Es geht schon auf Mitternacht zu, wenn zum Ende des Fischzuges in Schmidmühlen am Aschermittwoch der Geldbeutel ins Kirwabaumloch am Hammerplatz gelegt wird, damit er sich wieder erhole. Diese Ehre gebührt immer dem Faschingsprinzen der zu Ende gegangenen Faschingszeit. (Bild: Paul Böhm)

Die Schmidmühlener Fischzugteilnehmer begraben ihren abgemagerten Geldbeutel, „den Hundsbazi, den Zaundürren” im Kirwabaumloch.

Es ist immer ein besonderes Schauspiel, wenn die Schmidmühlener Fischzügler zum Ende der Faschingszeit ihren abgemagerten Geldbeutel „den Hunds-Bazi, den zaundürren” in Kirwabaumloch legen, damit er dort wieder gut erhole. Dieses mitternächtliche Schauspiel des Gelbeutel-Eingrabens zum Ende der Faschingszeit ist ein althergebrachtes Brauchtum, dass nur am Ascher-Mittwoch gegen Mitternacht von den Fischzugteilnehmer zelebriert wird. Um 13.00 Uhr Mittags, also um „Oans” Schmidmühlener Ortszeit, sind heuer etwa 50 Fischzugteilnehmer im schwarzen Anzug und Zylinder losgezogen und erst gegen Mitternacht ging ihr Trauerzug am Aschermittwoch zu Ende. Den ganzen Tag über standen Einkehrstationen in den Wirtshäusern auf dem Plan. Zu Essen gibt es dazu nur Fisch und Brot bei jeder Einkehrstation. Der letzte Akt des Schmidmühlener Fischzuges führte dann kurz vor Mitternacht noch zum Kirwabaum-Loch am Hammerplatz. Zeremonienmeister Thomas Wagner trug im Schein von einer durch einen Bierdeckel gedrückten Weihnachtskerze die Geldbeutellitanei vor, so wie sie früher verwendet wurde. Unter Weinen und Wehklagen war es zum Ende der „Geldbeutel-Andacht” dem Faschingsprinzen beibehalten, das Portemonnaie ins Kirwabaum-Loch zu legen – damit ist dann die Faschingszeit in Schmidmühlen endgültig vorbei. Man wartete noch ein paar Minuten den mitternächtlichen Glockenschlag von St. Ägidius ab und dann gab es zur Stärkung im Schoss-Stadl noch eine deftige Brotzeit für alle Teilnehmer. Zuvor hatte Zeremonienmeister Thomas Wagner nach althergebrachter Überlieferung den abgemagerten Geldbeutel „den Hunds-Bazi, den zaundürrren”, beklagt. Er erinnerte an abgeschaffte Steuern, wie der Baunotstandssteuer, die Gewinnzuwachssteuer und die Notopfersteuer und bat letztendlich um Erlösung von einem Übel, wie die Einkommensteuer. Viele der vorgetragenen Steuerarten erinnern an die Zeit vor mehr als 100 Jahre, als der Fischzug in Leben gerufen worden war.
Bei 1000 und einer Nacht waren die Seniorinnen und Senioren mit dem Männerballett des Elferrates im Harem unterwegs gewesen. (Bild: Paul Böhm)

Mit den Senioren in Schmidmühlen beim Oktoberfestival und im Harem bei 1000 und einer Nacht unterwegs

In früheren Jahren war man als Maschkera unterwegs, heute geht man zum Faschingsball. Und wenn man ein bestimmtes Alter erreicht hat, dann ist der Seniorenfasching die richtige Wahl. Egal wie es dem auch sei, die Schmidmühlener Senioren nutzten recht ausgiebig die Einladung des Faschingskomitees Schmidmühlen um ihren Vorsitzenden Fabian Simon für einen Besuch im „Faschings-Stodl”. Früher war man beim Kappenabend unterwegs, um die Faschingszeit hochleben zu lassen. Mit den Erinnerungen an die damaligen Tanzlokale beim Espach und im dem Meiersaal verbinden die Schmidmühlener auch heute noch ihre Erinnerungen an die Faschingszeit, wie es damals gewesen sein. Sechzig Jahre sind es heuer her, dass es in Schmidmühlen das Faschingskomitee gibt, und dieses Faschings-Revival war die gerne wahrgenommene Gelegenheit, in Erinnerungen zu schwelgen und sich an eine schöne Jugendzeit zu erinnern, wo man an jedem Faschingswochenende aus mehreren Veranstaltungen mit Life-Musik auswählen konnte. Dieses breite Angebot hat man ausgenutzt und oft an einem Abend bei mehreren Faschingsveranstaltungen vorbeigeschaut. In den Mittelpunkt für Veranstaltungen ist dafür der Schloss-Stadl gerückt und das nutzten sie Senioren kräftig aus, um mit ein paar Stunden dem Schmidmühlener Fasching zu frönen. Eine tolle Visitenkarte gaben die Bambini- und die Kindergarde mit ihrem Gardetanz ab. Dazu gesellte sich die Jugendgarde, die mit ihrem Garde- und mit ihrem Showtanz unter dem Motto „We will Rock You” für Furore sorgte. Eine Klasse für sich war der Gardetanz der Prinzengarde und als besonderes Zuckerl bekamen die jung gebliebenen Schmidmühlener den Showtanz der Garde unter dem Motto „Oktoberfestival” zu sehen. Eine Spitzenleistung zeigte zum Abschluss der Gardetänze das Männerballett mit ihrem Showtanz „1000 und eine Nacht”, um sich bei einer Tasse Mokka auf dem hölzernen „Diwan” genussvoll zurücklehnen konnte und Herrschaften des Elferrates bei ihrem Harems-Tanz in der ersten Reihe frönen durfte.

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