Bei kühlem, aber sonnigen Frühlingswetter fand am Vorabend des Palmsonntags an der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt die feierliche Palmweihe statt. Zahlreiche Gläubige, darunter viele Kinder mit ihren im Kindergarten gebastelten Palmzweigerl, versammelten sich im Pfarrhof, wo Dekan Alexander Hösl die Besucher herzlich begrüßte und die Palmbuschen segnete.
Bereits im Vorfeld des Gottesdienstes herrschte reges Treiben; viele Böhmischbrucker und Besucher aus den Außenorten nutzten die Gelegenheit, die vom Pfarrgemeinderat liebevoll gestalteten Palmbuschen sowie dekorative Ostergegenstände aus Naturmaterialien zu erwerben. Die farbenfrohen Sträuße und handgefertigten Schmuckstücke fanden binnen kurzer Zeit großen Anklang und wechselten rasch ihre Besitzer. Sogar Mesner Helmut Zwack trug ein Minipalmbüscherl am Revers.
In seiner Ansprache ging Dekan Hösl auf die tiefere Bedeutung des Palmsonntags ein. Dieser erinnere an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem ihm die Menschen mit Palmzweigen zujubelten und „Hosianna“ riefen, ohne zu ahnen, welche dramatischen Ereignisse die kommende Woche bringen würde. Zwischen jubelnder Erwartung und dem Leidensweg Jesu spanne sich ein Bogen, der bis zur Auferstehung reiche. Stefanie Namberger, Daniela Ogarek und Gabriele Buchbinder fungierten als Lektoren und verlasen die Passion.
Auch heute, so Hösl, stünden die Gläubigen an diesem Übergang. Die Karwoche konfrontiere mit grundlegenden Fragen des Lebens. Hoffnung und Verzweiflung, Vertrauen und Angst, Leben und Tod. Jesus begegne dem Unrecht nicht mit Gewalt, sondern durchbreche den Kreislauf von Schuld und Gegengewalt. Er stelle sich an die Seite der Leidenden, der Schwachen und Ausgegrenzten und lasse sie nicht allein.
Diese Botschaft sei auch für die Menschen von heute von großer Bedeutung. Gerade in schwierigen Zeiten gebe der Glaube Halt und Zuversicht. Der Weg Jesu ende nicht im Grab, sondern führe durch das Dunkel hindurch ins Leben, eine Hoffnung, die über den Palmsonntag hinaus in die Karwoche hineintrage.
Gestärkt durch diese Worte und die feierliche Atmosphäre endete der Gottesdienst. Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher wurden mit Vertrauen und Hoffnung in die bevorstehende Heilige Woche entlassen; mit der Einladung, die Kreuzwege, Andachten und Gottesdienste gerne mitzufeiern.