Seit fast sechs Jahren sammelt der BUND Naturschutz Daten zu Eichhörnchen. Ziel des Citizen-Science-Projekts ist es, mehr über das Vorkommen der Tiere, ihre Lebensräume, Fellfarben und Gefährdungen zu erfahren und sie dadurch besser zu schützen. Auch im Landkreis Amberg-Sulzbach beteiligen sich die Bürger*innen fleißig an der Datenerhebung.
Sie gehören zu den beliebtesten Wildtieren in Bayern – und doch wissen wir erstaunlich wenig über ihre tatsächliche Situation: Eichhörnchen. Seit April 2020 sammelt der BUND Naturschutz im Citizen-Science-Projekt „Eichhörnchen in Bayern“ mit der entsprechenden App Beobachtungen aus der Bevölkerung. Jetzt liegt die jährliche Auswertung vor.

Bis Ende November 2025 wurden über 74.000 verwertbare Meldungen mit rund 90.800 Eichhörnchen aus ganz Bayern erfasst. „Diese große Beteiligung zeigt, wie sehr die Menschen ihre Eichhörnchen vor der Haustür wahrnehmen“, erklärt Beate May von der BN-Kreisgruppe Amberg-Sulzbach. Auch regional ist das Engagement hoch: Im Landkreis Amberg-Sulzbach wurden bislang 289 Sichtungen mit insgesamt 338 Eichhörnchen gemeldet.

Die Auswertungen zeigt eine wichtige Besonderheit: Rund 60 Prozent aller Meldungen stammen aus Siedlungsräumen, also aus Gärten, Parks und Wohngebieten. In Wälder und offene Landschaften wurden deutlich weniger Eichhörnchen entdeckt. Hochgerechnet sind bislang nur etwa zwei Prozent der potenziellen Eichhörnchenreviere in Bayern durch Meldungen belegt. „Das bedeutet nicht, dass es dort keine Eichhörnchen gibt, sondern dass wir sie außerhalb unseres Alltagsraums seltener wahrnehmen“, so Beate May.

Besonders aufmerksam macht ein weiterer Trend: Seit 2022 sinkt die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Eichhörnchen pro Beobachtung, auch 2025 setzte sich dieser Trend fort. Ob sich hier bereits eine Bestandsabnahme andeutet oder sich das Meldeverhalten verändert hat, ist derzeit noch offen – und eine zentrale Frage für die kommenden Jahre.

Ein klares Muster zeigt sich bei den Fellfarben: In Nordwestbayern dominieren rote Eichhörnchen, während in Ost- und Südbayern überwiegend dunkle bis schwarze Tiere vorkommen. Diese Unterschiede spiegeln Landschaft, Höhenlage und Waldtypen wider und bestätigen frühere Annahmen.

Besonders konkret für den Artenschutz sind die Ergebnisse zu Verkehrsopfern. Allein 2025 wurden 476 tote Eichhörnchen gemeldet, rund 60 Prozent davon im direkten Umfeld von Straßen. Gleichzeitig gibt es Hoffnung: In Regensburg und Zirndorf gingen die Totmeldungen im Umfeld von Eichhörnchenseilbrücken deutlich zurück. „Das zeigt, dass gezielte Maßnahmen vor Ort Leben retten können“, betont Beate May.

Die beste Zeit, Eichhörnchen zu beobachten, ist jetzt: Im Winter und im zeitigen Frühjahr sind die Tiere ohne Laub besser zu sehen, zudem beginnt die Paarungszeit. Der BUND Naturschutz ruft deshalb dazu auf, weiterhin genau hinzuschauen und Beobachtungen zu melden. Jede Meldung hilft, die Situation der Eichhörnchen in Bayern besser zu verstehen und sie zu schützen.

Weitere Informationen und Mitmachen:
www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden
www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden/ergebnisse


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BUND Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Amberg-Sulzbach
Tel. 09661-3427
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