Mehr als 10 000 Kilometer mögen es sein, die die Eschenbacher bei ihren bisherigen Wallfahrten zum Dreifaltigkeitssonntag nach Gößweinstein zurücklegten. Am Wochenende nach Pfingsten jährte sich dieser Anlass zum 175. Mal.
Die Wallfahrt zu Deutschlands größtem Dreifaltigkeitswallfahrtsort braucht keine „fröhlichen Urständ“ feiern. Sie ist für die Eschenbacher seit Generationen christliche Brauchtumspflege und gehört für viele Familien gar zum Erbgut. Als altersmäßig „durchwachsen“, von 13 bis 87 Jahren, nennt Wallfahrtsleiter Herbert Körper den diesjährigen Gang „ins Fränkische“, an dem am Hinweg 62 und am Rückweg 41 Wallfahrer teilnahmen. Denn seit 1975 wird, um die zunehmenden Schwierigkeiten einer Nächtigung zu vermeiden, am Samstag nach Marienandacht und Kreuzweg mit dem Omnibus nach Eschenbach zurückgekehrt. Am Sonntag treten die Wallfahrer um 3.30 Uhr die Rückfahrt nach Gößweinstein an, wo sie mit dem Ortsgeistlichen um 4.30 Uhr das Wallfahreramt feiern. So auch in diesem Jahr. Um 6 Uhr traten sie betend und singend über Elbersberg, Pegnitz und Kirchenthumbach den Rückweg nach Eschenbach an. Am Weißenbrunn versorgten sie JU und CSU wie in den Vorjahren mit Getränken und in Kirchenthumbach der Missionskreis mit einem Imbiss. Mit einer „Punktlandung“ erreichten die Wallfahrer um 17.30 Uhr das Marterl beim TÜV, wo sie von Pfarrer Johannes Bosco und Zaungästen empfangen wurden. Nach einem Gebet für verstorbene Wallfahrer und einem „Näher mein Gott zu dir“ begann der Endspurt zur Maria-Hilf-Bergkirche, in der Herbert Körper der Hl. Dreifaltigkeit dankte, „dass sie uns gesund nach Hause gebracht hat und nun die Hoffnung besteht, dass wir die Wallfahrt nicht umsonst gemacht haben“. Nach Gebeten aus dem „Dreifaltigkeitsgebet“ und dem „Tantum ergo“ rief er zu einem Moment der Stille auf, um den Weg gedanklich nachzuvollziehen. Pfarrer Jobo erteilte den Monstranzsegen und beendete damit die Wallfahrt, die an gleicher Stelle mit dem Pilgersegen begonnen hatte. Mit einem abschließenden Dank wandte sich Körper an die Bildträger, die Feuerwehr, die die Wegstrecke abgesichert, und die Musiker Uli Beer, Gerhard und Laura Fahrnbauer, Martin Hafner und Christa Kneißl, „die kräftig gespielt haben“. Ihnen und Josef Roth, den Körper und Pfarrer für 60-malige Teilnahme an der Wallfahrt ehrten, galt jeweils ein spontaner Applaus.