Am Karsamstag trafen sich die Ministrantinnen und Ministranten, um mit besonderen Lärminstrumenten die bevorstehende Liturgie anzukündigen. Eine große Holzratsche, auch Schnarre genannt, ist ein traditionelles Lärminstrument, das durch Drehung ein sehr lautes, knatterndes Geräusch erzeugt. Mit ihren Holz- oder Plastik-Ratschen zogen die Gottesdiener durch die Straßen und luden die Gläubigen zur Osternachtfeier in die Pfarrkirche ein. Am Abend erklang das traditionelle Instrument ein letztes Mal – ein Zeichen für das Ende der stillen Tage. Die Osternacht, gefeiert in der Nacht zum Ostersonntag, gilt als der wichtigste Gottesdienst im Kirchenjahr. Im Mittelpunkt steht die Auferstehung Jesu Christi und damit die Hoffnung auf den Sieg des Lebens über den Tod. Die Feier wurde im Beisein von Gemeindereferent Benedikt Eckert und der Praktikantin Angelina Wallmeyer von Pfarrvikar Dr. Basil Bazir Ngwega zelebriert. Die Liturgie folgte ihrer klassischen vierteiligen Struktur und begann bei Einbruch der Dunkelheit mit der Lichtfeier. Vor der Kirche wurde das Osterfeuer gesegnet, an dem die neue Osterkerze entzündet wurde – Symbol für Christus als Licht der Welt. In einer feierlichen Prozession zog der Priester mit dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi – Christus, das Licht“ in die zunächst dunkle Kirche. Es folgten Lesungen aus dem Alten Testament, die die Heilsgeschichte nachzeichneten, sowie das feierliche Osterlob des Kirchenchors. Nach dem ersten „Halleluja“ seit Beginn der Fastenzeit erhellte sich die Kirche. Während das Licht der Osterkerze an die Gläubigen weitergegeben wurde, erfüllten Orgelklang und das festliche Läuten der Glocken den Raum. Mit dem Gloria endete hörbar die Zeit der Stille seit Gründonnerstag. Die zuvor dunkle Kirche erstrahlte nun im vollen Licht. Nach den Lesungen und Evangelium stellte Pfarrvikar Basil in seiner Predigt die Botschaft der Auferstehung in den Mittelpunkt. Er spannte den Bogen zur Gegenwart, die von Krisen und Kriegen geprägt ist, und betonte die Verantwortung des Menschen, das von Gott geschenkte Leben zu schützen und zu bewahren. Der dritte Teil der Feier, die Taufliturgie, umfasste die Segnung des Taufwassers sowie der mitgebrachten Speisen und Kerzen der Kommunionkinder. Die Gläubigen erneuerten ihr Taufversprechen und wurden mit Weihwasser besprengt. In den Fürbitten brachte die Gemeinde ihre Anliegen vor Gott. Den Abschluss bildete die Eucharistiefeier als österliches Freudenmahl, in der die Gemeinschaft mit Christus und untereinander besonders erfahrbar wurde. Mit dem feierlichen Segen und der Entlassung, begleitet vom österlichen Gesang, endete die Osternacht. Im Anschluss gedachten die Angehörigen der Pfarreiengemeinschaft bei einer Lichterprozession zum Friedhof auch der Verstorbenen. So wurde in dieser besonderen Nacht eindrucksvoll der Übergang vom Tod zum Leben gefeiert – ein zentrales Geheimnis des christlichen Glaubens, das die Gläubigen in festlicher und hoffnungsvoller Atmosphäre miteinander erlebten.