Liesel Strauß, Gerda Stollner, Referent Missionar Werner Strauß (von links nach rechts) (Bild: Georg Pilhofer, Pfr. i. R. )

Mission möglich - Reise in der Vergangenheit, um die Gegenwart kennenzulernen nach Papua-Neuguinea

Wenn heute „Mission” oft hinterfragt wird – ja selbst kirchliche Stellen sich bemühen, das Wort aus ihrem Vokabular zu streichen, dann machte der Vortrag von Pfarrer und Missionar Werner Strauß wieder Mut! Mut zurück in die Geschichte zu schauen und Mut weiterhin die Frohe Botschaft von Jesus Christus zu verkündigen – das ist Teil der Mission. Pfarrer Strauß berichtete von seiner Reise zurück in die Vergangenheit, die er mit seinem jüngsten Sohn Micha unternahm, um nach fast 40 Jahren seine ehemalige Missionsstation im Hochland von PNG zu besuchen. Dass Strauß seinem Dekanat in PNG viel mehr brachte als nur die Bibel, wurde durch die dankbaren Kommentare seiner Schüler deutlich: Schweinemast, Schule, Krankenhaus und vieles mehr begründete er und „die Mission” – damit ein viel besseres Leben im Frieden. Hier wurde die Mission in den letzten Jahren in Frage gestellt. Doch die Frage wendete sich meist an die Falschen, an Menschen, die in der Mission arbeiteten oder mit ihr verbunden sind und nicht an Menschen, die Mission erlebten. Werner Straus konnte in seinem modernen Lichtbildervortrag deutlich machen, wie sich das Land in den letzten 40 Jahren positiv verändert hat. Dazu kam „die Liebe, Freundschaft und Wertschätzung” welche er erleben durfte. Wie dankbar die Menschen von damals für seine Arbeit waren, wurde in vielen Beiträgen in den sogenannten Sozialen Medien dokumentiert, welche Werner Stauß auszugsweise zeigte. Kurz vor Beginn der Synode der Evangelisch-Lutherischen-Kirche von Papua-Neuguinea kam er an. Er erlebte und fotografierte, wie alle zusammenhalfen, damit genug Unterkünfte und Verpflegung für die vielen Hundert Besucher und Besucherinnen da waren. Nach Beginn der Synode weckte ein Posaunenchor aus allen Teilen des Landes die Teilnehmer. Die freundlichen, glücklichen Menschen, welche ihm immer wieder umarmten und ihre Dankbarkeit für seine Arbeit ausdrückten bestärkten Strauß auch in seinem persönlichen Glauben, auch in seinem Alter konnte dieser noch wachsen! Bereichert wurde der Vortrag noch durch ein Späßchen über den Paradiesvogel (auf seinem T-Shirt hatte Werner Strauß einen) – und er meinte: Er als Vogel (Strauß) hätte das Recht über den anderen Vogel zu witzeln. Zum Schluss bekam die Zuhörerschar noch Gelegenheit Fragen zu stellen. Die wurden aber dann begrenzt, da Herr und Frau Strauß zurück nach Neuendettelsau mussten, um das Endspiel des Handballteams anzusehen.
Vorsitzende Kerstin Bodendörfer bedankt sich bei Kreisfachberater Markus Fuchs  (Bild: Sandra Henselmann)

