Es ist eines der größten und prestigeträchtigsten Nachwuchsturniere Europas: Am vergangenen Wochenende lud das niederländische Venray zur bereits 51. Auflage seines internationalen Judo-Turniers. Mit der gigantischen Rekordkulisse von 2100 Anmeldungen aus 31 Nationen glich die Veranstaltung einer kleinen Europameisterschaft. Mittendrin: Ein Geschwisterpaar der DJK Ensdorf, das sich auf diesem absoluten Top-Niveau behaupten musste.
In der Altersklasse U11 (Gewichtsklasse bis 34 kg) stand Lukas Wittmann in einem dicht besetzten 32er-Teilnehmerfeld vor einer riesigen Aufgabe. Nach einem Freilos in der ersten Runde wartete im zweiten Kampf direkt der absolute Härteprüfstein: Der Ensdorfer musste gegen den Vorjahressieger aus Belgien auf die Matte. Lukas zeigte sich taktisch brillant eingestellt, dominierte den Kampf und entschied die Begegnung vorzeitig für sich.
Beflügelt von diesem Sieg war der junge Oberpfälzer nicht mehr zu bremsen: Auch seinen nächsten Kontrahenten, ebenfalls aus Belgien, bezwang er vorzeitig mit Ippon. In der vierten Runde machte Lukas gegen einen Kämpfer aus Luxemburg kurzen Prozess und siegte mit einer ausgeführten Bodentechnik weit vor Ablauf der Kampfzeit.
Das mit Spannung erwartete Finale entwickelte sich schließlich zu einer rein deutschen Angelegenheit. Doch auch im Endkampf ließ der Ensdorfer keinen Zweifel aufkommen: Mit einer unlösbaren Haltetechnik fixierte er den vorzeitigen Sieg und sicherte sich die Goldmedaille auf internationalem Parkett.
Schwester Lena Wittmann trat ebenfalls in den Niederlanden an und erwischte einen verheißungsvollen Start. In ihrer ersten Begegnung behielt sie die Nerven und verließ die Matte als verdiente Siegerin. In den darauffolgenden Runden musste sie sich jedoch der extrem starken internationalen Konkurrenz geschlagen geben. Nach zwei Niederlagen schied sie vorzeitig aus dem Turnier aus, nahm aber wertvolle Erfahrungen von diesem europäischen Spitzenturnier mit.
„2100 Starter aus 31 Ländern sind eine Hausnummer. Dass Lukas hier den Vorjahressieger schlägt und sich ungeschlagen Gold holt, ist ein außergewöhnlicher Erfolg für unseren Verein“, bilanzierte das Ensdorfer Trainerteam um Manfred Schmid sichtlich stolz.