Es ist immer ein besonderes Schauspiel, wenn die Schmidmühlener Fischzügler zum Ende der Faschingszeit ihren abgemagerten Geldbeutel „den Hunds-Bazi, den zaundürren” in Kirwabaumloch legen, damit er dort wieder gut erhole. Dieses mitternächtliche Schauspiel des Gelbeutel-Eingrabens zum Ende der Faschingszeit ist ein althergebrachtes Brauchtum, dass nur am Ascher-Mittwoch gegen Mitternacht von den Fischzugteilnehmer zelebriert wird. Um 13.00 Uhr Mittags, also um „Oans” Schmidmühlener Ortszeit, sind heuer etwa 50 Fischzugteilnehmer im schwarzen Anzug und Zylinder losgezogen und erst gegen Mitternacht ging ihr Trauerzug am Aschermittwoch zu Ende. Den ganzen Tag über standen Einkehrstationen in den Wirtshäusern auf dem Plan. Zu Essen gibt es dazu nur Fisch und Brot bei jeder Einkehrstation. Der letzte Akt des Schmidmühlener Fischzuges führte dann kurz vor Mitternacht noch zum Kirwabaum-Loch am Hammerplatz. Zeremonienmeister Thomas Wagner trug im Schein von einer durch einen Bierdeckel gedrückten Weihnachtskerze die Geldbeutellitanei vor, so wie sie früher verwendet wurde. Unter Weinen und Wehklagen war es zum Ende der „Geldbeutel-Andacht” dem Faschingsprinzen beibehalten, das Portemonnaie ins Kirwabaum-Loch zu legen – damit ist dann die Faschingszeit in Schmidmühlen endgültig vorbei. Man wartete noch ein paar Minuten den mitternächtlichen Glockenschlag von St. Ägidius ab und dann gab es zur Stärkung im Schoss-Stadl noch eine deftige Brotzeit für alle Teilnehmer. Zuvor hatte Zeremonienmeister Thomas Wagner nach althergebrachter Überlieferung den abgemagerten Geldbeutel „den Hunds-Bazi, den zaundürrren”, beklagt. Er erinnerte an abgeschaffte Steuern, wie der Baunotstandssteuer, die Gewinnzuwachssteuer und die Notopfersteuer und bat letztendlich um Erlösung von einem Übel, wie die Einkommensteuer. Viele der vorgetragenen Steuerarten erinnern an die Zeit vor mehr als 100 Jahre, als der Fischzug in Leben gerufen worden war.