Julia Ratzmann von der Pazifik Informationsstelle im Johann-Flierl-Museum  (Bild: Georg Pilhofer )

Ausgewiesene Kennerin berichtet von den Atomwaffentests im Pazifik

Ein bis auf den letzten Platz gefüllter Saal im Senior-Flierl-Museum in Fürnried zeugte am 9. April vom großen Interesse an einem Thema, das oft fern erscheint und doch bis heute nachwirkt: die Atomwaffentests im Pazifik. Als Referentin konnte mit Julia Ratzmann eine ausgewiesene Kennerin der Region gewonnen werden, die seit über zwei Jahrzehnten bei der Pazifik-Informationsstelle tätig ist. Unter den Zuhörern fanden sich neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern auch junge Lokalpolitiker sowie Fachleute, die sich mit den Folgen nuklearer Verstrahlung beschäftigen. Zu Beginn ihres Vortrags schlug Ratzmann einen Bogen zurück zu den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki. Sie wies darauf hin, dass diese Ereignisse im Bewusstsein vieler junger Menschen heute kaum noch präsent seien. Umso wichtiger sei eine lebendige Erinnerungskultur, wie sie sowohl in Deutschland als auch in Japan gepflegt werde. Eindrücklich schilderte sie, wie japanische Touristengruppen am 6. August innehalten und ihre Gedenkmomente live ins Internet übertragen – auch aus Nürnberg, wo so eine Verbindung über Kontinente hinweg entstehe. Im Zentrum des Abends standen jedoch die Atomwaffentests der USA im Pazifik. Am Beispiel des Bikini-Atolls machte Ratzmann deutlich, wie 169 Bewohner ihre Heimat verlassen mussten – angeblich „zum Wohle der Menschheit und zur Verhinderung zukünftiger Kriege“. Heute erscheine diese Begründung wie ein tragischer Irrtum. Die jahrzehntelangen Tests führten zu einer regelrechten Wanderbewegung der Betroffenen, die zu „Nuklear-Nomaden“ wurden. Die Hinterlassenschaften dieser Zeit lagern bis heute in einem Bombenkrater, notdürftig im Korallenboden versiegelt, dessen Stabilität zunehmend in Frage steht. Auch die französischen Atomtests im Pazifik nahm Ratzmann in den Blick. Nachdem Frankreich seine Versuche nach der Unabhängigkeit Algeriens nicht mehr in der Sahara durchführen konnte, verlagerte es diese ab 1966 nach Polynesien, mit Tahiti als zentralem Standort. Ein besonders eindrückliches Beispiel sei der dritte Test im September 1966 gewesen: Trotz ungünstiger Wetterbedingungen habe Präsident Charles de Gaulle auf eine sofortige Durchführung bestanden. Der radioaktive Fallout zog daraufhin nicht wie geplant über den offenen Ozean, sondern erreichte bewohnte Atolle – mit schwerwiegenden Folgen für die dortige Bevölkerung. Die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Tests veranschaulichte Ratzmann anhand ausgewählter Bilder, die bereits in ihrer zurückhaltenden Darstellung erschütternd wirkten. Sie erinnerte zudem daran, dass selbst viele der eingesetzten Militärangehörigen unzureichend geschützt gewesen seien. Abschließend ging sie auf die Protestbewegungen der 1990er Jahre ein. Unter Parolen wie „Fuck Chirac“ formierte sich europaweit Widerstand gegen die französischen Atomtests, der schließlich 1995 zu einem vorzeitigen Abbruch der Testreihe beitrug. Ihr Fazit formulierte Ratzmann pointiert: Wer heute noch von einer zivilen Nutzung der Kernenergie träume, habe im Physik- oder Biologieunterricht nicht aufgepasst. Im Publikum regte sich kein Widerspruch – stattdessen blieb ein nachdenklicher Eindruck eines Nachmittags, der eindrücklich zeigte, wie lange die Schatten der Atomtests bis in die Gegenwart reichen.
 Eindrücke Frühlingsfest 2025  (Bild: Hermann Maderer)

