Anlässlich des 700-jährigen Bestehens der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ fand eine besondere musikalische Kirchenführung statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste nutzten die Gelegenheit, die Geschichte und die kunsthistorischen Besonderheiten des Gotteshauses auf eine besondere Weise kennenzulernen. Erstmals wurde die Kirche im Jahr 1326 urkundlich erwähnt. Im Laufe ihrer Geschichte wurde sie durch Kriege und Brände mehrfach beschädigt und baufällig, jedoch immer wieder aufgebaut und erhalten.
Die musikalische Umrahmung der Führung lag in den bewährten Händen von Organistin Martina Brenner und Magdalena Eckert an der Querflöte. Von der Empore aus setzten die beiden Musikerinnen mit anspruchsvollen und passend ausgewählten Werken besondere Akzente und verliehen den Ausführungen eine eindrucksvolle Atmosphäre. Durch die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der Kirche führten Pfarrgemeinderätin Inge Kleber und Kirchenpflegerin Nicola Hummer. Kleber erläuterte die geschichtlichen und religiösen Hintergründe, während Hummer die Ausführungen anhand einer großen Bildtafel anschaulich ergänzte. Mit dabei waren auch Pfarrer Udo Klösel und Pfarrvikar Dr. Basil Bazir Ngwega.
Inge Kleber bietet in Eslarn regelmäßig Kirchenführungen an und engagiert sich ebenso wie Kirchenpflegerin Nicola Hummer mit großem Einsatz für die örtliche Pfarrei. Eine besondere Bereicherung der Führung war die enge Verbindung von Wort und Musik. Die sorgfältig ausgewählten Musikstücke griffen einzelne Themen der Erläuterungen auf und vertieften deren Wirkung. So wurde beispielsweise die Beschreibung der Madonna durch das Musikstück „La Reine de France“, eine Romance von Joseph Haydn, sowie durch „Die Anmut“ musikalisch begleitet. Einen weiteren Höhepunkt bildete die Vorstellung des sehenswerten Akanthusaltars, zu dessen Geschichte Edvard Griegs „Morgenstimmung“ erklang. Auf diese Weise entstand ein harmonisches Zusammenspiel von Kunst, Geschichte und Musik.
Zu den besonderen Kostbarkeiten der Kirche zählen neben dem Akanthusaltar auch die Seitenaltäre, die Rokoko-Kanzel und die 14 historischen Zunftstangen. Besonders beeindruckend ist die Mondsichelmadonna, ein klassisches spätgotisches Marienbildnis. Die Darstellung zeigt Maria auf einer Mondsichel stehend, mit dem Jesuskind im Arm. Die großformatige Bildtafel ermöglichte es den Besucherinnen und Besuchern, die einzelnen Besonderheiten und historischen Zusammenhänge auch visuell mit Texten nachzuvollziehen. Den würdigen musikalischen Abschluss bildete Ludwig van Beethovens „An die Freude“. Beethovens Vertonung des Textes aus Friedrich Schillers Gedicht in seiner 9. Sinfonie wurde zu einem weltbekannten Symbol für Frieden, Einheit und Völkerverständigung und ist heute die offizielle Europahymne. Die musikalische Kirchenführung machte damit eindrucksvoll deutlich, wie lebendig Geschichte und kirchliches Kulturerbe vermittelt werden können. Durch die Verbindung von sachkundigen Erläuterungen, eindrucksvollen Kunstwerken und sorgfältig ausgewählter Musik wurde das 700-jährige Bestehen der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ auf besondere und würdige Weise erlebbar.