Hoch über den Dächern Weidens, am Alten Zollhaus bei Tröglersricht, loderte am Freitagabend wieder das traditionelle Johannisfeuer der KAB-Ortsvereine Weiden-Ost und St. Konrad. Trotz hochsommerlicher Temperaturen und erhöhter Brandgefahr verlief die Veranstaltung dank umfassender Sicherheitsmaßnahmen und guter Vorbereitung reibungslos. Der Reinerlös kommt in diesem Jahr der Betreuungseinrichtung „Oase” zugute.
Der Platz am Alten Zollhaus bot erneut eine beeindruckende Kulisse für das Johannisfeuer und lockte zahlreiche Familien und Besucher an. Gleichzeitig war den Verantwortlichen bewusst, dass sich die Vorfälle der vergangenen Jahre nicht wiederholen durften. Zweimal hatten Unbekannte den Holzstapel bereits in der Nacht vor der Feier angezündet. Deshalb wurde der Holzstoß, wie schon im Vorjahr, erst am Freitagnachmittag errichtet.
Die Vorsitzende der KAB Weiden-Ost, Christa Burzer, dankte allen Helferinnen und Helfern sowie besonders der Familie Meißner aus Tröglersricht, die das Holz zur Verfügung stellte. „Wir tun dies, um den Brauch der Sonnwende zu pflegen”, sagte sie.
Die große Hitze stellte die Veranstalter in diesem Jahr vor besondere Herausforderungen. Wegen der hohen Brandgefahr stand vorsorglich ein Löschfahrzeug bereit, das kleinere Glutnester sofort ablöschte. Aus Sicherheitsgründen mussten die Kinder ihre Fackeln unmittelbar nach dem Entzünden des Johannisfeuers in den Holzstoß werfen, um Funkenflug und Brände auf der ausgetrockneten Wiese zu vermeiden.
Dennoch blieb die traditionelle Rolle der jüngsten Besucher erhalten: Mit ihren Fackeln entzündeten sie das Johannisfeuer. Stadtpfarrer Johannes Lukas koordinierte den Ablauf und spendete anschließend den Feuersegen.
Michael Träger von der KAB St. Konrad freute sich über das gelungene Fest und das trockene Sommerwetter. Sein Dank galt dem Heiligen Petrus. Mit einem Schmunzeln bemerkte er: „Hätte es die KAB damals schon gegeben, Petrus wäre KABler gewesen.” Gleichzeitig informierte er die Besucher, dass der Reinerlös aus dem Verkauf von Bratwurstsemmeln, Getränken und Fackeln heuer der Betreuungseinrichtung „Oase“ zugutekommt. Unter den Gästen war auch Präses Hans Klier.
In seiner Ansprache erinnerte Stadtpfarrer Johannes Lukas an die religiöse Bedeutung des Johannisfestes. Der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres markierten den Wendepunkt des Sonnenjahres. „Jetzt geht das Jahr wieder in die andere Richtung”, sagte er. In einem halben Jahr werde Weihnachten gefeiert. Dieses Bild greife die Bibel im Verhältnis von Johannes dem Täufer zu Jesus Christus auf: „Ich muss abnehmen, damit er zunehmen kann.”
Mit dem weithin sichtbaren Feuer hoch über Weiden, der stimmungsvollen Atmosphäre und dem großen Engagement vieler Ehrenamtlicher wurde das Johannisfeuer erneut zu einem gelungenen Zeichen gelebter Gemeinschaft und gepflegten Brauchtums.