Frühlingsfest und Kirwa des SK Fürnried am Silberberg

Der SK Fürnried feiert auch dieses Jahr von Donnerstag, 14. Mai bis Sonntag, 17. Mai das beliebte Frühlingsfest auf dem Sportgelände am Silberberg. Der neugewählte Bürgermeister Elmar Halk hat seine Schirmherrschaft zugesagt. An Christi Himmelfahrt startet ab 8:00 Uhr unter dem Motto „Mit offenen Augen durchs Birgland” der Volkswandertag. Die rund 10 Kilometer lange Wanderstrecke mit Verpflegungsstation führt rund um Fürnried. Im Ziel am Sportplatz ist zur Mittagszeit für das leibliche Wohl gesorgt: Von Spanferkel über Grillspezialitäten, bis Currywurst findet sich für jeden Hunger was. Nachmittags starten die Kinder beim bekannten 26. Fürnrieder Wiesenlauf. Alle Läuferinnen und Läufer erhalten einen Pokal und eine Urkunde. Anmeldungen sind online unter www.skfuernried.de möglich. Darüber hinaus sorgen eine Hüpfburg und Kinderschminken für jede Menge Spaß. Mit Eis, Kaffee und Kuchen wird auch der süße Hunger gestillt. Am Freitag freuen sich ab 14:30 Uhr die Kirwa-Paare über zahlreiche Unterstützung beim Kirwa-Baum aufstellen und im Anschluss findet das Preisschafkopf-Turnier im Festzelt statt. Der Einlass ist ab 17:30 Uhr und der Start um 19 Uhr. Es können zahlreiche Sachpreise gewonnen werden, für die Plätze eins bis drei winken attraktive Geldpreise. Auch für das leibliche Wohl ist an diesem Tag bestens gesorgt. Der Samstag startet um 12:30 Uhr mit dem Freizeit-Turnier der Fußballsparte am Silberberg. Am Abend sorgen „Highway to Heldrich” für musikalische Unterhaltung, gute Stimmung und zur späteren Stunde Barbetrieb. Die Sportplatz-Kirwa erreicht am Sonntag ihren Höhepunkt. Morgens um 10:00 Uhr eröffnet der Posaunenchor Fürnried sowie Lektorin Kerstin Bodendörfer den Kirwa-Gottesdienst am Sportgelände. Anschließend wird zum Frühschoppen mit Weißwürsten und Obazda eingeladen. Gegen 15:30 Uhr wird der Baum am Silberberg mit musikalischer Begleitung von „In oiner Dur” ausgetanzt. Mit bewährtem Festzeltbetrieb klingt die Kirwa aus.
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Volles Haus beim OGV Fürnried & Umgebung

Der Obst- und Gartenbauverein Fürnried und Umgebung traf sich zur Jahreshauptversammlung im Gasthaus Goldender Hahn bei Familie Laurer in Fürnried. 1. Vorsitzende Kerstin Bodendörfer konnte zahlreiche Mitglieder begrüßen. Besonders freute sie sich über die Referentin Wiebke Weiland. Sie startete gleich mit viel Wissenswertem zum Thema „Tolle Wolle”. Als Produktmanagerin bei Jura-Distel zeigte sie auf, wie es um die Wolle der heimischen Schafe bestellt ist. Der Preis für die Rohwoll deckt nicht einmal die Kosten der Schur. Mit der Verarbeitung zu Schafwollpellets soll diese Situation verbessert werden. Aber nicht nur die Landwirte profitieren davon, sondern auch die Hobbygärtner. Handelt es sich doch dabei um einen guten, organischen Dünger. Nachdem sich Frau Bodendörfer herzlich für den Vortrag bedankt hatte, servierte das Gasthaus ein Abendessen, zu dem der Verein seine Mitglieder einlud. Nach dem Totengedenken erinnerte Schriftführerin Renate Päßler an das Vereinsjahr 2025. Schatzmeisterin Ingrid Loos zeigte die finanzielle Lage des Vereins auf. Die Verssammlung hat mit Irmgard Süß eine neue Kassenprüferin bestimmt, sie unterstützt Claudia Oberleiter. Für das Jahr 2026 hat sich die Vorstandschaft wieder viel einfallen lassen, das Programm reicht von einer Tagesfahrt, über das Backofenfest, eigenes Sauerkraut herstellen, bis zum „Advent unter der Burgruine”. Im Laufe des Jahres treffen sich die Mitglieder auch immer wieder zu Arbeitseinsätzen. Die Vorsitzende machte noch Werbung für die Wahl im Jahr 2027. Wer sich vorstellen kann in der Vorstandschaft mitzuwirken, der kann sich gerne schon ein Bild davon machen. „Beisitzer auf Probe” so nennt es der Obst- und Gartenbauverein Fürnried & Umgebung. Motiviert und voller Zuversicht startet der Verein nun ins Vereinsjahr 2026.
Besuch vor dem Geburtshaus von Johann Flierl in Buchhof/Birgland. Von links nach rechts: Georg Pilhofer, Gerda Stollner, Susan Fumapa, Miame Atenciana, Christoph Yako Babusa. (Bild: Gerda Stollner)

