Ein Spaziergang am späten Freitagnachmittag, sommerliche Temperaturen, schattige Waldwege und eine abschließende Einkehr in einen Biergarten: Für eine 15-köpfige Wandergruppe des OWV Nabburg war das ein echter Feierabendgenuss. Ausgangspunkt der 6,5 Kilometer langen Wanderung war der Bahnhof Nabburg. Von dort ging es über den Poststeig und den Brünnlweg im Schatten oberhalb der alten Naab bis hin zur Wallfahrtskirche Maria Brünnl. Schon unterwegs gab es einiges über den abzweigenden Brünnl-Kreuzweg, die Vogelbrutstätten, die zunehmende Fledermauspopulation unterhalb des Galgenbergs und die Notwendigkeit, Wanderwege genau zu markieren, zu erzählen. Historisch wurde es dann an der Brünnlquelle, die gut zweieinhalb Kilometer südlich von Nabburg liegt. In ihrem Wasser erkannte der Nabburger Saliter (Salzsieder) Stephan Streitwein einst den hohen radioaktiven Radongehalt und die damit verbundene große Heilkraft, besonders gegen Augenleiden. Im Jahr 1696 errichtete er neben dieser Heilquelle eine kleine Marienkapelle. Wegen der rasch zunehmenden Wallfahrt von Menschen mit Augenleiden wurde 1694 oberhalb der Quelle eine größere Kirche – die jetzige Brünnlkirche – errichtet. Sie ist seither ein beliebter Wallfahrtsort mit traditionellen Festen wie dem Osterritt am Ostermontag und dem Patrozinium Maria Himmelfahrt am 15. August. Nach einer kurzen Rast und Besinnung führte die weitere Wegstrecke um den Galgenberg herum bis zum Parkplatz am Waldfriedhof. Von dort wechselten die Spaziergänger hinüber zum Nabburger Stadtteil Bergelshof und weiter über den Bergelshofer Steig hinunter zum Ausgangspunkt am Nabburger Bahnhof. Bei angenehmer, sommerlicher Biergartenatmosphäre im Gasthaus Sauerer fand der Abendspaziergang einen harmonischen Ausklang.