Am 18.05.2026 begrüßte Erster Bürgermeister Ludwig Gürtler im „Haus der Biodiversität“ in Tännesberg die Gewässernachbarschaften zu der von Diplombiologe Lothar Kroll organisierten Veranstaltung mit dem Thema „Auf! zu den naturnahen Bächen“ und nannte den Kainzbach als wichtigstes und repräsentatives Fließgewässer von Tännesberg.
Mit dem Sprichwort „Der Umgang mit dem Wasser zeigt den Grad der Zivilisation an“ eröffnete Kroll die Fachtagung und fügte historische Beispiele an.
Wie sich eine Stadt entwickeln will, umriss Bürgermeister Rudolf Teblitzky mit dem Umgang örtlicher Fließgewässer und Dorfweihern in Oberviechtach, die zu einem Biotopverbund mit Freizeitgestaltung ausgebaut werden sollen.
Maßnahmen zum Wasserrückhalt in der ländlichen Entwicklung stellte Dipl.-Ing. Stefan Haupt vom Amt für ländliche Entwicklung vor. Im vielseitigen Maßnahmenkatalog waren vor allem die Landwirtschaft und entsprechende Bauwerke enthalten.
Bei der in Bayern nur noch selten vorkommenden Süßwassermuschel, ein Indikator für die Wasserqualität, machte Dr. Martin Mörtl (Landesamt für Umwelt Hof) deutlich, wie lebensfeindlich der Eintrag von Schwemmmaterial in alle Fließgewässer ist.
Wie mit dem Biber gelebt werden und „Baumfällaktionen“ verhindert werden können, veranschaulichte Flussmeister Ullrich Menacher mit Beispielen verschiedener technischer Möglichkeiten. „Der Natur mehr Platz geben“, resümierte Menacher.
Auf Problemfelder unserer Gewässer mit möglichen Lösungsansätzen ging Dr. Thomas Speierl (Fachberatung Fischerei) ein und stellte ein Projekt in Oberfranken vor.
Neben allgemeinen Aktionen zur Revitalisierung unserer Fließgewässer und der Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Fließgewässer informierte Doreen Detzner vom WWF Weilheim, die auch für Erstberatungen zur Verfügung steht.
Bei der nachmittäglichen Exkursion zum oberen Kainzbach erhielten die Teilnehmer einen Einblick in das FFH-Gebiet, in dem der Kainzbach selber noch einige Strukturmängel zu Behebung aufzeigt.