Blumige Erfolgsgeschichte seit über 60 Jahren

Draußen am Dorfplatz Fürnried ist alles verschneit, aber drinnen, im Nebenzimmer des Gasthauses „Goldener Hahn“ bei Familie Laurer, verzaubert eine bunte Blütenpracht die Besucher. Azaleen, Bromelien, Anthurien, Orchideen, Christrosen, die ersten Frühlingsblüher und verschiedenste Grünpflanzen wurden von der Birglandgärtnerei Hubner angeliefert. Der Obst- und Gartenbauverein Fürnried und Umgebung lud zum Kaffeekränzchen und zahlreiche Mitglieder folgten der Einladung. Neben gemütlicher Unterhaltung bei Kaffee und Kuchen stand auf eine Blumentombola auf dem Programm. 1.Vorsitzende Kerstin Bodendörfer betonte, dass sich so der Verein erkenntlich zeigen möchte, für die viele Arbeit, die sich die Hobbygärtner mit der Pflege von Blumen und Grün an Haus und Hof machen. Ihr Blick ging in der Vereinschronik zurück Es muss in den 60igern Jahren gewesen sein, als begonnen wurde, im Blumenschmuckwettbewerb die einzelnen Häuser zu bewerten. Lange Zeit traf sich der Verein im ausgehenden Winter um hierfür Urkunden zu verteilen. Vor einigen Jahren wurde der Wettbewerb abgeschafft, zum Glück aber nicht der Blumenschmuck. Kreativ, farbenfroh und abwechslungsreich so zeigen sich die Gärten in und um Fürnried. Kreisfachberater Markus Fuchs referierte, wie solche grünen Oasen entstehen, wie kleine Bereiche auch später noch geändert werden können. Er stellt Bäume, Sträucher, Stauden und viel Blühendes vor, das so manchen Garten bereichern könnten. Wehmut über den Abschied klang beim Grußwort von Bürgermeisterin Brigitte Bachmann-Mühlinghaus mit, aber auch Dank für die geleistete Arbeit im Verein oder im Sinne der Ortsverschönerung. Im Vereinsleben geht es diese Woche gleich weiter. Der OGV wagt sich auf ein etwas anderes Terrain, wenn es heißt „Omega 3 deine Chance für mehr Balance im Alltag“. Die Veranstaltung findet am Freitag 06. Februar 2026 um 18.30 Uhr im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Fürnried statt.
Von links nach rechts: Museumsleiterin Gerda Stollner, Referent Dr. Philipp Hauenstein, Theodor Zahn, Friedrich Zahn, Monika Ortlieb-Zahn und Claudia Zahn. (Bild: Gerda Stollner )

Förderer der indigenen Sprache und Musik: Missionar Heinrich Zahn

Das Johann-Flierl-Museum in Fürnried platzte beinahe aus allen Nähten, als Dr. Philipp Hauenstein zu seinem Vortrag über Missionar Zahn lud. Offensichtlich interessierte der in Edelsfeld 1880 Geborene viele Oberpfälzer, und auch einige Nachfahren fanden sich zusammen. Dr. Hauenstein führte aus, dass Missionar Zahn im „Schatten“ der großen Neuguinea Missionare steht und bisher von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde, obwohl er Vergleichsweises geleistet hat – und manchmal die Kollegen übertraf: So war er scheinbar der erste, welcher die Wertschätzung der indigene Musik empfand: weg vom europäischen Choral mit Texten der Papuas ging er den nächsten Schritt und er ermutigte seine Mitarbeitenden eigene Melodien zu ihren eigenen, christlichen Texten zu schreiben. Der nächste Schritt, diese Musik mit den Möglichkeiten der Südsee wiederzugeben: Die „Muschelchöre“ wurden entwickelt (wobei die Muscheln eigentlich Meeresschnecken sind). Um deren Melodien immer wieder in gleicher Weise zu hören, entwickelte er eine eigene, dafür geeignete, Notenschrift in Zahlen. Großen Wert legte er auch auf die Sprache: ein Lehrbuch und Wörterbuch der Jabimsprache wurde von ihm herausgegeben. Ob dies vielleicht auch ein Grund war, warum sich Jabim zu einer weitverbreiteten „Kirchensprache“ der jungen evangelischen Kirche entwickelte? Auch das Neue Testament wurde von ihm ins Jabim übersetzt und seine Überlegungen zu den Übersetzungen hat er notiert. So waren seinen Mitarbeitenden die alttestamentlichen Sprüche Salomos wichtig, erinnerten sie doch auch an die Weisheiten ihrer eigenen Väter. Aus heutiger Sicht überrascht, wie viele Hebräischkenntnisse, nach der doch sehr kurzen Ausbildung im Missionsseminar in Neuendettelsau, vorhanden waren und wie er um eine adäquate Wiedergabe gerungen hat. Von seiner Wertschätzung für seine Mitstreitenden zeugen auch die Sammlung von Märchen und Mythen, ja selbst die Spiele der Kinder interessierten ihn und er zeichnete sie auf. Sein nächster Schwerpunkt war die Schule: „Missionsschulen“ standen damals wohl auf fast jeder der Stationen, aber Zahn wollte gutgebildete Mitarbeiter (damals wohl alle männlich) und so entwickelte er eine Gehilfenschule (später wurden aus diesen Lehrerseminare und schließlich Pastorenseminare). Wie auch immer: Seine Schule entwickelte sich zur Schule für die Führungskräfte der späteren, jungen, lutherischen Kirche in Papua-Neuguinea.


