Wenn die „Almhütt’n“ aus allen Nähten platzt und die Luft vor musikalischem Elan flirrt, dann laden die Nordoberpfälzer Musikfreunde zum Faschings-Musikantentreffen. Es war ein Abend der Superlative, an dem nicht nur die Instrumente glühten, sondern auch die Fantasie der Gäste bei einer bunten Maskenprämierung glänzte. Insgesamt 20 Musikanten aus der gesamten Region und darüber hinaus verwandelten die Gaststätte in ein Epizentrum der bayerischen Lebensfreude.
Schon die Herkunft der Musikanten glich einer Landkarte der bayerischen Tradition: Die Anreise führte vom oberfränkischen Tröstau über Eschenbach, Amberg und Flossenbürg bis nach Eslarn, Vohenstrauß und Vorbach. Der Erste Vorsitzende Horst Fuchs zeigte sich bei der Begrüßung überwältigt: „Ich bin richtig stolz, so viele Musikanten und fantasievoll verkleidete Gäste hier begrüßen zu dürfen.“ Gemeinsam mit Anita Wiendl präsentierte er sich passend zur Saison als stolzes Prinzenpaar der Nordoberpfälzer Musikfreunde und gab damit den Startschuss für einen Marathon der guten Laune.
Ein Zwölfjähriger als Star des Abends
Den emotionalen und musikalischen Auftakt setzten Generationen gemeinsam: Der erst zwölfjährige Josef Nowak aus Eslarn griff zusammen mit Gründungs- und Ehrenmitglied Karlheinz Deisinger in die Tasten der Steirischen Harmonika. Mit dem Klassiker „Aus Böhmen kommt die Musik“ eroberten sie die Herzen der Zuschauer im Sturm. Besonders beeindruckend: Der junge Nowak, der erst seit zwei Jahren spielt und auch in der Blaskapelle Waidhaus aktiv ist, agierte völlig ohne Noten und Lampenfieber. Später am Abend begeisterte er zudem mit Gesangseinlagen wie „Griechischer Wein“ und humorvollen Stücken wie „Geh Alte, schau mi net so deppert an“.
Durch das Programm führte Erwin Hornauer in gewohnt kurzweiliger Manier. Er verstand es nicht nur, die Akteure anzukündigen, sondern griff selbst immer wieder beherzt zur Harmonika. Beim gemeinschaftlichen „Zammg’spuit“ sorgten Bastian Völkl am Schlagzeug, Simon Meier, Marina Völkl an der Gitarre und Wolfgang Plödt für den rhythmischen Teppich, auf dem sich die anderen Musiker entfalten konnten. Ein akustisches Highlight war zudem Dieter Paulus, bekannt als „Ratschn Dieter“, der aus Eschenbach angereist war und den ganzen Abend über mit seiner Ratschn für uriges Faschingsflair sorgte.
Von Böhmen bis zum Rock’n’Roll
Das Repertoire des Abends war so vielfältig wie die Kostüme im Saal. Während Werner Meier, Barbara Reichl und weitere Mitstreiter mit „Tief drin im Böhmerwald“ nostalgische Gefühle weckten, brachten Luise Mroske und Manfred Frischmann mit Akkordeon-Klängen und Oberkrainer-Musik Schwung in die Reihen. Lilia Gette bewies die Vielseitigkeit ihres Instruments, indem sie von Boarischen bis hin zu Rock’n’Roll-Rhythmen alles abrief und das Publikum zum Tanzen animierte. Auch das Schellenberg-Duo (Wolfgang Plödt und Marina Völkl) durfte nicht fehlen und stimmte ein kräftiges „Prosit der Gemütlichkeit“ an.
Ein Höhepunkt vor der Pause war die Maskenprämierung. Die Jury hatte es bei der Fülle an kreativen Kostümen schwer, doch am Ende durften sich Barbara Reichl, Roswitha Karg und Hans Strobl über die ersten drei Plätze freuen. Trostpreise gingen an Baerbel Woelke, Walter Steinhauser und Heidi Puff.
Nach einem fulminanten Finale mit der Polka „Rosamunde“ und dem Marsch „Dem Land Tirol die Treue“ verabschiedete die stellvertretende Vorsitzende Anita Wiendl die Gäste. Sie wies bereits auf den 17. April 2026 hin, wenn um 19 Uhr die Jahreshauptversammlung mit Ehrungen in der Almhütt’n stattfindet – dann jedoch im offiziellen Rahmen für die Mitglieder.