Eine Stimme konnte für einen der vier Beiträge vergeben werden (Bild: Hans Walter)

Nachhaltig gegen Cybermobbing: Video-Wettbewerb an der Grund- und Mittelschule Pressath

Auslöser war ein Aktionstag des „Bündnisses gegen Cybermobbing”, der im Dezember für alle Klassen der Mittelschule Pressath angeboten und der zudem von einer Lehrerfortbildung begleitet wurde. Der sollte aber eben nicht nur ein einmaliger Aktionstag sein, sondern auch nachhaltig wirken und für eine intensive Auseinandersetzung mit der brisanten Thematik sorgen. Dazu brachten Lehrerinnen und Lehrer sowie die Jugendsozialarbeiterin Laura Frank ihre Ideen für die Weiterarbeit ein und entschieden sich letztlich für ein digitales Format. Unter Federführung von Lehrerin Ingrun Bäumler wurde ein Video-Wettbewerb organisiert, an dem sich die Klassen der 5. bis 8. Jahrgangsstufe beteiligten. Die Schülerinnen und Schüler bewiesen beim Nachstellen von Fallbeispielen ihr schauspielerisches Talent, führten aber auch Interviews: Lehrer Jan Wiltsch kam dabei ebenso zu Wort wie Jugendsozialarbeiterin Laura Frank oder der Jugend-Kontaktbeamte der Polizei-Inspektion Eschenbach, Polizei-Oberkommissar Martin Behrendt. Im Medienraum der Schule wurden die dabei entstandenen Aufnahmen allen Schülerinnen und Schülern der Mittelschule präsentiert, die dann ihre Stimme für einen der Clips abgeben konnten – nicht aber für den der eigenen Klasse. Eine weitere Vorführung schließt sich dann im Rahmen eines Elternabends an, bei dem auch eine Vertreterin des Bündnisses gegen Cybermobbing anwesend sein wird. Gekürt wird dabei die Siegerklasse des Wettbewerbs, die sich auf einen Museums-Ausflug nach Nürnberg freuen kann. „Cool, dass wir mit diesem Format auf die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen eingehen konnten”, bilanzierte Laura Frank, „und dass dem Ideenreichtum der Kids genügend Raum gegeben wurde”.
Wichtiger Unterricht und Proben dürfen nicht verpasst werden: Die Streitschlichter der Mittelschule vermitteln bei Konflikten (Bild: Laura Frank)

Unparteiisch und neutral: Streitschlichterausbildung an der Mittelschule Pressath

„Wir helfen dir, wenn du Ärger mit Mitschülern hast” – lautet das zentrale Versprechen der von der Jugendsozialarbeiterin Laura Frank neu ausgebildeten Streitschlichter(innen). Sophia, Elly, Franzi und Fabrice nehmen sich Zeit für ihre Mitschüler, sind unparteiisch und erzählen nichts weiter. Konflikte zwischen Schülerinnen und Schülern sind vollkommen normal im Schulalltag. Doch wenn sich Auseinandersetzungen verhärten, kann das Klassenklima und natürlich das Wohlbefinden der Betroffenen massiv beeinträchtigt werden. Oftmals fällt es Schülerinnen und Schülern leichter, sich an andere Kinder bzw. Jugendliche zu wenden als an Lehrkräfte. Gleichaltrige reagieren häufig sensibler auf die typischen Probleme der Jugendlichen. So werden Unterrichtsstörungen reduziert und die Lehrerinnen und Lehrer entlastet. Die Ausbildung zum Streitschlichter bzw. zur Streitschlichterin besteht aus einem umfangreichen Streitschlichtungsprogramm, einen Schwerpunkt bilden praktische Übungen wie Rollenspiele und das Erlernen von Gesprächstechniken. Selbstverständlich können alle mitmachen, die sich für das Projekt interessieren und für diese Rolle geeignet sind. Sie müssen in der Lage sein, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, aktiv zuzuhören und konstruktive Gespräche zu führen und zusammenzufassen. Darüber hinaus ist Teamfähigkeit eine unabdingbare Kompetenz. „Wir helfen gerne, wenn es Streit gibt und suchen gemeinsam nach einer Lösung”, beschreibt das Team seine Motivation, „und meistens gelingt uns das auch.” Freilich sind der Arbeit der Streitschlichter Grenzen gesetzt: In Fällen von schwerem Mobbing oder gar physischer Gewalt sind weiterhin die Jugendsozialarbeiterin und die Lehrkräfte gefordert.

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