Der Vortrag von Mathilde Müllner und Philipp Glaab bei den Naturfreunden eröffnete einen faszinierenden Einblick in die Welt der heimischen Moore. Nicht die Schauergeschichten über Sumpf, Irrlichter oder Moorleichen sollten im Vordergrund stehen, eröffnete der Vorsitzende der Naturfreunde, Herbert Schmid, den Abend im vollbesetzten Wanderheim in Trauschendorf.
Anhand einer historischen Moorkarte von 1914 und ihrer 35-jährigen Berufserfahrung erläuterte die Biologin Müllner vom Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald ausgewählte verbliebene Feuchtgebiete wie das Teufelsmoor bei Pechhof, den Schießlweiher bei Schwarzenbach als Teil einer alten Weiherkette, die für die Hammerwerke im Haidenaabtal angelegt worden war.
Das Moor ist Lebensraum für spezialisierte Pflanzen- und Tierarten, Moose, Bakterien, Viren, für spezielle Ameisen, das schmalblättriges Wollgras, kleine Goldschrecken, Fieberklee, das Fettkraut, Moosbeere, weißes Schnabelried, Rosmarinheide, diverse Libellenarten schneidiges Wollgras, Drachenwurz, Rauschbeere, Spirke und Moorbirke, Preiselbeere oder rundblättriger Sonnentau.
Der Biologe Glaab erläuterte, dass Moore nach der letzten Eiszeit, vor ca. 12.000 Jahren entstanden und durch Moorbildner wie Torfmoose oder Riedgräser etwa 1 mm pro Jahr wachsen. Durch Torfabbau, Austrocknung für Trinkwassergewinnung, Umwandlung in landwirtschaftliche Nutzflächen oder Zerschneidung durch Verkehrsflächen werden sie rasant schnell zerstört. Ein trockenes Moor setzt aber wieder Kohlendioxid frei, welches davor im Laufe von Jahrhunderten gebunden worden ist. Damit können sie ihre Funktion als Klimaregulierer, Hochwasserschutz, Lebensraum für Fauna und Flora oder CO₂-Speicher nicht mehr nachkommen.
In der Schlussrunde rief Sebastian Flaschel zur Ertüchtigung des Torflehrpfades durch den westlichen Teil der Mooslohe auf. Der beschilderte Rundweg in der Schustermooslohe war vor Jahren vom Oberpfälzer Waldverein angelegt worden, ist aber zwischenzeitlich kaum mehr begehbar. Interessierte sollen sich über die Webseite der Naturfreunde unter https://www.naturfreunde-weiden.de/ bei ihm melden.