Mit einer eindrucksvollen Liturgie und zahlreichen Gläubigen wurde in Böhmischbruck die Osternacht gefeiert. Nach Einbruch der Dunkelheit segnete Pfarrer Ronald Liesaus im Pfarrhof das Osterfeuer und eröffnete damit die Feierlichkeiten der wohl bedeutendsten Nacht im Kirchenjahr.
Im Anschluss zog er mit einer großen Schar von Ministranten in die zunächst völlig dunkle Pfarrkirche ein. Nur das Licht der Osterkerze und der Fackeln wies den Weg. Mit jedem Schritt in Richtung Altarraum wurde es heller. Nach und nach entzündeten die Besucher ihre Kerzen und tauchten das Gotteshaus in einen warmen, lebendigen Schein, ein starkes Zeichen für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit.
Ein zentrales Element der Feier war auch die Wasserweihe, die für viele Gläubige eine besondere Bedeutung hat. In seiner Predigt stellte Pfarrer Liesaus die österliche Botschaft in den Mittelpunkt. Er erinnerte an die drei Frauen am Grab Jesu, die den weggerollten, womöglich tonnenschweren Stein und das leere Grab vorfanden. „Für Gott ist nichts unmöglich“, betonte der Geistliche. Die anfängliche Trauer und Hoffnungslosigkeit nach der Beerdigung Jesu sei der Verwirrung gewichen und mündete schließlich in einer tiefen Freude, der Gewissheit, dass Jesus lebt. Diese Botschaft gebe den Menschen bis heute Hoffnung und öffne sinnbildlich die Schwelle zum Himmelreich.
Für die musikalische Gestaltung sorgte der Kirchenchor unter der Leitung von Daniela Bock, begleitet von Talina Winter an der Orgel. Mit einer anspruchsvollen Messe unterstrichen sie die Freude und den Jubel über die Auferstehung Christi. Für einen besonderen Moment sorgte während der Predigt ein Schmetterling, der durch den Altarraum und die Kirche flatterte und vielen Gottesdienstbesuchern ein Lächeln ins Gesicht zauberte.
Nach der Messe segnete Pfarrer Liesaus die zahlreichen Körbe mit den Ostergaben. Dabei betonte er, dass die österliche Freude nicht nur im Herzen bleiben solle, „sie darf auch über den Magen gehen und die Gemeinschaft vom Altar in die häusliche Tischgemeinschaft tragen.“
Zum Abschluss dankte der Geistliche allen, die zum Gelingen der Osternachtsfeier beigetragen hatten, sichtbar und im Verborgenen. Besonders hob er das Engagement der Ministranten hervor, bei denen die älteren, wieder aktivierten, die jüngeren unterstützten, ebenso wie die Lektoren, das Mesner-Trio sowie die Verantwortlichen für die Reinigung oder den Blumenschmuck und Dekoration. Die Besucher quittierten dies mit langanhaltendem Applaus.
Mit den Worten, die Auferstehung sei auch das Versprechen eines neuen Anfangs, „hinter dem Horizont geht es weiter“, entließ Pfarrer Liesaus die Gläubigen in die Ostertage.
Auch der festliche Gottesdienst am Ostermontag stand ganz im Zeichen von Hoffnung und Zuversicht. Im Mittelpunkt stand zunächst die Trauer und Verwirrung der Jünger auf dem Weg nach Emmaus, bevor schließlich die Freude über die Begegnung mit dem Auferstandenen überwog. Passend dazu wurde ein Gedanke des Theologen Karl Rahner aufgegriffen: Glauben heiße, die Unbegreiflichkeit Gottes ein Leben lang auszuhalten.