140 Jahre nach Flierls Ankunft in Papua-Neuguinea - Theologin predigt in der Martin-Luther-Kirche in Poppberg

Am Sonntag, den 8. März, wurden im Johann-Flierl-Museum besondere Gäste von Mission EineWelt erwartet. Ursprünglich sollte eine Delegation der Kirchenleitung aus Lae in Papua-Neuguinea anreisen. Aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten mussten jedoch Flüge ausgesetzt werden, sodass die Delegation ihre Reise leider nicht antreten konnte. Umso größer war die Freude darüber, dass Pfarrer Arnim Dörfer, Referatsleiter für den Pazifik mit dem Schwerpunkt Papua-Neuguinea bei Mission EineWelt, dennoch kommen konnte. Er gestaltete die Liturgie im Gottesdienst und brachte als besondere Gästin Susan Fumapa von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Papua-Neuguinea mit. Sie war die erste Frau ihres Landes, die ein Theologiestudium absolvierte. Da es in Papua-Neuguinea bislang keine Frauenordination gibt, kann sie jedoch nicht als Pfarrerin tätig sein. Heute wirkt sie als Direktorin des Lutheran Church College in Banz. In der Martin-Luther-Kirche in Poppberg in der Kirchengemeinde Fürnried predigte Susan Fumapa über den Bibeltext aus Johannes 12, Verse 1 bis 7. In ihrer Predigt berichtete sie eindrucksvoll über die Situation der Frauen in Papua-Neuguinea und zog zugleich Vergleiche zur Situation in Bayern. Außerdem erinnerte sie an die Ankunft des jungen Missionars Johann Flierl vor 140 Jahren in Finschhafen im damaligen Kaiser-Wilhelms-Land. Viele Missionare verloren während ihres Dienstes ihr Leben; ihre Gebeine ruhen bis heute auf den frühen Missionsstationen in Neuguinea. Ihr Dienst, ihr Leiden und ihr Tod seien – so Fumapa – zum „Dünger“ für das Missionsfeld geworden, auch wenn dieser Weg mit großem Leid verbunden gewesen sei. Besonders würdigte sie die Kinder der Missionare, sowohl der Pioniermissionare als auch der heute noch lebenden, und sprach ihnen ihren großen Respekt aus. Die Kraft der Verkündigung des Evangeliums habe wesentlich dazu beigetragen, dass frühere Stammeskriege, Blutrache und Gewalt überwunden werden konnten. Nach dem Gottesdienst besuchte die Gruppe den Geburtsort von Johann Flierl in Buchhof. Begleitet wurden die Gäste von zwei jungen Volontären von Mission EineWelt, Miame Atenciana von den Philippinen und Christoph Yako Babusa aus Kenia. Der anschließende Besuch im Johann-Flierl-Museum in Fürnried, der eigentliche Anlass der Reise, hinterließ bei allen Beteiligten einen bleibenden Eindruck. Pfarrer im Ruhestand Georg Pilhofer führte durch das Museum und berichtete anschaulich aus dem Leben des Missionars Johann Flierl sowie davon, wie die christliche Botschaft ihren Weg bis nach Papua-Neuguinea fand. Auch Gerda Stollner, Vorsitzende des Fördervereins „Leben und Wirken des Missionars Johann Flierl e. V.“, zeigte sich sehr erfreut über die Begegnungen und Gespräche dieses besonderen Tages.


