„Jetzt geht es um die Zukunft der Kinderonkologie am Uniklinikum in Regensburg.“ Mit diesem deutlichen Appell hat Martin Wunnike, Vorstandsmitglied des VKKK Ostbayern e.V., bei der Mitgliederversammlung das neueste Großprojekt des Vereins vorgestellt. Zusammen mit anderen Partnern wirbt der Elternverein um Spenden für FRANZI, das Forschungszentrum für Kinderonkologie, Herz und seltene Erkrankungen. „Ohne ein hochwertiges Gebäude für Wissenschaft und Forschung wird es nicht gelingen, Kinderonkologie in der aktuellen Qualität hier in Regensburg zu halten“, so Wunnike. Dass diese Versorgung dringend nötig ist, belegen die Zahlen. 2025 betreute der VKKK 520 junge Krebspatienten und deren Familien in ganz Ostbayern. 46 Patienten hat der Verein letztes Jahr neu erfasst.
Noch um 1950 bedeutete die Leukämieerkrankung eines Kindes den sicheren Tod. Dank intensiver Forschung und der Entwicklung moderner Therapien überleben heute über 90 Prozent der jungen Patienten die ersten zwei Jahre nach der Diagnose. „Forschung rettet Leben. Dafür benötigt Forschung Raum“, so Wunnike. Die Kinderonkologie, das Herzzentrum und das Zentrum für seltene Erkrankungen haben entweder keinen Platz oder sind seit Jahrzehnten provisorisch in einer Containeranlage auf der Wiese neben dem Klinikum untergebracht, in der es durch die Decke regnet. Bei Sommerhitze gehen Gewebeproben kaputt, weil sich die alten Container nicht ausreichend klimatisieren lassen. „Wenn sich das nicht ändert, wird kein Nachfolger die Stelle von Kinderonkologe Prof. Dr. Corbacioglu antreten wollen, wenn der in ein paar Jahren in Ruhestand geht“, befürchtete Wunnike.
„Was wir in Ostbayern vor 15 Jahren mit KUNO erreicht haben, wollen wir bei FRANZI wiederholen“, so Wunnike. KUNO, die Kinder-Uniklinik Ostbayern, entstand damals, weil in der Zivilgesellschaft zehn Millionen Euro als Anschubfinanzierung für eine Kinderuniversitätsklinik gesammelt wurden. „Für das Forschungsgebäude FRANZI sollen jetzt wieder zehn Millionen zusammenkommen – dafür setzen wir uns als VKKK ein“, erklärte Scherübl den Mitgliedern. Der offizielle Auftakt der Spendenaktion wird im Juni sein. Armin Wolf hat bereits angekündigt, den Erlös des Regensburger Weihnachtssingen 2026 für FRANZI zu spenden. In den letzten Jahren kamen dabei jeweils zwischen 250.000 und 500.000 Euro zusammen.
Spenden sind seit jeher der Treibstoff für die Arbeit des VKKK. Im letzten Jahr hat der Verein rund 1,4 Millionen Euro an Spenden eingenommen, aus denen er vor allem die tägliche Unterstützung krebskranker Kinder in der akuten Behandlungsphase und der Nachsorge finanziert. Größte Ausgabenposten sind dabei Betrieb und Erhalt des Elternhauses direkt neben der Uniklinik. Hier können Angehörige übernachten, während das Kind auf Station behandelt wird. Und der Betrieb des Nachsorgezentrums, das vor rund einem Jahr in Zeitlarn eröffnet hat. „Ein Geschenk ist die breite Verankerung des VKKK bei den Menschen in Ostbayern“, sagte Reinhard Schöttl, Schatzmeister des Vereins. Denn mehr als die Hälfte der Einnahmen setzen sich aus ganz normalen Spenden zusammen. „Vom Kommunionkind, das sein Sparschwein schlachtet über Menschen, die anlässlich ihres Geburtstags sammeln, bis zu kleineren und mittleren Unternehmen, die uns punktuell oder regelmäßig unterstützen“, spannte Schöttl den Bogen.
Wahlen standen bei der Mitgliederversammlung dieses Jahr nicht an. Dennoch konnte der Vorstand sich personell verstärken. Er berief den Neutraublinger Allgemeinarzt Dr. Lukas Ruf-Deutscher als Berater. Der 35jährige will sich künftig bei medizinischen Fachthemen einbringen und in der Kommunikation mit ärztlichen Kolleginnen und Kollegen die Interessen des Vereins vertreten. Den Beirat des VKKK verstärkt ab sofort Alexander Rupprecht, beruflich tätig als Geschäftsführer des städtischen IT-Gründerzentrums TechBase. Der 55-Jährige, ehrenamtlich aktiv unter anderem bei den Wirtschaftsjunioren Regensburg und dem Freundeskreis der Jüdischen Gemeinde, wird sein Wissen und sein großes Netzwerk für den VKKK einsetzen.
Die Spendenkonten des VKKK Ostbayern e.V.:
Sparkasse Regensburg: IBAN DE59 7509 0000 0000 0500 40
Volksbank Regensburg: IBAN DE49 7505 0000 0051 1046 36