Einen spannenden Obstbaumschnittkurs gab es im Haus der Biodiversität. Im Theorieteil erklärte Philipp Glaab vom Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald zunächst die wichtigsten Eckpunkte. Anschließend ging es für die fast 30 Teilnehmer:innen ins Grüne, wo das Erlernte auf einer Streuobstwiese angewendet werden konnte.
Diese Wiesen sind deshalb so wichtig, da bis zu 5.000 verschiedene Pflanzen- und Tierarten auf nur einer einzigen Streuobstwiese vorkommen können. Das liegt vor allem an den unterschiedlichen Strukturen – ein Zusammenspiel aus Schatten und Licht für verschiedene Pflanzen, verschiedene Bestäuber der zahlreichen Kräuter, stabile Äste für die Nester von Vögeln und Totholz für Käfer, Fallobst für kleine Säugetiere und viele weitere Nischen sorgen für einen bunten Lebensraum, in dem sich zahlreiche Spezies wohl fühlen. Zudem kommen auf Streuobstwiesen kaum Dünger oder Pestizide zum Einsatz.
Bei der Pflege seiner Obstbäume ist einiges beachten. Im jungen Alter möchte der Obstbaum erzogen werden, heißt Leitäste müssen definiert und über die nächsten Jahre gezielt gefördert werden. Störendes Astwerk hingegen sollte entfernt werden. Doch Vorsicht: je stärker der Rückschnitt desto größer der Austrieb. Nur wer alle Wachstumsregeln kennt und bei seinem Schnitt berücksichtigt, der kann einen Obstbaum zur optimalen Form heranzüchten. Auch der Zeitpunkt für den Schnitt spielt eine wichtige Rolle – nicht jede Sorte sollte zur selben Zeit geschnitten werden. So sollte ein Apfelbaum am besten im Winter geschnitten werden, aber ein Kirschbaum lieber erst im Sommer. Wenn man den Zeitpunkt und die Schnittstellen weiß, kann man sich an die Arbeit machen. Mit der richtigen Baumschere wird optimalerweise ein „Bypass am Obstbaum“ durchgeführt. Das bedeutet, der Schnitt erfolgt so, dass dem Baum dabei nicht geschadet wird und die Wunde wieder verheilt, ohne sich zu infizieren. Mit der richtigen Pflege wird der geliebte Obstbaum bis zu 120 Jahre alt .