Der Sachausschuss Kirchenmusik der Pfarrei St. Josef lädt am Sonntag, 29. März 2026, um 15 Uhr zu einem besonderen Konzert in die Josefskirche Weiden ein. Unter dem Titel „Einstimmige Musik von Meistern der Mehrstimmigkeit“ präsentiert der schwedische Cellist Ludwig Frankmar ein Programm für Barockcello mit Werken von Marin Marais und Georg Philipp Telemann.
Im Mittelpunkt steht eine Suite in d-Moll von Marin Marais (1656–1728) aus dessen Sammlung „Pièces à une et à deux violes“ (Paris 1686). Die Folge von Prélude, Allemande, Courante, Sarabande und weiteren Tanzsätzen spiegelt die elegante französische Hofmusik des späten 17. Jahrhunderts wider. Während sich zu dieser Zeit der französische Stil zunehmend mit dem italienischen verband, knüpfte Marais – einst Sologambist am Hof des Sonnenkönigs – bewusst an die Tradition seines Lehrmeisters Jean-Baptiste Lully an.
Ergänzt wird das Programm durch vier Fantasien von Georg Philipp Telemann (1681–1767) aus den 1735 in Hamburg erschienenen „Fantaisies pour la Basse de Violle“. Telemanns umfangreiches Œuvre umfasst mehr als 6.000 überlieferte Kompositionen und zählt zu den größten der Musikgeschichte. Die zwölf Fantasien für Gambe galten lange als verschollen und wurden erst 2015 wiederentdeckt.
Der Cellist Ludwig Frankmar (*1960) wuchs in einer schwedischen Kirchenmusikerfamilie auf und studierte in Malmö sowie später in Basel bei Thomas Demenga. Nach vielen Jahren als Orchestermusiker wandte er sich intensiv der Alten Musik zu und studierte Barockcello am Sweelinck-Konservatorium in Amsterdam. Heute widmet er sich insbesondere der frühen Solomusik für Bassinstrumente aus Renaissance und Barock – einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Gambe und Violoncello noch fließend waren. Frankmar spielt ein fünfsaitiges Barockcello von Louis Guersan (Paris, 1756) und ist Mitglied des Ensembles der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Berlin-Lankwitz.
Zur Deckung der Kosten wird ein Eintritt von 10 Euro erhoben.