Trotz winterlicher Temperaturen kamen am Samstag zahlreiche Interessierte zu einem Baumschnittkurs auf einer Streuobst-Ausgleichsfläche in Brand (Opf.). Der Bund Naturschutz Tirschenreuth und die Gesellschaft für Pomologie und Obstsortenerhaltung in Bayern hatten zu dem praxisnahen Workshop eingeladen, der auf große Resonanz stieß.
Der stellvertretende BN-Kreisvorsitzende Wolfgang Schödel begrüßte die Teilnehmenden und freute sich über das rege Interesse. Mit der Pflanzung und Pflege alter Obstsorten werde ein wertvoller Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt geleistet, betonte er. BN-Vorstandsmitglied Gerald Hoch, zugleich im Arbeitskreis Naturschutz des FGV Brand aktiv, erläuterte die Entstehung der Fläche: Sie wurde als Ausgleich für den Neubau eines Verbrauchermarktes angelegt und erfreulicherweise in unmittelbarer Nähe umgesetzt.
Unter der fachkundigen Anleitung der zertifizierten Baumwartin Katharina Hage erhielten die Anwesenden fundierte Einblicke in den Erziehungsschnitt junger Hochstämme. Anschaulich erklärte sie, wie entscheidend eine gut aufgebaute, strukturierte Krone für die langfristige Entwicklung eines Obstbaumes ist. Demonstriert wurden fachgerechte Schnitttechniken, verschiedene Spreiz- und Bindemethoden sowie der sogenannte Klappschnitt, der insbesondere bei Apfelbäumen Anwendung finden kann. Auch das gezielte Ausbrechen von Knospen zur Steuerung des Wachstums wurde praxisnah gezeigt.
Deutlich wurde zudem, welche Folgen ein fehlender Pflanzschnitt haben kann: Auf der Fläche war dieser augenscheinlich unterblieben, was den späteren Pflegeaufwand erheblich erhöht. Direkt am Baum konnten die Teilnehmenden nachvollziehen, warum frühzeitige Maßnahmen die Grundlage für eine stabile Baumstruktur und eine reiche Ernte bilden.
Auch die Wahl des passenden Baumes wurde thematisiert. Neben der Sorte ist vor allem die Unterlage entscheidend, da sie Wuchsform und Endhöhe bestimmt. Praktische Hinweise zum Pflanzen und Veredeln rundeten das Programm ab.
Nach zwei informativen und kurzweiligen Stunden bedankte sich Wolfgang Schödel bei Katharina Hage für ihr großes Engagement und die Weitergabe ihres umfassenden Fachwissens.