Die Jahresversammlung der Jagdgenossenschaft enthält neben Berichten der Vorstandschaft stets auch Berichte der Jagdpächter über das zurückliegende Jagdjahr. Peter Gottsche begann seine Ausführungen mit einer Ankündigung, die erkennbar wie eine Bombe einschlug: „Ich werde im Herbst meinen Pachtvertrag, der noch bis 2031 läuft, durch eine außerordentliche Kündigung beenden, im nächsten Jahr keiner Jagd mehr nachgehen und zur Wiesenmahd auch keine Drohnenbeobachtung mehr vornehmen.“ Er sah darin „keinen einfachen Schritt“ und begründete ihn mit einem deutlichen Rückgang der Jagdfläche. Im Einzelnen nannte der Waidmann, der seit vier Jahrzehnten auf der Jagd nachgeht, die Umsetzung von Baugebieten und im Besonderen die angekündigte Freiflächen-Photovoltaikanlage. Es bliebe nur noch ein Fleckerlteppich übrig, auf dem keine vernünftige Jagd mehr möglich ist. Seine Schlussbemerkung: „Ich habe die Schnauze voll!“
Anton Ackermann, Pächter des Jagdbogens 1, zeigte Verständnis für die Reaktion Gottsches und sprach von gravierenden Umständen, die auch aus seiner Sicht die Jagd unattraktiv machen: „Zwei Drittel des Rotwildes sind vom amerikanischen Leberegel betroffen, der auch Rehe und Wiederkäuer nicht verschont.“ Das Fleisch sei zwar vom Egel nicht betroffen. Abgemagerte und verendete Tiere seien jedoch keine Seltenheit. Er habe seine Erkenntnisse an den Bundesforst weitergegeben und sei gespannt auf das Ergebnis der bevorstehenden Bundesforstversammlung. Mit Beispielen wandte er sich dem Wolf zu, der das Rotwild in seinem Verhalten „narrisch macht“, Jungwild dezimiert, tagsüber bis zum Obersee streift und die Behandlungsweise des Wildes erschwert. „Was kommt noch auf uns zu?“, stellte er entmutigt die Frage.
In seinem Tätigkeitsbericht sprach Vorsitzender Georg Karl „an vorderster Stelle“ vom Wegebau und nannte als Beispiel den Bereich Trograngen. Ergänzend erwähnte er verschiedene Mulch- und Ausschneidearbeiten und Reinigungen am Eschenbach-Graben. Positiv fiel der Bericht von Kassenverwalter Richard Ficker aus.