Weitere Artikel

Liesel Strauß, Gerda Stollner, Referent Missionar Werner Strauß (von links nach rechts) (Bild: Georg Pilhofer, Pfr. i. R. )

Mission möglich - Reise in der Vergangenheit, um die Gegenwart kennenzulernen nach Papua-Neuguinea

Wenn heute „Mission” oft hinterfragt wird – ja selbst kirchliche Stellen sich bemühen, das Wort aus ihrem Vokabular zu streichen, dann machte der Vortrag von Pfarrer und Missionar Werner Strauß wieder Mut! Mut zurück in die Geschichte zu schauen und Mut weiterhin die Frohe Botschaft von Jesus Christus zu verkündigen – das ist Teil der Mission. Pfarrer Strauß berichtete von seiner Reise zurück in die Vergangenheit, die er mit seinem jüngsten Sohn Micha unternahm, um nach fast 40 Jahren seine ehemalige Missionsstation im Hochland von PNG zu besuchen. Dass Strauß seinem Dekanat in PNG viel mehr brachte als nur die Bibel, wurde durch die dankbaren Kommentare seiner Schüler deutlich: Schweinemast, Schule, Krankenhaus und vieles mehr begründete er und „die Mission” – damit ein viel besseres Leben im Frieden. Hier wurde die Mission in den letzten Jahren in Frage gestellt. Doch die Frage wendete sich meist an die Falschen, an Menschen, die in der Mission arbeiteten oder mit ihr verbunden sind und nicht an Menschen, die Mission erlebten. Werner Straus konnte in seinem modernen Lichtbildervortrag deutlich machen, wie sich das Land in den letzten 40 Jahren positiv verändert hat. Dazu kam „die Liebe, Freundschaft und Wertschätzung” welche er erleben durfte. Wie dankbar die Menschen von damals für seine Arbeit waren, wurde in vielen Beiträgen in den sogenannten Sozialen Medien dokumentiert, welche Werner Stauß auszugsweise zeigte. Kurz vor Beginn der Synode der Evangelisch-Lutherischen-Kirche von Papua-Neuguinea kam er an. Er erlebte und fotografierte, wie alle zusammenhalfen, damit genug Unterkünfte und Verpflegung für die vielen Hundert Besucher und Besucherinnen da waren. Nach Beginn der Synode weckte ein Posaunenchor aus allen Teilen des Landes die Teilnehmer. Die freundlichen, glücklichen Menschen, welche ihm immer wieder umarmten und ihre Dankbarkeit für seine Arbeit ausdrückten bestärkten Strauß auch in seinem persönlichen Glauben, auch in seinem Alter konnte dieser noch wachsen! Bereichert wurde der Vortrag noch durch ein Späßchen über den Paradiesvogel (auf seinem T-Shirt hatte Werner Strauß einen) – und er meinte: Er als Vogel (Strauß) hätte das Recht über den anderen Vogel zu witzeln. Zum Schluss bekam die Zuhörerschar noch Gelegenheit Fragen zu stellen. Die wurden aber dann begrenzt, da Herr und Frau Strauß zurück nach Neuendettelsau mussten, um das Endspiel des Handballteams anzusehen.
Vorsitzende Kerstin Bodendörfer bedankt sich bei Kreisfachberater Markus Fuchs  (Bild: Sandra Henselmann)

