Friedrich Wölfl und Christina Ponader vom Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth haben sich Anfang 2026 in Kooperation mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit einem besonderen Projekt gewidmet und Workshops zum Thema „Kommunalpolitik“ in verschiedenen Schulen und Vereinen angeboten.
Die jungen Menschen hatten Vorarbeit zu leisten und Basisinformationen zu ihrer Gemeinde recherchiert. In einen Workshop 90 bis 120 Minuten näherten sie sich dann anhand von Illustrationen den Kernfragen: Was sind Pflichtaufgaben der Kommune, was freiwillige Leistungen? Die Zwänge der Kommunalpolitik und die Relevanz der finanziellen Bedingungen wurden schnell offenbar. In einer anschaulichen Übersicht wurden den jungen Menschen die Zuständigkeitsbereiche der Kommune und des Landkreises in inklusiver Form vorgestellt.
In der zweiten Phase formulierten die jungen Menschen, was ihnen an ihrem Ort besonders gefällt bzw. missfällt, aber auch was sie sich dringend von den Stadt- und Gemeinderäten wünschen. Niedrigere Döner-Preise, kostenloser Eintritt ins Eisstadion, ein Stadtbus oder ein Angelplatz waren dabei.
Mit diesen Ergebnissen konnte in der Gruppe weitergearbeitet werden oder ein Gespräch mit dem Bürgermeister angestoßen und vorbereitet werden. Vor der Kommunalwahl gab es noch eine kurze Wahlinformation.
Anschlussmöglichkeiten waren: das Modell weitertragen in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder der Jugendarbeit, eine Fortsetzung im Fachunterricht oder mit einer Sprechstunde beim/bei der Bürgermeister:in, Durchführung einer U18-Wahl an der Schule, ein Aktionstag in der Gemeinde.
Die Durchführung mit verschiedenen Alters- und Zielgruppen hat bewiesen, dass mit dem richtigen Format junge Menschen für Kommunalpolitik begeistert werden können und politische Bildung vor Ort nach wie vor notwendig und ein wesentlicher Baustein guter Ortsentwicklung ist.