Mit viel Applaus und sichtbarer Freude auf beiden Seiten der Bühne endete kürzlich der Vorspielabend der Streicherklasse der Franz-Grothe-Schule. Unter der Leitung von Henry Cain präsentierten die jungen Musikerinnen und Musiker im voll besetzten Auditorium ein abwechslungsreiches Programm, das von ruhigen, gefühlvollen Melodien bis hin zu virtuosen Konzertpassagen reichte.
Bereits zu Beginn entstand eine konzentrierte und zugleich warme Atmosphäre im Saal. Sarah Domanowsky eröffnete den Abend mit Schlaf, Kindlein, Schlaf in einem Arrangement von Igor Saßmannshaus. Mit ruhigem Ton und feiner Gestaltung verlieh sie dem bekannten Stück eine beinahe schwebende Leichtigkeit und zog das Publikum sofort in ihren Bann.
Einen lebhaften Kontrast setzte anschließend Benedikt Hanauer mit Willi Wanderwichtel von Andrea Holzer-Rhomberg. Schwungvolle Rhythmen und der spielerische Charakter des Werkes sorgten für heitere Momente und spontanen Beifall aus den Zuschauerreihen.
Auch Efraim Matz überzeugte mit seiner Interpretation der Sicilienne von Maria Theresia von Paradis. Mit klarer Artikulation und musikalischem Feingefühl arbeitete er die lyrische Eleganz des Stückes eindrucksvoll heraus.
Im weiteren Verlauf des Abends zeigte sich die große Bandbreite der jungen Streicherklasse. Annelie Schieder gestaltete die Gavotte mit sicherem Ausdruck, während Emilia Bonura mit einem Werk von Jean Becker überzeugte. Lea Koch präsentierte ein Menuett von Johann Sebastian Bach und bewies dabei musikalische Präzision und ein gutes Gespür für Stil und Dynamik.
Besonders beeindruckte Anna-Sophia Kick mit ihrer Interpretation der Gavotte aus Mignon nach Suzuki. Technisch sicher und mit bemerkenswerter Souveränität meisterte sie ihren Vortrag und erhielt dafür großen Applaus. Für festliche Stimmung sorgte Helena Madzar mit An der schönen blauen Donau im Arrangement von Igor Saßmannshaus. Mit schwungvoller Spielweise brachte sie den bekannten Walzer wirkungsvoll zur Geltung.
Den musikalischen Höhepunkt des Abends setzte schließlich Lina Goldbach mit dem ersten Satz aus Antonio Vivaldis Violinkonzert a-Moll. Mit großer Sicherheit bewältigte sie die schnellen Läufe und setzte zugleich feine dynamische Akzente. Ihr ausdrucksstarker Vortrag und ihre souveräne Bühnenpräsenz beeindruckten das Publikum nachhaltig, das die junge Geigerin mit besonders lang anhaltendem Applaus belohnte.
Zum Ausklang kamen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Gästen und Familien bei kleinen Refreshments zusammen. In entspannter Atmosphäre bot sich Gelegenheit zu Gesprächen über die gelungenen Auftritte und die Freude an der Musik. Der Vorspielabend zeigte eindrucksvoll, mit welchem Engagement und Können die jungen Musikerinnen und Musiker der Franz-Grothe-Schule musizieren. Das Publikum dankte allen Mitwirkenden mit herzlichem und lang anhaltendem Beifall.