Die Burg Neuhaus wurde nach der zeitlichen Einordnung ins 11. Jahrhundert und den Vermessungen des Architekturbüros Tarnai durch Matthias Helzel rekonstruiert. (Bild: Matthias Helzel)

„Burgenreicher” Barbaraberg

In der Tradition des ehemaligen Burschenvereins Speinshart stellte der Eschenbacher Burgenforscher Matthias Helzel am diesjährigen Dreikönigstag die historischen Erkenntnisse um die Hochebene des Barbarabergs in den Fokus. Die ca. 10 km² umfassende Hochebene zwischen dem Haidenaab- und Creußental erstreckt sich vom Barbaraberg bis zum Judenberg (bei Pressath) und wird im Volksmund „Miega” genannt. Bereits 1280 wird eine „Villa Mirga” im Salbuch des Herzogtums Bayern - zum Amt Eschenbach gehörig - erwähnt. Es ranken sich seit jeher viele Mythen um diesen untergegangenen Ort. Heute sind nur noch Flurnamen erhalten, wie Miegagraben, Miegafelder, Miegahut. Eine konkrete Lokalisierung war bisher nicht möglich. Vom Barbaraberg erhalten wir die bisher einzigen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Miega. Die archäologischen Grabungen aus 1992/93 brachten über 160 Grabstätten - datiert vor dem 10. Jahrhundert - und die Vorgängerbauten der heutigen Kirchenruine zu Tage. Die Dörfer Preißach und Pichlberg liegen beide in Hanglage zur Miega und waren frühe Adelssitze. In Pichlberg ist von 1339 bis 1503 das regional einflussreiche Geschlecht der Erlbeck nachgewiesen. In Preißach sehen wir sogar noch Mauerreste der ehemaligen Burg. Auf der ältesten Karte des Amtes Eschenbach von 1568 sind repräsentative Gebäude in beiden Ortschaften deutlich erkennbar. Wahrscheinlich sind diese Ansitze nach den verheerenden Zerstörungen des 30-jährigen Krieges nicht mehr aufgebaut worden. Matthias Helzel haben wir die Entdeckung der Burg Neuhaus zu verdanken. Direkt neben der Quelle des „Neuhauser Brunnens” bei Zettlitz liegt der urkundlich unerwähnte Burgstall. Die Gräben und bearbeiteten Steine sind im Gelände noch gut zu erkennen. Die interessierten Teilnehmer des Vortragsabends in Süßenweiher - organisiert durch den Heimatverein Eschenbach - staunten nicht nur über die verborgenen sagenhaften Reichtümer der Miega, sondern vor allem über die geschichtlichen Schätze unserer Heimatregion.
Die klösterliche Atmosphäre verstärkte die Eindrücke der Erkenntnisse aus dem Leben des Heiligen Wolfgang.  (Bild: Kornelia Götz )

Wolfgang als Förderer der humanistischen Bildung

Anlass zum Gedenken an den Schutzpatron des Bistums Regensburg Wolfgang war sein Geburtstag vor 1.100 Jahren. Im Zentrum des Vortrags im Musiksaal des Kloster Speinshart stand sein Leben und Wirken. Eingeladen hatte die KEB, die IBKS und der Heimatverein Eschenbach. Wolfgang (*ca. 924 +994) stammte aus einfachen Verhältnissen. Das Schicksal führte ihn in jungen Jahren ins Kloster Reichenau. Klöster waren zu seiner Zeit die einzige Möglichkeit, sich Bildung anzueignen. Die Freundschaften unter seinen Mitschülern und Wertschätzung seiner Fähigkeiten eröffneten ihn den gesellschaftlichen Zugang bis in die Herrscherdynastien im Heiligen Römischen Reich. Auf die Förderung der Bildung konzentrierte sich auch seine Arbeit als Bischof von Regensburg ab 972. Im 10. Jahrhundert war der Bischof auch gleichzeitig Abt des Kloster Emmeram. Durch die Trennung dieser Ämter war es dem Kloster fortan möglich, sich im Sinne der monastischen Regeln darauf zu konzentrieren, Wissen zu vermitteln und durch die Schreibstuben, Skriptorien genannt, Wissen zu verbreiten. Wolfgang gilt auch als Erzieher des späteren Kaisers und Bamberger Bistumsgründer Heinrich II. Heute findet Bildung nicht mehr in Klöstern sondern in Schulen bzw. Hochschulen statt. Diese historische Brücke „Kloster trifft Hochschule” durften die Teilnehmer durch den fundiert kundigen Referent Klaus Unterburger, Professor für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität München, „live” miterleben. Unterburger empfahl auch einen Besuch des Wallfahrtsorts St. Wolfgang am Wolfgangsee. Während kriegerischer Unruhen in Regensburg floh Wolfgang seinerzeit in das Kloster Mondsee. Dort wird er seither als Fürsprecher verehrt.

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