Vortragsabend der VHS Weiden-Neustadt und des Freundeskreis Tuting. (Bild: Siegfried Bühner)

Vortrag Medizin und KI

Wer sich über den rasant zunehmenden Einsatz von KI-Systemen in der Medizin Sorgen macht, wurde am Ende des Expertenvortrags beruhigt. Prof. Dr. Björn Eskofier fasste seine Ausführungen mit dem Satz zusammen: „Niemand will den Arzt durch künstliche Intelligenz ersetzen“. Im Vortrag hatte der Wissenschaftler vom Münchner LMU-Lehrstuhl für KI-unterstützte Therapieentscheidungen aufgezeigt, dass von einem flächendeckenden Einsatz von KI in der Medizin noch längst nicht gesprochen werden kann. VHS Weiden-Neustadt hatte zusammen mit dem Freundeskreis Weiden der Evangelischen Akademie Tutzing zu dem Vortragsabend eingeladen. Beteiligt war auch die Deutsche Akademie für Technikwissenschaften (acatech). Professor Eskofier erläuterte zunächst die erforderlichen Voraussetzungen und die noch zu überwindenden Hindernisse für einen großflächigen KI-Einsatz in der Medizin. „Noch haben wir großen Nachholbedarf“, stellte er dabei fest. Vor allem gebe es viel zu wenig systematische Rückmeldungen über die Wirksamkeit der von den Medizinern eingesetzten Therapien. „Es ist noch immer schwierig, die erfahrungsbasierte Medizin in Beziehung zur tatsächlichen Datenlage zu bringen“. Längst gebe es noch nicht von allen Betroffenen die Daten über die tatsächlichen Krankheitsverläufe. „Wir bräuchten Informationen in ähnlichem Umfang wie sie zum Beispiel bei Amazon über das Kundenverhalten vorliegen“, forderte Eskofier. Eine datenbasierte und durch KI unterstützte Medizin brauche deshalb erst einmal eine große Datensammlung. „Daten sind der Schlüssel für KI“, sagte der Experte. Anonymisierte Daten müssten – mit Zustimmung der Betroffenen – auch der Forschung zur Verfügung gestellt werden. Ein erster richtiger Schritt auf europäischer Ebene sein die Verabschiedung der „European-Health-Data-Space-Verordnung“. Nachdem Eskofier die Entwicklungsschritte der allgemeinen KI insgesamt in den letzten fünfzig Jahren aufgezeigt hatte, stellte er fest: „Selbst die neueste Version von ChatGPT kann nicht verhindern, dass Falsches ausgesagt wird“. Schließlich seien die Systeme „gefangen in bestimmten Kontexten“. Die Zahl der Neuronen des menschlichen Gehirns, laut Eskofier „10 hoch 11“, könne die KI vielleicht erst in Jahrzehnten imitieren. Nur in Einzelbeispielen, wie Schrift-, Sprach- oder Bilderkennung, sei KI überlegen. Für die Medizin heiße dies „wir müssen derzeit mit 12 bis 13 Prozent falschen Antworten rechnen“. Außerdem habe die Maschine nie ein Gefühl wie der Mensch, dass eine Antwort falsch sein könne. Für Eskofier gilt aber dennoch „das Zusammenspiel zwischen KI und dem menschlichen Experten ist das Wichtigste“. Helfen könne die KI zum Beispiel dabei die Parkinson-Krankheit besser systematisch zu beobachten oder Vorhersagemodelle für individuelle Patienten zu entwickeln. Als weitere Anwendungsbeispiele wurde Krebs, Schlafforschung, Schwangerschafts-Monitoring und Arzneimittelentwicklung genannt. „KI muss zukünftig als normaler Bestandteil des Lebens angesehen werden“ fordert Eskofier. Aber der Mediziner müsse auch wissen, „wie KI funktioniert“.


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Nordbayerischer Meistertitel für Maximilian Rieder (Bild: Abteilung Leichtathletik)

