Bei den Nordbayerischen Mehrkampfmeisterschaften der Leichtathleten am 16. und 17. Mai 2026 in Oberasbach feierte Nachwuchsathletin Linda Gröger einen beeindruckenden Einstand in der Königsdisziplin der Frauenleichtathletik. In ihrem allerersten Siebenkampf gelang ihr auf Anhieb die Qualifikationsnorm für die Bayerischen Meisterschaften Mitte Juni in Pfaffenhofen – ein Erfolg, der die große Entwicklung der Athletin eindrucksvoll unterstreicht.
Bereits der Auftakt in den zweitägigen Mehrkampf verlief nahezu perfekt. Mit einer stark verbesserten persönlichen Bestleistung im Hochsprung über 1,56 Meter legte Gröger den Grundstein für einen erfolgreichen Wettkampf. In ihren anschließenden Paradedisziplinen bestätigte sie ihre aufsteigende Form: Über 100 Meter Hürden überzeugte sie mit 16,28 Sekunden nahe ihrer persönlichen Bestzeit, ehe sie im Kugelstoß mit der 3-Kilogramm-Kugel ein echtes Ausrufezeichen setzte. Die gestoßenen 12,00 Meter bedeuteten eine herausragende Leistung und brachten sie früh in eine hervorragende Ausgangsposition im Gesamtklassement.
Der abschließende 200-Meter-Sprint am ersten Wettkampftag entwickelte sich jedoch zu einer besonderen Herausforderung. Aufgrund technischer Schwierigkeiten mit der Zeitmessanlage musste der Lauf zu später Stunde wiederholt werden. Die zweite Zeit fiel rund eine halbe Sekunde langsamer aus als im ersten Versuch, dennoch reichten 30,07 Sekunden zum dritten Gesamtrang im Vierkampf, der traditionell ebenfalls separat gewertet wird. Damit sicherte sich Gröger bereits am ersten Tag die Bronzemedaille bei den Nordbayerischen Meisterschaften.
Nach dem ungewöhnlichen Wettkampfende begann der zweite Tag zunächst etwas holprig. Im Speerwurf blieb der Versuch bei 19,74 Metern im Rasen stecken – rund zehn Meter unter den erhofften Weiten. Zwar verteidigte Gröger weiterhin Platz drei der Gesamtwertung, doch ihr Punktepolster schmolz merklich.
Im anschließenden Weitsprung zeigte die Athletin erneut ihre Stärke. Mit einer konstant guten Serie und einer Bestweite von 4,68 Metern arbeitete sie sich sogar auf den zweiten Gesamtrang nach vorne. Die Konkurrenz lag jedoch eng beieinander; lediglich die Führende konnte sich mit deutlichem Abstand absetzen.
Die Entscheidung fiel schließlich im abschließenden 800-Meter-Lauf – einer für Gröger bislang ungewohnten und nicht unbedingt favorisierten Disziplin. Nach 3:15 Minuten stoppte die Uhr im Ziel. In dem stark besetzten Feld wurde sie in der Gesamtwertung noch einige Plätze nach hinten gereicht, belegte bei ihrem Siebenkampfdebüt jedoch einen beachtlichen siebten Platz.
Neben den sportlichen Ergebnissen bleibt vor allem das besondere Mehrkampfgefühl in Erinnerung. Kaum ein Wettbewerb verlangt Athletinnen so viel ab: ständiges Aufwärmen, mentale Neuorientierung nach Rückschlägen, das Abhaken nicht optimaler Leistungen und der Wille, sich immer wieder neu zu motivieren. Genau diese Erfahrungen machen den Reiz und den Wert eines Mehrkampfes aus.
Mit Trainingsfleiß, harter Arbeit und der Fähigkeit, im entscheidenden Moment Leistung abzurufen, hat Linda Gröger eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt. Die erfolgreiche Qualifikation lässt nun mit Spannung auf die Bayerischen Meisterschaften im Mehrkampf Mitte Juni in Pfaffenhofen blicken – dort möchte die Nachwuchsathletin den nächsten Entwicklungsschritt in der Königsdisziplin gehen.