„Wo du etwas durch Frieden erreichen kannst, lass den Krieg”, lautete eine seiner Devisen, und die Förderung des Handels in Europa lag ihm am Herzen: Karl IV., ab 1346 „deutscher König”, ab 1347 König von Böhmen und von 1355 bis zu seinem Tod 1378 Kaiser des mittelalterlichen „Römisch-Deutschen Reiches”. Zu seinem bis heute nachwirkenden Erbe zählt der Entschluss, zwischen seiner Königsstadt Prag und Nürnberg, der damals „vornehmsten Stadt des Reiches” und Kaiserresidenz mit Handelsbeziehungen in die ganze damals bekannte Welt, eine Landbrücke unter seiner Hoheit zu schaffen.
Dieser später „Neuböhmen” genannte „Korridor”, dessen Eingliederung nach Böhmen 1355 vollzogen wurde, diente dem Schutz einer neu abgemarkten Handelsstraße, die als „via Carolina”, „via regia” (königliche Straße) oder „via aurea” (goldene Straße) bekannt wurde. Mit der Geschichte dieser Fernstraße von europäischem Rang, die Teil eines von Luxemburg bis Breslau verlaufenden Fernhandelswegs war und schon im 15. und 16. Jahrhundert „gulden strass” genannt wurde, beschäftigt sich Rainer Christoph seit mehr als drei Jahrzehnten. Für den Heimatpflegebund Pressath schärfte der Regionalgeschichtsforscher im Gasthaus Heining den Blick der rund 40 Vortragsbesucher auf die „Perlen”, die sich entlang dieser geschichtsträchtigen Straße aneinanderreihen.
Viele Städte und Orte hätten durch die „Goldene Straße” und die Schaffung des „neuböhmischen” Gebietes einen Entwicklungsschub und Bedeutungsgewinn erlebt, unterstrich der Referent. Kirchenpatronate, ehemalige böhmische Amtssitze, Namensgut und bildliche Darstellungen verwiesen heute noch vielerorts auf den Heiligen Wenzel oder auf Kaiser Karl. Heimatpflegebund-Vorsitzender Eckhard Bodner dankte Rainer Christoph für dessen Anregung, das Land „vor unserer Haustür” längs der alten Handelswege neu zu entdecken und über den „Tellerrand” der bayerisch-böhmischen Grenze hinauszublicken.