Blumige Erfolgsgeschichte seit über 60 Jahren

Draußen am Dorfplatz Fürnried ist alles verschneit, aber drinnen, im Nebenzimmer des Gasthauses „Goldener Hahn“ bei Familie Laurer, verzaubert eine bunte Blütenpracht die Besucher. Azaleen, Bromelien, Anthurien, Orchideen, Christrosen, die ersten Frühlingsblüher und verschiedenste Grünpflanzen wurden von der Birglandgärtnerei Hubner angeliefert. Der Obst- und Gartenbauverein Fürnried und Umgebung lud zum Kaffeekränzchen und zahlreiche Mitglieder folgten der Einladung. Neben gemütlicher Unterhaltung bei Kaffee und Kuchen stand auf eine Blumentombola auf dem Programm. 1.Vorsitzende Kerstin Bodendörfer betonte, dass sich so der Verein erkenntlich zeigen möchte, für die viele Arbeit, die sich die Hobbygärtner mit der Pflege von Blumen und Grün an Haus und Hof machen. Ihr Blick ging in der Vereinschronik zurück Es muss in den 60igern Jahren gewesen sein, als begonnen wurde, im Blumenschmuckwettbewerb die einzelnen Häuser zu bewerten. Lange Zeit traf sich der Verein im ausgehenden Winter um hierfür Urkunden zu verteilen. Vor einigen Jahren wurde der Wettbewerb abgeschafft, zum Glück aber nicht der Blumenschmuck. Kreativ, farbenfroh und abwechslungsreich so zeigen sich die Gärten in und um Fürnried. Kreisfachberater Markus Fuchs referierte, wie solche grünen Oasen entstehen, wie kleine Bereiche auch später noch geändert werden können. Er stellt Bäume, Sträucher, Stauden und viel Blühendes vor, das so manchen Garten bereichern könnten. Wehmut über den Abschied klang beim Grußwort von Bürgermeisterin Brigitte Bachmann-Mühlinghaus mit, aber auch Dank für die geleistete Arbeit im Verein oder im Sinne der Ortsverschönerung. Im Vereinsleben geht es diese Woche gleich weiter. Der OGV wagt sich auf ein etwas anderes Terrain, wenn es heißt „Omega 3 deine Chance für mehr Balance im Alltag“. Die Veranstaltung findet am Freitag 06. Februar 2026 um 18.30 Uhr im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Fürnried statt.
Von links nach rechts: Museumsleiterin Gerda Stollner, Referent Dr. Philipp Hauenstein, Theodor Zahn, Friedrich Zahn, Monika Ortlieb-Zahn und Claudia Zahn. (Bild: Gerda Stollner )

Förderer der indigenen Sprache und Musik: Missionar Heinrich Zahn

Das Johann-Flierl-Museum in Fürnried platzte beinahe aus allen Nähten, als Dr. Philipp Hauenstein zu seinem Vortrag über Missionar Zahn lud. Offensichtlich interessierte der in Edelsfeld 1880 Geborene viele Oberpfälzer, und auch einige Nachfahren fanden sich zusammen. Dr. Hauenstein führte aus, dass Missionar Zahn im „Schatten“ der großen Neuguinea Missionare steht und bisher von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde, obwohl er Vergleichsweises geleistet hat – und manchmal die Kollegen übertraf: So war er scheinbar der erste, welcher die Wertschätzung der indigene Musik empfand: weg vom europäischen Choral mit Texten der Papuas ging er den nächsten Schritt und er ermutigte seine Mitarbeitenden eigene Melodien zu ihren eigenen, christlichen Texten zu schreiben. Der nächste Schritt, diese Musik mit den Möglichkeiten der Südsee wiederzugeben: Die „Muschelchöre“ wurden entwickelt (wobei die Muscheln eigentlich Meeresschnecken sind). Um deren Melodien immer wieder in gleicher Weise zu hören, entwickelte er eine eigene, dafür geeignete, Notenschrift in Zahlen. Großen Wert legte er auch auf die Sprache: ein Lehrbuch und Wörterbuch der Jabimsprache wurde von ihm herausgegeben. Ob dies vielleicht auch ein Grund war, warum sich Jabim zu einer weitverbreiteten „Kirchensprache“ der jungen evangelischen Kirche entwickelte? Auch das Neue Testament wurde von ihm ins Jabim übersetzt und seine Überlegungen zu den Übersetzungen hat er notiert. So waren seinen Mitarbeitenden die alttestamentlichen Sprüche Salomos wichtig, erinnerten sie doch auch an die Weisheiten ihrer eigenen Väter. Aus heutiger Sicht überrascht, wie viele Hebräischkenntnisse, nach der doch sehr kurzen Ausbildung im Missionsseminar in Neuendettelsau, vorhanden waren und wie er um eine adäquate Wiedergabe gerungen hat. Von seiner Wertschätzung für seine Mitstreitenden zeugen auch die Sammlung von Märchen und Mythen, ja selbst die Spiele der Kinder interessierten ihn und er zeichnete sie auf. Sein nächster Schwerpunkt war die Schule: „Missionsschulen“ standen damals wohl auf fast jeder der Stationen, aber Zahn wollte gutgebildete Mitarbeiter (damals wohl alle männlich) und so entwickelte er eine Gehilfenschule (später wurden aus diesen Lehrerseminare und schließlich Pastorenseminare). Wie auch immer: Seine Schule entwickelte sich zur Schule für die Führungskräfte der späteren, jungen, lutherischen Kirche in Papua-Neuguinea.
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