Elternsein gehört zu den schönsten Aufgaben des Lebens – zugleich bringt der Familienalltag häufig Herausforderungen mit sich. Zeitdruck, Streit und Erschöpfung lassen Mütter und Väter nicht selten an ihre Grenzen stoßen. Wie man gelassener mit solchen Situationen umgeht, zeigte ein 90-minütiger Vortrag im Pfarrheim Kulmain von Referent Sebastian Wormdobler zum Thema „Warum mein Kind mich auf die Palme bringt”. Organisiert wurde die Veranstaltung von Christine Sollfrank, Teamsprecherin der KAB Kulmain. Der Vortrag richtete sich an Eltern von Kindern im Alter von drei bis elf Jahren und basierte auf dem bewährten Konzept „Kess-erziehen”. Die Abkürzung „Kess” steht für kooperativ, ermutigend, sozial und situationsorientiert. Zu Beginn des Vortrags betonte Wurmdobler, dass Eltern in ihrer Erziehung bereits vieles richtig machen. Anhand anschaulicher Beispiele zeigte er den interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern, wie schon kleine Veränderungen im Alltag dazu beitragen können, die grundlegenden Bedürfnisse von Kindern nach Halt, Zuwendung, Zugehörigkeit, Eigenständigkeit, Mitbestimmung und Geborgenheit zu erfüllen. Statt starre Erziehungsrezepte zu präsentieren, zeigte Wurmdobler anhand praxisnaher Beispiele, wie Konflikte besser verstanden und eingeordnet werden können. Dabei wurde deutlich, dass sowohl der Blick auf die Gefühle der Kinder als auch die Wahrnehmung der eigenen Emotionen helfen, in belastenden Situationen ruhiger zu bleiben. So können Eskalationen vermieden und Machtkämpfe entschärft werden. Gleichzeitig betonte der Referent, dass klare Grenzen wichtig sind – allerdings respektvoll und wertschätzend gesetzt werden sollten. Im Anschluss nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Fragen zu stellen und Erfahrungen auszutauschen. Christine Sollfrank bedankte sich abschließend bei Sebastian Wurmdobler für den informativen, praxisnahen und kurzweiligen Vortrag, der den Anwesenden viele wertvolle Anregungen für den Familienalltag mit auf den Weg gab.