Nach alter Tradition machten sich auch in diesem Jahr wieder Gläubige zum Bittgang von Böhmischbruck nach Kössing auf den Weg. Gemeinsam mit Pfarrer Ronald Liesaus und Ministranten zog die Gruppe über den Kössinger Steig zur Kirche „Peter & Paul”, um Gottes Segen für Mensch, Natur und Ernte zu erbitten. Hinter dem Kreuz beteten die Teilnehmer den Rosenkranz und trugen ihre Fürbitten vor. Dabei standen besonders die Bitte um eine gute Ernte, Arbeit, Frieden, gutes Wetter sowie der Schutz vor Unwettern im Mittelpunkt. Im Gottesdienst erinnerte Pfarrer Liesaus daran, dass es keineswegs selbstverständlich sei, „dass die Regale im Supermarkt immer voll sind, denn ohne eine Ernte wäre dies nicht möglich”. Seine Worte machten deutlich, wie sehr der Mensch trotz aller Technik auf Gottes Schöpfung und eine gelingende Natur angewiesen ist. Mit bewegenden Gedanken wurde auch an den Organisten Ferdl Völkl erinnert, der die Bittgänge sonst auf der Empore musikalisch begleitet hatte. Mit Blick auf die leere Empore wurde ein besonderes Gebet gesprochen. „Wir vermissen ihn sehr”, hieß es dabei spürbar bewegt. Beim Rückweg wurden die Fürbitten und Rosenkranzgesätze noch einmal vertieft. Passend dazu zeigte sich der zuvor eher graue und regnerische Nachmittag des Eisheiligen Pankratius plötzlich im schönsten Abendsonnenschein und verlieh dem Bittgang einen stimmungsvollen Ausklang. Mit den Worten „Schenke Frieden unter den Menschen und Hoffnung für unsere Zeit” wurde die Gemeinschaft schließlich in den Abend entlassen. Aus Pietätsgründen verzichteten die Teilnehmer auf das sonst übliche anschließende gemütliche Beisammensein.