Seit 1917 scheint die Streitfrage entschieden, damals wurde das einstige Obereschenbach im Landkreis Ansbach in „Wolframs-Eschenbach“ umbenannt zu Ehren des berühmten Minnesängers und Parzivaldichters Wolfram von Eschenbach. Jahrzehnte davor diskutierten die Geschichts- und Literaturexperten über die Herkunft des größten mittelalterlichen Dichters. dokumentiert durch die gegensätzlichen Standpunkte der fränkischen Befürworter, begründet durch Ortsnamen aus der Gegend die in seinen Werken aufscheinen, dagegen die oberpfälzer Fraktion vor allem durch seine eigene Aussage er sei ein Bayer.
Der Heimatverein Eschenbach i.d.Opf. wollte mit einer Exkursion nach Wolframs-Eschenbach den fränkischen Argumenten auf den Grund zu gehen. Mit Oskar Geidner, dem Stadtheimatpfleger der mittelfränkischen Kleinstadt hatten die Oberpfälzer einen kompetenten Begleiter an ihrer Seite, der sowohl im Literaturmuseum der Stadt, als auch bei einem ausführlichen Rundgang durch die schöne, historische Altstadt und die angrenzenden Dörfer Mittel- und Untereschenbach viele geschichtliche Zusammenhänge präsentierte, die die Namensgebung unterstützten.
Die Literaturprofessorin Cordula Kropick (Uni Bayreuth) hat bei einem Vortrag im Taubnschusterhaus bereits geurteilt: „Es gibt gute Argumente für das fränkische Eschenbach, allerdings ist es schon bemerkenswert, dass Wolfram von sich als einen Bayern spricht.“
So fasste Heimatvereinsvorsitzender Karlheinz Keck am Ende des Tages in Wolframs-Eschenbach die Meinung der Oberpfälzer zusammen: „Ein Restzweifel besteht.“