Die „Demokratie-Werkstatt” des Netzwerks Inklusion unter der Leitung von Christina Ponader und Friedrich Wölfl ging dem Thema bei einer Fahrt am 25. April nach. 21 Teilnehmer:innen mit und ohne Behinderung nahmen am bewährten Format aus Information und praktischem Erleben teil. Start war im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Tirschenreuth mit Gerhard Gradl, dem Bereichsleiter Landwirtschaft und Schulleiter. Er gab einen Einblick in die Naturräume im Landkreis. Schwerpunkt im Landkreis ist die Milchviehhaltung. Er erläuterte anschaulich den Weg „von der Milch zum Glas“ und sprach von Laufställen und Öko-Prämie bei Weidehaltung, die Kosten für eine automatische Melkeinheit, die Rolle von Proteinen und Stickstoffen. Die Zahl der Betriebe sinkt insgesamt, aber die Produktivität steigt: 1949 ernährte ein Landwirt umgerechnet 10 Personen, 2023 sind es schon 147. In Deutschland können wir uns im Bereich der Landwirtschaft zu 80% selbst versorgen und müssen nur wenig importieren. Gefragt nach den gestiegenen Kontrollanforderungen, die viele Landwirte beklagen, antwortete er mit einem Perspektivwechsel. „Der Zusammenhang zwischen Kontrolle und Fördermitteln, Notwendigkeit von Planung, Nachhaltigkeit und eigener Kosteneffizienz ist nicht von der Hand zu weisen.“ Aus seiner Sicht hilft hier eine gute Informationsweitergabe und Qualifizierung.
Im praktischen Teil besuchte die Straußenfarm Mitterhof als Nutzierarche und Erlebnishof in Waldsassen. Kerstin und Matthias Frank erklärten die Haltung von Straußen, Wollschweinen, Sattelschweinen und Fuchsschafen. Sie gaben Einblick in ihre Standards der Tierhaltung, der Vermarktung im Hofladen und den inklusiven Arbeitsplatz auf dem Hof. Abschließend gab es einen Imbiss im Hof-Café. Das Fazit: „Es war wieder sehr anschaulich und interessant. Alle konnten etwas mitnehmen.“
Dank geht an die vhs des Landkreises Tirschenreuth als Kooperationspartner und die Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“.