Gemeinsam mit einigen Naturfreunden aus Nürnberg verbrachten Mitglieder der Naturfreunde aus Weiden einen Tag auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenbürg. Unter fachkundiger Begleitung durch einen pädagogischen Mitarbeiter der Gedenkstätte informierten sie sich am authentischen Ort über das menschenverachtende Programm der Nationalsozialisten „Vernichtung durch Arbeit“. Dies steht in totalem Widerspruch zur Wertehaltung des Verbandes für nachhaltigen Tourismus, betonte Lisa aus Nürnberg, denn „Naturfreund sein heißt Mensch sein“. Neben der Vermittlung von Fakten befassten sich die Teilnehmenden vor allem mit dem Ringen um einen angemessenen Umgang mit den Relikten am Ort und den verschiedenen Interessenlagen im Ort, bei den Überlebenden und ihren Angehörigen oder staatlicher sowie zivilgesellschaftlicher Erinnerungskultur. Erst 75 Jahre nach Kriegsende gab es den wichtigen Beschluss des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 2020 „Niemand war „zu Recht“ in einem Konzentrationslager, auch keine sogenannten „Berufsverbrecher oder Asoziale“.“ Davor können drei Phasen unterschieden werden: (1) Bis 1988 unterstand ein kleiner Teil des ehemaligen Lagergeländes der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung. Vergessen und mit Bäumen zuwachsen lassen stand im Vordergrund. (2) Ab 1988 lag die Zuständigkeit beim Bayerischen Kultusministerium, in der Phase geschah auch kaum etwas. Ein wichtiger Impuls kam im Jahr 1997, als die französische Firma Alcatel die Produktion im ehemaligen Häftlingsbad und der Wäscherei einstellte. Davor hatte auch die Kabelfabrik ke-autoelectric als Automobilzulieferer zahlreiche Arbeitsplätze im Ort ermöglicht. (3) Seit 2003 befindet sich der Erinnerungsort unter dem Dach der Bayerischen Gedenkstättenstiftung. Jetzt sind rund 50 Mitarbeitende für wissenschaftliche und pädagogische Aufgaben dort beschäftigt. Auch fließt viel Geld in den Erhalt der Gebäude. Neben den beiden Ausstellungen konnte die Gruppe auch den ehemaligen NS-Granitsteinbruch und das Verwaltungsgebäude von außen besuchen. Der SS-eigene Betrieb DEST (= Deutsche Erd- und Steinwerke) lieferte unter anderem „deutschen Stein“ für Treppenstufen für die SS-Wewelsburg, einem Schulungs- und Versammlungsort der SS. Nach der Rückkehr ins Wanderheim in Trauschendorf setzten sich die angeregten Gespräche über die Erfahrungen des Besuches des ehemaligen Konzentrationslagers fort. Hier standen Fragen des Ringens um die Deutungshoheit und die Narrative privater Initiativen wie der Evangelischen Jugend Oberfranken oder der Arbeitsgemeinschaft ehemaliges Konzentrationslager Flossenbürg e. V. der DGB Jugend Oberpfalz im Mittelpunkt. Herbert Schmid erklärte, dass diese im Jahr 2026 ihr 40-jähriges Gründungsjubiläum feiern kann.