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Texte: Dieter Radl, Orgelspiel: Emil Radl. (Bild: Gerda Stollner)

„Der Geist des Advents” Vorweihnachtliche, besinnliche Lesung in Oberpfälzer Mundart in der Simultankirche St. Willibald

Beim Gebetsläuten begann Dieter Radl diesen wundervollen Abend. Früher bedeutete das Abendgebet, dass nun die Arbeit beendet ist, dass Ruhe einkehrt. Die Kinder mussten bis zum Gebetsläuten nach Hause kommen. Emil Radl unterstrich die Gefühle mit der Toccata in d-moll von J. S. Bach. Toccata bedeutet berühren. Die Zuhörer und Zuhörerinnen sollten sich berühren lassen von diesem besinnlichen Adventsabend. Was dem Vortragendem in Oberpfälzer Mundart und dem Organisten in fantastischer und in einer besonderer Art und Weise auch gelungen ist. Dann waren da Gedanken über Menschen, welche durch Sehnsucht Unvorstellbares vollbracht haben. So wie der Heilige Bonifatius den christlichen Glauben nach Deutschland brachte, so brachte Johann Flierl aus dem kleinen Weiler Buchhof die Frohe Botschaft nach Papua Neuguinea. Diese Gedanken wurden von der Orgel durch Highland Cathedral von U. Roever verstärkt. Es ging in den sehr einfühlsam vorgetragenen Texten von Dieter Radl um das Licht, welches immer wieder aufgeht und jeder finden möge, um die Herbergsuche, um die Familie. Und immer wieder verstand es Emil Radl an der Orgel, die Gedanken zu intensivieren mit wie z. B. Kleines Präludium g-moll von J. S. Bach, Marche des Soldates von Robert Bruce, Oh holy night von A. Adam und zum Schluss die Trumpet Fanfare von P. Fey. Dieter Radl bedankte sich bei allen Personen, welche vermittelt und mit organisiert hatten für diesen wundervollen Abend. Der Dank der Kirchengemeinde Fürnried und des Johann-Flierl-Museums gilt dem Texter und Vortragenden Dieter Radl und auch Emil Radl für diesen beeindruckenden und sogleich ausdrucksvollen Abend und den Spenden. Die Besucher und Besucherinnen konnten friedvoll und gestärkt mit dem „Geist des Advents“ nach Hause ziehen.
Pfarrer i. R. Georg Pilhofer und Gerda Stollner im Johann-Flierl-Museum vor der Wandkarte von Australien (Bild: Brigitte Bachmann-Mühlinghaus)

Johann Flierl – Ein Pioniermissionar lernt in Australien

Am vergangenen Sonntag fand ein fesselnder Vortrag über Johann Flierl, den wegweisenden Missionar des 19. Jahrhunderts, statt. Flierl lernte das Leben der deutschstämmigen Lutheraner in Süd-Australien kennen. Nach seiner raschen Ausbildung im Missionshaus in Neuendettelsau trat er eine abenteuerliche Reise nach Adelaide an, wo er die Herausforderungen des australischen Winters erlebte. Die Zuhörer waren besonders interessiert an seinen Eindrücken von den Gemeinden und den einheimischen Aborigines. Flierl widmete umfangreiche Passagen seinen persönlichen Erfahrungen und Begegnungen mit der indigenen Bevölkerung. Sein Engagement für die Rechte der Indigenen bleibt ein bedeutendes und aktuelles Thema. Das Ziel des Vortrags war Flierls Reise an den Cooper Creek, wo er die kulturenvielfältige Mission weiterführte, die zum Ausbau der Schule und zum Neubau einer Kirche führte. Die Kirche wurde am Reformationstag, dem 31. Oktober 1880, eingeweiht. Von seinen Mitmissionaren lernte Flierl die ersten Schritte der Mission: erlernen der einheimischen Sprache, wobei er feststellen musste, dass auf ihrer Station Bethesda 4 unterschiedliche Stämme aus 2 verschiedenen Sprachgruppen lebten. Der Vortrag von Pfarrer i.R. Georg Pilhofer mit zwischengeschalteten Lesungen von Gerda Stollner aus den Lebensaufzeichnungen des Seniors Johann Flierl, stieß auf reges Interesse. Die Zuhörer und Zuhörerinnen stellten zahlreiche Fragen und zeigten sich begeistert von Flierls außergewöhnlichem Leben und Erbe.
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