Förderer der indigenen Sprache und Musik: Missionar Heinrich Zahn
Das Johann-Flierl-Museum in Fürnried platzte beinahe aus allen Nähten, als Dr. Philipp Hauenstein zu seinem Vortrag über Missionar Zahn lud. Offensichtlich interessierte der in Edelsfeld 1880 Geborene viele Oberpfälzer, und auch einige Nachfahren fanden sich zusammen. Dr. Hauenstein führte aus, dass Missionar Zahn im „Schatten“ der großen Neuguinea Missionare steht und bisher von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde, obwohl er Vergleichsweises geleistet hat – und manchmal die Kollegen übertraf: So war er scheinbar der erste, welcher die Wertschätzung der indigene Musik empfand: weg vom europäischen Choral mit Texten der Papuas ging er den nächsten Schritt und er ermutigte seine Mitarbeitenden eigene Melodien zu ihren eigenen, christlichen Texten zu schreiben. Der nächste Schritt, diese Musik mit den Möglichkeiten der Südsee wiederzugeben: Die „Muschelchöre“ wurden entwickelt (wobei die Muscheln eigentlich Meeresschnecken sind). Um deren Melodien immer wieder in gleicher Weise zu hören, entwickelte er eine eigene, dafür geeignete, Notenschrift in Zahlen. Großen Wert legte er auch auf die Sprache: ein Lehrbuch und Wörterbuch der Jabimsprache wurde von ihm herausgegeben. Ob dies vielleicht auch ein Grund war, warum sich Jabim zu einer weitverbreiteten „Kirchensprache“ der jungen evangelischen Kirche entwickelte? Auch das Neue Testament wurde von ihm ins Jabim übersetzt und seine Überlegungen zu den Übersetzungen hat er notiert. So waren seinen Mitarbeitenden die alttestamentlichen Sprüche Salomos wichtig, erinnerten sie doch auch an die Weisheiten ihrer eigenen Väter. Aus heutiger Sicht überrascht, wie viele Hebräischkenntnisse, nach der doch sehr kurzen Ausbildung im Missionsseminar in Neuendettelsau, vorhanden waren und wie er um eine adäquate Wiedergabe gerungen hat. Von seiner Wertschätzung für seine Mitstreitenden zeugen auch die Sammlung von Märchen und Mythen, ja selbst die Spiele der Kinder interessierten ihn und er zeichnete sie auf. Sein nächster Schwerpunkt war die Schule: „Missionsschulen“ standen damals wohl auf fast jeder der Stationen, aber Zahn wollte gutgebildete Mitarbeiter (damals wohl alle männlich) und so entwickelte er eine Gehilfenschule (später wurden aus diesen Lehrerseminare und schließlich Pastorenseminare). Wie auch immer: Seine Schule entwickelte sich zur Schule für die Führungskräfte der späteren, jungen, lutherischen Kirche in Papua-Neuguinea.