DJK Weiden bei den Nordbayerischen Meisterschaften in Fürth

An zwei Wochenenden fanden in Fürth die nordbayerischen Hallenmeisterschaften der U16 und älter statt. Außerdem gab es für die U14 einen Rahmenwettkampf. In der M13 verfehlte Christoph Melzner mit 4,51 m im Weitsprung nur knapp seine Bestleistung und kam auf den 3. Platz. Über die 60 m holte er sich in 8,94 Sekunden den 6. Platz. In der W14 gelang Ida Adam in einem großen Starterfeld von 49 Sportlerinnen über die 60 m in 8,90 Sekunden Platz 19, Lara Werner kam mit 8,94 Sekunden auf Platz 26. Vorher gelang Lara Werner über die 60 m Hürden ein toller 6. Platz in neuer Bestzeit von 10,18 Sekunden und damit auch die B-Qualifikation für die bayerischen Hallenmeisterschaften in München für die W15. Im Weitsprung verpasste sie das Podest nur sehr knapp um 2 cm mit 4,87 m. Am zweiten Wochenende konnte sie im Hochsprung ebenfalls eine neue Bestleistung aufstellen und wurde mit übersprungenen 1,48 m Zweite. Im ersten Jahr in der U18 ging ihre Schwester Lilli Werner über die 60 m an den Start. Ihr gelang auch eine neue Bestleistung mit 8,41 Sekunden und damit der tolle 12. Platz von 54 Starterinnen in dieser Altersklasse und die Qualifikation für die bayerischen Meisterschaften. Im Weitsprung holte sie sich mit 4,94 m den 5. Platz. Am letzten Samstag gelang ihr im Kugelstoßen mit 10,26 m (PB) ein 6. Platz. Ebenfalls im ersten Jahr in der U18 lief David Schönberger die 60 m in 7,98 Sekunden und sicherte sich damit die B-Qualifikation für die bayerischen Meisterschaften. In dieser Altersklasse holte sich Lukas Rosner den 2. Platz im Dreisprung mit neuer persönlicher Bestleistung von 12,54 m. Auch er sicherte sich damit souverän die Teilnahme an den bayerischen und sogar an den süddeutschen Hallenmeisterschaften in Frankfurt. Im anschließenden Weitsprung konnte er aufgrund der kurzen Pause zwar nicht an seine Bestweite von über 6,00 m anknüpfen, sicherte sich aber trotzdem mit 5,93 m den 3. Platz. Im ersten Jahr in der U20 konnte sich Maximilian Rieder im Kugelstoßen zum ersten Mal den Titel nordbayerischer Meister holen mit einer Weite von 13,28 m und damit ebenfalls die Qualifikation für die bayerischen Meisterschaften sichern. Ebenfalls in dieser Altersklasse ging Dennis Hopp über die 60 m an den Start und holte sich in 7,43 Sekunden den 6. Platz. Über die 200 m erreichte er sogar den 4. Platz in 23,30 Sekunden. Am meisten freuten sich er und sein Trainer jedoch über den Sieg mit der Startgemeinschaftsstaffel, in der Dennis als Schlussläufer an den Start ging, und die in einer Zeit von 1:33,62 Minuten nicht nur starke Konkurrenz hinter sich ließ, sondern sich damit die Qualifikation für die deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen Ende Februar sicherte.
Professorin Martina Ortner als Rednerin bei einer Schulversammlung am EHG. (Bild: Doris Weigl)

Schulversammlung am Elly-Heuss-Gymnasium mit Professorin Martina Ortner aus Regensburg

Es ist in unserer Zeit ein sehr wichtiges pädagogisches Ziel in und von Schulen, insbesondere auch am Elly-Heuss-Gymnasium (Wen), dass unsere Demokratie gefördert, unterrichtet und gestützt wird. Am EHG geschieht dies mit regelmäßigen Schulvollversammlungen, die jede Woche stattfinden und seit fast zwei Jahren vorbildhaft - durch unsere Schülerinnen bzw. mit der gesamten Schulfamilie - in unserer Aula umgesetzt werden, teils auch mit unterschiedlichen thematischen Erweiterungen seitens der SMV. Aktuell hatten wir nun das außerordentliche Glück, dass wir in einer solchen Schulversammlung die Professorin Martina Ortner aus Regensburg (OTH) bei uns begrüßen durften. Sie hielt einen anspruchsvollen, aber sehr interessanten und auch spannenden Vortrag zum Thema ‚Migration’ und erläuterte dazu Formen der Migration, geschichtliche Zusammenhänge, und aktuelle Entwicklungen. Dabei wurde schnell klar, dass man im Zusammenhang mit diesem Thema sehr viel Positives gewinnbringend als auch interkulturell austauschen kann - und damit sind nicht nur besondere Speisen gemeint, sondern auch beispielsweise ungeahnte, teils noch unbekannte Traditionen und Werte. Am Ende und nach ein paar interaktiven Dialogen mit allen Schülerinnen schloss Frau Ortner mit dem Appell zur Solidarität und gegenseitigen Hilfe. - Ein großes Dankeschön an Frau Ortner, die zur Darstellung eines sehr wichtigen Themas zu uns ans Elly kam!
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