Ein sehr gut gefüllter Kirchenraum, gespannte Stille und am Ende minutenlanger, stehender Applaus – der szenische Kirchenabend „Glaube, Glanz & Geschichten” in der Pfarrkirche St. Emmeram wurde zu einem eindrucksvollen Höhepunkt im Jubiläumsjahr 700 Jahre Pfarrei Waidhaus.
In rund einer Stunde nahmen 19 Mitwirkende, darunter auch Kinder und Jugendliche, das Publikum mit auf eine bewegende Reise durch sieben Jahrhunderte Pfarreigeschichte. Dabei wurde schnell deutlich: Es ging nicht um trockene Historie, sondern um gelebten Glauben – um Menschen, ihre Hoffnungen, ihre Zweifel und ihren Zusammenhalt.
Das Stück stammt aus der Feder von Josef Kleber, der zugleich die Spielleitung innehatte und selbst auf der Bühne stand. Mit viel Gespür für Dramaturgie gelang es ihm, die Geschichte in eindrucksvollen Bildern lebendig werden zu lassen.
Einen wesentlichen Anteil am Gelingen hatten die Darstellerinnen und Darsteller, die ihre Rollen authentisch und mit großer Hingabe verkörperten. Die Erzählerin Cordula Schmucker führte souverän und eindringlich durch den Abend.
Besonders bewegend war die Feldpost-Szene, die den Kirchenraum verstummen ließ und sichtbar zu Tränen rührte. Kontraste setzten die Darstellungen von Brand und Wiederaufbau, die den starken Zusammenhalt der Gemeinde zeigten. Auch die musikalische Gestaltung trug maßgeblich zur Wirkung bei. Die Musikerinnen und Musiker hatten die Umrahmung eigenständig erarbeitet und setzten mit Orgel, Klarinetten und weiteren Instrumenten eindrucksvolle Akzente, die das Geschehen vertieften und trugen.
„Wir wollten Geschichte erlebbar machen – dass sie die Menschen so berührt, hat uns selbst überwältigt”, sagte Josef Kleber.
Das generationenübergreifende Gemeinschaftsprojekt von Pfarrei, Dorfbühne Waidhaus und Musikverein Waidhaus zeigte eindrucksvoll, wie lebendig Glaube und Gemeinschaft vor Ort sind.