Mit lautem Klappern erinnerten die Ministranten in Eslarn während der Karwoche an die bevorstehenden Gottesdienste. Da die Kirchenglocken von Gründonnerstag bis zur Osternacht traditionell schweigen, übernahmen sie mit ihren hölzernen Ratschen diese Aufgabe. In mehreren Gruppen zogen die Kinder und Jugendlichen durch die Straßen und kündigten die Gebetszeiten an. Der Brauch des „Ratschens“, bei dem Holzschlaginstrumente ein monotones Knattern erzeugen, reicht bis ins Mittelalter zurück und ist seit dem 18. Jahrhundert verbreitet. Das Geräusch steht symbolisch für die Trauer der Karwoche und ersetzt auch die sonst üblichen Altarschellen. Am Karfreitag und Karsamstag waren die Ministranten im Ortsgebiet unterwegs, bevor sie am Abend des Karsamstags zur Osternachtfeier einluden. Mit deren Beginn verstummten die Ratschen wieder. Organisiert wurde die Aktion von Kirchenpflegerin Nicola Hummer. Pfarrer Udo Klösel und Pfarrvikar Basil dankten allen Beteiligten für ihren Einsatz.