Eine amerikanische Luftaufnahme zeigt des RAD-Lager an der Pressather Straße. (Bild: Walther Hermann)

Barackenleben: Reicharbeitsdienst- und Flüchtlingslager

Es ist zwar nur ein Vierteljahrhundert Zeitgeschichte, die seit 16. April im Museum „Beim Taubnschuster“ in Bild und Text lebendig gemacht wird. Die Ausstellung „Barackenleben“ mit ihren Teilbereichen Reichsarbeitsdienst (RAD), Pflichtjahr, Wehrertüchtigung und Flüchtlingsunterkunft lässt jedoch Geschehnisse lebendig werden, wie sie sonst mit dieser Wertigkeit in keinem anderen vergleichbaren Zeitabschnitt der Lokalgeschichte stattgefunden haben. Karlheinz Keck eröffnete die Ausstellung mit nachdenklichen Worten, sah in dem in den 1930er Jahren für den RAD entstandene Barackenlager „geradezu ein Symbol für diese unheilvolle Zeit“, jedoch nach Kriegsende eine willkommene Unterkunft für Heimatvertriebene, „die froh waren ein Dach über dem Kopf zu haben, mit denen die Einheimischen zunächst aber möglichst wenig zu tun haben wollten“. Er räumte ein, dass ursprünglich geplant war, das Thema der Ausstellung in Zusammenarbeit mit Schülern des Gymnasiums im Rahmen eines historischen Proseminars zu erarbeiten und bedauerte es, dass nicht genügend Schüler bereit gewesen waren, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Neben den thematisch geordneten Ausstellungsbereichen lenkte er die Aufmerksamkeit der Gäste auf gereinigte und restaurierte Deckenbalken mit Parolen der 1930er Jahre, auf einen Originalspind des RAD und Gegenstände wie Spaten, Stiefel, Porzellangeschirr und gar ein Poesiealbum mit Zeichnungen und NS-Sprüchen. Im Einzelnen beschrieb Keck die Leistungen und Beiträge von zehn Mitarbeitern, die in unterschiedlichster Form zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben. Er erhoffte sich bis 25. Oktober noch viele Besucher (jeweils sonntags 14 bis 17 Uhr mit Kaffee, Kuchen und Zoigl), aber auch, dass Schulklassen den Weg ins Museum finden: „Vielleicht erkennt mancher, der sich heute eine kritische Haltung zu unserer Demokratie angewöhnt hat, wie alternative, autoritäre Staatsformen mit den Menschen umgehen.“
Das gesamte Ensemble der Aufführung „Bike to the Roots“ mit Schauspielgruppe, sowie dem engagierten Technik-Team, das mit Licht und Ton zum gelungenen Theaterabend beitrug.  (Bild: Walter Thurn)

Kemnather Schulbühne wird zum mitreißenden Tatort-Erlebnis

Vorhang auf und Bühne frei hieß es am Donnerstagabend für die Schauspielgruppe der Realschule am Tor zur Oberpfalz. Nach wochenlangen, intensiven Proben führten sie ihr selbst verfasstes Stück „Bike to the Roots“ in der Aula auf und bespielten ein ausverkauftes Haus. Es ging um einen mysteriösen Diebstahl in der „von Anhalt Fahrrad GmbH“, spannende Ermittlungen durch die Polizei, falsche Verdächtigungen und eine rebellische Girls-Gang. Die grandiose Schauspielleistung aller Mitwirkenden wurde durch die musikalische Begleitung des Stücks durch den Schulchor sowie die Lehrerband unter Leitung von Anna-Maria Beck stimmungsvoll begleitet und unterstützt. Rap, Solo-Gesang und Chorstücke ergaben mit den Bühnenereignissen ein mitreißendes Gesamtwerk, das sich auch Ehrengast und ehemaliger Schulleiter German Helgert nicht entgehen ließ. Die Schülerinnen und Schüler boten ihren Gästen ein kurzweiliges, unterhaltsames Abendprogramm mit Witz, Spannung, viel Gefühl und bezauberndem Charme und verwandelten die Aula der Schule in einen Tatort, der sich wahrlich sehen lassen konnte. Reibungslose Umbauten und das Beherrschen der umfangreichen Ton- und Lichttechnik der Aula durch das Schüler-Technik-Team mit Herrn Michael Knott und Herrn Walter Thurn legten den Grundstein für den unvergesslichen Theaterabend. Großer Applaus und Standing ovations eines begeisterten Publikums würdigten am Ende zu Recht die überragende Gesamtleistung aller Beteiligten. Die verantwortlichen Lehrkräfte Miriam Hollering und Juliane Kraus sowie Schulleiter Holger König waren stolz auf die gelungene Umsetzung und den großartigen Erfolg.
Hauptmann d.R. Cristof Rolland (rechts) und Bürgermeister Marcus Gradl (links) zeichneten mit Urkunden und Ehrennadeln aus:(ab 3. von links) Hauptgefreiten d.R. Gerhard Richter, Stabsgefreiten d.R. Franz Meier, Oberfeldwebel d.R. Hans Bscherer, Oberleutnant d.R. Wolfgang Thurn, Obergefreiten d.R. Johann Rupprecht und Hauptmann d.R. Walther Hermann. Peter Teschke (2. v.li.) appellierte an die Versammlung: „Macht weiter so!” (Bild: Walther Hermann)

260 Jahre Mitgliedschaft beim Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr

Rückschau auf ein Vereinsjahr, das von Geselligkeit viel Militärhistorie geprägt war, hielt die Reservistenkameradschaft. Bei der gutbesuchten Jahreshauptversammlung erinnerte Vorsitzender Johannes Schreglmann an eine Vielzahl militärischer Auseinandersetzungen der beiden vergangenen Jahrhunderte, mit deren Anlässen, Geschehnissen und Auswirkungen sich die ehemaligen Angehörigen der Bundeswehr bei ihren Monatsversammlungen befasst haben. Dazu zählte er: Biafra-Krieg in Nigeria (1967-1970), Schlacht um Okinawa (1945), erste Seeschlacht 2. Weltkrieg vor La-Plata-Mündung (1939) und Falklandkrieg Argentinien-Großbritannien (1982). „Wir erinnerten auch an das Bayerische Hilfskorps aus Amberg für König Otto in Griechenland von 1833 bis 1835, an den Einzug von US-Truppen in Eschenbach 1945, an die Heeresübung „Große Rochade“ 1975., an der mehrere unserer Mitglieder teilnahmen, und an aktuelle Aufrüstungsmaßnahmen Tschechiens“, ergänzte Schreglmann und sprach von der Teilnahme an sicherheitspolitischen Seminaren der Kreisgruppe, am Gedenken zum Volkstrauertag, an Bürgerfest, Gruselspaziergang und Festlichkeiten örtlicher Vereine. Nach einem positiven Kassenbericht durch Christoph Zimmermann und einem Rückblick auf die Sammelergebnisse für den Volksbund Kriegsgräberfürsorge durch Walther Hermann zeichneten Kreisvorsitzender Cristof Rolland und Bürgermeister Marcus Gradl sechs Mitglieder für insgesamt 260 Jahre Mitgliedschaft beim Reservistenverband aus: 25 Jahre: Wolfgang Thurn; 40 Jahre: Hans Bscherer, Franz Meier und Gerhard Richter; 55 Jahre. Johann Rupprecht; 60 Jahre: Walther Hermann.


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