Anfang Juni machten sich 10 Mitglieder der KAB Ortsverbände Kulmain und Neusorg-Riglasreuth auf den Weg, um mit Christine Sollfrank (Teamsprecherin OV Kulmain) und Brigitta Alkofer (zertifizierte Pilgerwegbegleiterin) die historisch höchst interessante Gegend an der bayerisch-tschechischen Grenze zu erkunden. Was einst als streng bewachter Grenzstreifen Menschen trennte, ist heute ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie ein lebendiges Denkmal deutscher Geschichte. Bei bestem Wanderwetter startete die Gruppe von Bärnau aus durch die einzigartige Landschaft des Grünen Bandes, durch Wiesen und Wälder, teilweise entlang ehemaliger Kolonnenwege der Grenztruppen. Immer wieder erinnerten Grenzsteine, Wachtürme, Informationstafeln und historische Relikte an die Zeit des Eisernen Vorhangs. Besonders berührend war der alte Inselfriedhof von Paulusbrunn. Paulusbrunn, einst ein großes Dorf im böhmischen Grenzgebiet, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg komplett zerstört, nachdem alle 1.500 Bewohner vertrieben worden waren. Der Friedhof verblieb als stiller Zeuge des verschwundenen Dorfs und ist heute ein Ort der Erinnerung, der Begegnung und der deutsch-tschechischen Versöhnung. Die Teilnehmenden nutzten diese eindrucksvollen Orte, um innezuhalten und über die Folgen von Krieg und Vertreibung, vor allem aber über die Bedeutung von Frieden, Freiheit und die Verantwortung für kommende Generationen nachzudenken. Neben historischen Hintergrundinformationen und intensiver Naturerfahrung machten gerade spirituelle Impulse, Gebete und Lieder diese Pilgerwanderung zu einer ganz besonderen Erfahrung. Ein gemeinsames Abendessen in Bärnau rundete den Tag gemütlich ab.