Am Kelheimer Supertalent Moritz Ramming (links) scheiterte Paul Flierl noch. Doch danach war der Amberger kaum noch zu stoppen. (Bild: Jürgen Zeitler)

Flierl und Zeitler überraschen bei Schachbezirksmeisterschaft

Erneut sehr erfolgreich verlief die Oberpfalzmeisterschaft im klassischen Schach für die SF Haselmühl/Amberg. Vier Tage lang kämpfte in Oberviechtach ein Amberger Quintett um Punkte. Ein überragendes Turnier spielte dabei Paul Flierl: Als Aufsteiger und Außenseiter in der Meisterklasse 1 an den Start gegangen, lieferte der 19-Jährige eine zweite Turnierhälfte zum Zungeschnalzen. Mit detaillierter Theorievorbereitung und scharfem Blick auf die sich bietenden Chancen ließ er die Favoriten reihenweise stolpern und holte sich beim Sieg des Regensburgers Lennart Uphoff am Ende mit fünf von acht Punkten einen sensationellen fünften Platz im Wettbewerb der stärksten Spieler der Oberpfalz. Dort darf sich im kommenden Jahr auch Jürgen Zeitler einer übermächtigen Herausforderung stellen. Nicht minder überraschend sicherte dieser sich nämlich in der Meisterklasse 2 nach einem überdurchschnittlich gut absolvierten Turnier und einem mächtigen Endspurt am Schlusstag mit 5,5 aus acht Punkten Platz vier, der zum Aufstieg ins Bezirks-Oberhaus berechtigt. Gerhard Wiesgickl landete mit vier aus acht im Mittelfeld der M2 und zeigte sich nicht unzufrieden mit dem Abschneiden. Ebenso zufrieden war der als Underdog in die M2 gestartete Nicolas Fritsch, der zunächst schwer ins Turnier kam, aber am Ende mit drei aus acht Punkten und spektakulärem Angriffsschach zu gefallen wusste. Erste Turniererfahrung durfte Mark Honcharenko in der Einsteigerklasse M4 sammeln, und der 13-jährige Neuling machte seine Sache mit drei von sechs Punkten gut.
Altmeister Heinz Däubler (vorne links) und Paul Flierl (im Hintergrund links) machten den Anfang beim abschließenden 8:0-Kantersieg gegen den SC Cham. (Bild: Gerald Rösch)

Amberger Schachspieler steigen auf

Die Rückkehr in die Oberpfalzliga ist perfekt. Die letzten theoretischen Zweifel beseitigte im abschließenden Heimspiel gegen Schlusslicht SC Cham Gerhard Franz, als er nach frühem Figurengewinn gegen Josef Weber auf 3:0 stellte. Bereits zuvor hatten Heinz Däubler und Paul Flierl ihre Partien gewonnen. Däubler verschaffte sich trotz Minusqualität eine Kette von Freibauern, die Jakob Mühlbauer gar nicht erst aufzuhalten versuchte. Flierl nutzte gegen Leo Horn die erste Möglichkeit, auf dem Königsflügel vorzurücken und überspielte seinen Gegner ebendort schnell. Helmut Appel griff bei der ersten sich bietenden Gelegenheit an. Gegner Heinrich Middendorf verlor beim Abwehrversuch eine Figur und bald darauf die Partie, während Jürgen Zeitler gegen Roland Heigl im Mittelspiel mit einem hübschen Mattnetz auf 5:0 stellte. Es lief weiter wie am Schnürchen: am Spitzenbrett geriet Gerald Rösch gegen Shivam Shivam zwar unter Druck, befreite sich jedoch mit einem Springerausfall sehenswert und drehte die Partie. Anatoli Vinogradov hatte Carsten Müller bald überspielt und ließ sich auch nicht in eine abschließende Falle locken. Am meisten Geduld brauchte Wolfgang Reindl, doch beim Übergang ins Damenendspiel erkannte auch er einen Fehler von Eckhard Langer und nutzte diesen präzise zum 8:0-Kantersieg. Der Aufstieg ist nach einer starken Saison damit geschafft, während die zweite Mannschaft trotz eines 3:5 in Schwandorf die Klasse gehalten hat.
Der Moment der Entscheidung: Rösch (rechts) hat Vasiceks Springer soeben zur Untätigkeit verdammt. (Bild: Jürgen Zeitler)

Schach-Bezirksliga: Unentschieden im Spitzenspiel

Keine Vorentscheidung in der Schach-Bezirksliga: die SF Haselmühl/Amberg und der SC Furth i. W. trennten sich im Spitzenspiel 4:4. Für die Hausherren gab es durch Wolfgang Reindl und Gerhard Franz zwei sehr schnelle Remispartien. Der erste volle Punkt ging an die Gäste aus Furth. Jürgen Zeitler schwächte gegen Sergej Patronov ohne Not seine Rochadestellung und bekam diese nicht mehr verteidigt. Anatoli Vinogradov stand gegen Altstar Maximilian Riedl zwischenzeitlich ebenfalls schwer unter Druck, konnte sich aber ins Remis retten. Richard Dötterl vergab zwar gegen Franz Staffler zwischenzeitlich einen schönen Vorteil, blieb jedoch immer Herr der Lage und verwertete einen zeitnotbedingten Fehlgriff seines Gegners sicher zum Ausgleich. Als sich dann Paul Flierl gegen den favorisierten Jiri Tochor aus recht aussichtsloser Situation in ein Turmendspiel mit Minusbauern retten und dieses auch halten konnte, keimte Hoffnung auf, auch wenn Joachim Ströhl schnell auf Brett und Uhr unter Druck geriet. Nach seiner Aufgabe hing alles am Amberger Spitzenbrett. Dort musste Gerald Rösch das Unentschieden für die Hausherren sichern. Nachdem er gegen Martin Vasicek in einer spektakulären Partie zunächst ins Hintertreffen geraten war, konsolidierte er sich und hatte nach über fünf Stunden den längeren Atem. Eine kleine Ungenauigkeit von Vasicek nutzte Rösch zum siegbringenden Gegenschlag. Für die zweite Mannschaft hingen die Trauben beim 1,5:6,5 in Erbendorf indes zu hoch. Mehr als Achtungsremisen für Gerhard Schindzielorz, Gerhard Wiesgickl und Martin Weigl war nicht zu holen.

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