Die Premiere des städtischen Hutschaabends am 18. März im Schönseer Zächhaus war ein voller Erfolg. Tanja Bentele lud als Leiterin der Hutschaabende zum ersten gemeinsamen Klöppelmittwoch ein und freute sich über den großen Zuspruch, den sie schon im Vorfeld der Veranstaltung erhielt.
Ins Leben gerufen wurden die Spitzenabende einst von der Klöppelkoryphäe Monika Gebhard, die man in Schönsee als „Kuttner Hilde“ kennt. Nachdem sie aber kürzertrat, war es mit dem gesellschaftlichen Event erst einmal vorbei. Unter einem solchen Verlust leidet natürlich auch die alltägliche Pflege des immateriellen Kulturerbes. Die Stadt Schönsee, genauer gesagt Bürgermeister Reinhard Kreuzer und Tanja Bentele waren sich einig, dass sich dieser Zustand schnellstmöglich ändern müsse. Und schon war eine neue Verbundenheit geknüpft und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit besiegelt. Die Hutschaabende als städtische Veranstaltungen, unter der Leitung der passionierten Klöpplerin Tanja nahmen schnell Form an.
Als Bürgermeister Reinhard Kreuzer dann die Klöpplerinnen zur Premiere begrüßte und das obligatorische „Hutschaabend-Brot-und-Streichwurst-Buffet“ eröffnete, gesellte sich noch ein Überraschungsgast zu der Runde: „Die Mutter aller Hutschaabende“ Hilde Kuttner ließ es sich nicht nehmen, selbst dabei zu sein. Mit einem begeisterten „Hurra“ wurde sie von allen begrüßt und freute sich über die vielen Teilnehmer. Denn nicht nur aus Schönsee, Gaisthal und Preißhof waren Handarbeiterinnen dabei – der Hutschaabend zog sogar Damen aus Dieterskirchen, Rötz und Weiden an. Viele von ihnen kennen sich von früheren Treffen, hatten sich aber lange nicht gesehen. Entsprechend bestand ein enormer „Ratsch-Nachhol-Bedarf“, wie sie lachend die Notwendigkeit der Wiederbelebung der Hutschaabende unterstrichen. Das Wiedersehen schaffte eine Atmosphäre reiner Freude. Aber auch neue Gesichter waren in der Runde zu finden, die alsbald ein ähnlich glückliches Lächeln zierte. Denn es war egal, ob geklöppelt, gehäkelt oder gestrickt wurde – alle wurden sofort liebevoll von Tanja Bentele und der bereits gewachsenen Klöppel-Gemeinschaft aufgenommen.
Tanja und Hilde waren sichtbar in ihrem Element und unterstützten bei sämtlichen Fragen oder gaben erste Einblicke für die, die erst einmal in die Klöppelkunst hineinschnuppern wollten. Bürgermeister Reinhard Kreuzer sicherte zu, eine Lösung zu finden, damit die Spitzenkünstlerinnen ihre Utensilien zwischen den Terminen im Zächhaus lagern können. Die Organisatorin vonseiten der Stadt bemüht sich, dies bis zum nächsten Termin am 15. April umzusetzen. Jedoch müssen erst geeignete Unterbringungsmöglichkeiten geprüft werden. Unabhängig davon freut sich Tanja Bentele auf den nächsten Termin und über alle Teilnehmer – unabhängig von der Art der Handarbeit, die man in diesem Kreis ausführt: „Die Gemeinschaft ist das Wichtigste“.