide an, wo er die Herausforderungen des australischen Winters erlebte. Die Zuhörer waren besonders interessiert an seinen Eindrücken von den Gemeinden und den einheimischen Aborigines. Flierl widmete umfangreiche Passagen seinen persönlichen Erfahrungen und Begegnungen mit der indigenen Bevölkerung. Sein Engagement für die Rechte der Indigenen bleibt ein bedeutendes und aktuelles Thema. Das Ziel des Vortrags war Flierls Reise an den Cooper Creek, wo er die kulturenvielfältige Mission weiterführte, die zum Ausbau der Schule und zum Neubau einer Kirche führte. Die Kirche wurde am Reformationstag, dem 31. Oktober 1880, eingeweiht. Von seinen Mitmissionaren lernte Flierl die ersten Schritte der Mission: erlernen der einheimischen Sprache, wobei er feststellen musste, dass auf ihrer Station Bethesda 4 unterschiedliche Stämme aus 2 verschiedenen Sprachgruppen lebten. Der Vortrag von Pfarrer i.R. Georg Pilhofer mit zwischengeschalteten Lesungen von Gerda Stollner aus den Lebensaufzeichnungen des Seniors Johann Flierl, stieß auf reges Interesse. Die Zuhörer und Zuhörerinnen stellten zahlreiche Fragen und zeigten sich begeistert von Flierls außergewöhnlichem Leben und Erbe.


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Renate Päßler erklärt den Kindern den Spitzwegerich  (Bild: Sandra Henselmann)

Von der Wiese aufs Brot

Mit großem Engagement startete der Obst- und Gartenbauverein Fürnried und Umgebung in die Sommerferien. Eine große Gruppe Kinder trafen sich am Kinderspielplatz zum Ferienprogramm unter dem Motto „von der Wiese aufs Brot“. Mit einer kleinen Spielerunde ging es los, dann folgten ein paar Infos zum richtigen Ernten der Wildkräuter. Wichtig ist es, nur pflücken, was man wirklich kennt, auch sollte für Bienen und Co noch genügend übrig bleiben. Aber das alles wussten die Kinder schon. Dann machte sich die Gruppe auf den Weg, um das wilde Grün in der Natur zu finden. Unter den vielen Kräutern pickte sich der Verein nur ein paar wenige heraus: Echten Dost, Spitzwegerich, Scharfgarbe und Giersch. Im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Fürnried konnte der Gruppenraum mit seiner Küche für die Zubereitung genutzt werden. Es entstand ein leckeres Buffett, Kräuterquark auf Gurkenscheiben, ein Eier-Kräuter-Brotaufstrich, Kräuterbutter, herzhafte Kräuterwaffeln und gefüllt Wraps. Für den Durst stand eine leckere Wildkräuterlimo bereit. Zum Abschluss gab es noch Süßes ganz ohne Kräuter. Um auch daheim in den Genuss der Wildkräuter zu kommen, wurde ein Kräuteressig zum Mitnehmen angesetzt. Der Verein verteilte ein kleines Rezeptheft. So können die Kinder in den Ferien die Gerichte des Nachmittags nachkochen. Mit einem Dank an die Helfer ging ein wunderschöner Nachmittag viel zu schnell zu Ende. Der Obst- und Gartenbauverein plant ein weiteres Ferienprogramm, dann für Jung und Alt, der Nachmittag des 12.September steht unter dem Motto „Holunder und Märchen“ und verspricht Kulinarisches, Unterhaltung, Spiele und Basteln Rund um den Holunder.
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