Hannah Greiner und Johanna Rindler (von links) überreichten zusammen mit Simon Döllinger und Lena Hartung (von rechts) 780 Euro an Dr. Fritz Schneble, den Chefarzt der Kinderklinik Weiden. (Bild: Friedrich Peterhans)

Kepler-Abiturienten spenden für die Kinderklinik Weiden

Verwöhnt, selbstbezogen, unengagiert. Die Generation Z bekommt solche Vorurteile oft um die Ohren. Doch genügend Gegenbeispiele gibt's gleich an der nächsten Ecke. Vier davon machten stellvertretend für ihren Abiturjahrgang 2026 am Weidener Kepler-Gymnasium am Donnerstag der Kinderklinik in Weiden ihre Aufwartung. Mit dabei hatten sie 780 Euro, die sie Chefarzt Dr. Fritz Schneble überreichten. Das Geld ist der Überschuss aus Einnahmen, mit denen der Jahrgang seine Abitur-Aktivitäten finanzierte: Kuchenverkauf, Weihnachtsmarkt, Inserate in der Abiturzeitung. „Wir haben abgestimmt, dass wir dafür etwas für Kinder und Jugendliche in der Region machen wollten”, erklärte Simon Döllinger, der zusammen mit seinen Mitstreiterinnen Hannah Greiner, Johanna Rindler und Lena Hartung gekommen war. Die Wahl sei dann schnell auf die Kinderklinik gefallen. Chefarzt Dr. Schneble freut das riesig. Er stellte dem Besucherquartett kurz die Pädiatrie in Weiden vor und erläuterte, warum Spenden für die Einrichtung so wertvoll sind. Etwa, weil man damit Betten anschaffen kann, damit Eltern bei ihren kranken Kindern unter einem Dach übernachten können, wenn die Kleinen länger stationär bleiben müssen. Zu einem Humanmedizin-Studium oder einer Ausbildung in der Pflege ließen sich die vier Keplerianer nicht überreden. Trotzdem staunten sie beim Gespräch mit dem Chefarzt, welche Möglichkeiten die Berufe heute bieten. Mit einem herzlichen Dank, Grüßen an die Mit-Abiturientinnen und -Abiturienten sowie vielen guten Wünschen für die Zukunft wurden sie verabschiedet.
Schulleiter und Seminarvorstand Alexander Wildgans (vierter von rechts) und das Seminarlehrerteam (von links: Tobias Wagner (Seminarlehrer für Geschichte, stellvertretender Seminarvorstand), Veronica Ellerbeck (Englisch), Johannes Bäumel (Deutsch), Astrid Bauer (Pädagogik), Birgit Stiegler (Grundfragen der staatsbürgerlichen Bildung), Susanne Reber-Schmid (Spanisch), Manuela Beck (Psychologie), Daniela Müller-Baltzer (Französisch) begrüßten die neun neuen Kolleginnen und Kollegen (von links) Jana Hackl, Maria Dahedl, Maximilian Dorsch, Maximilian Lešl, Julia Bendzinski, Justine Zenk, Leonie Zengel und Constanze Hartwig. (Bild: Kathrin Hennig)

Start ins Lehrerleben am Kepler-Gymnasium

Neue Gesichter, neue Klassen und jede Menge erste Erfahrungen: Am Kepler-Gymnasium hat für neun Studienreferendarinnen und -referendare die zweijährige Ausbildung für das Lehramt begonnen. In den Fächern Englisch, Französisch, Geschichte und Spanisch werden sie in den kommenden zwei Jahren Schritt für Schritt auf ihren späteren Beruf vorbereitet. Für einige der jungen Lehrkräfte ist dabei nicht nur die Schule neu, sondern auch die Stadt. Viele der Referendarinnen und Referendare kommen erstmals nach Weiden und müssen ihre neue Ausbildungsstadt erst kennenlernen. Für einen angenehmen Start sorgte deshalb bereits der zweite Ausbildungstag: Gemeinsam mit ihren Seminarlehrern machten sie sich bei einer Stadtführung auf den Weg durch Weiden. Dabei gab es nicht nur Wissenswertes über die Stadt zu erfahren, sondern auch Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen. In den ersten Wochen heißt es nun vor allem beobachten, ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Bei Hospitationen besuchen die Referendarinnen und Referendare den Unterricht ihrer Fachkollegen und Seminarlehrer und bekommen dabei einen Einblick in unterschiedliche Unterrichtsformen und den Schulalltag. Lange bleibt es allerdings nicht beim Zuschauen. Schon bald halten sie ihre ersten eigenen Unterrichtsstunden. Die Seminarlehrer stehen ihnen dabei von Anfang an zur Seite und begleiten sie bei der Vorbereitung, im Unterricht und bei der anschließenden Nachbesprechung. Auch eine der großen Veränderungen im Schulalltag spielt bereits zu Beginn der Ausbildung eine Rolle: die Digitalisierung. Tablets, digitale Tafeln und neue Unterrichtswerkzeuge gehören inzwischen zum Schulalltag und stellen zugleich immer wieder neue Herausforderungen dar. Ziel der Ausbildung am Kepler-Gymnasium ist es, diese Möglichkeiten sinnvoll und gewinnbringend für den Unterricht zu nutzen. Ein eigener „Digitaltag” in der zweiten Ausbildungswoche bietet den Referendarinnen und Referendaren deshalb erste praktische Einblicke und Einführungen in die digitale Unterrichtswelt. Vom Seminarbetrieb profitieren dabei nicht nur die angehenden Lehrkräfte: Auch die Schülerinnen und Schüler erleben durch junge Lehrkräfte neue Impulse, zusätzliche Unterrichtsangebote und vielfältige Perspektiven.
Im Palast von Tutanchamun. (Bild: Kathrin Hennig)

Am Kepler erwacht die Mumie

Am Kepler-Gymnasium wird eine Mumie zum Leben erweckt und sorgt für einen Gruselmoment. Bis auf den letzten Platz war die Osthalle der Schule am Mittwochabend besetzt, als das Unterstufentheater eine selbst verfasste Abenteuergeschichte aus dem Alten Ägypten um den Pharao Tutanchamun präsentierte. Howard Carter entdeckte im Jahr 1922 das nahezu unversehrte Grab des jugendlichen Pharaos im Tal der Könige. Im Stück fungiert Carter, gespielt von Anne Wahr, als Erzähler, der seinem fiktiven Neffen Toni, dargestellt von Nico Beer, seine Erlebnisse als Archäologe und die Lebensgeschichte des Pharaos Tutanchamun, gespielt von Kerstin Preißer, erzählt. Dabei werden auch historische Fakten eingebunden, etwa besondere Entdeckungen in der Grabkammer wie der Kelch der Unsterblichkeit, den Howard Carter tatsächlich als erstes Objekt in Händen halten konnte. Weitere historische Figuren wie die Gemahlin des Pharaos Anchesenamun, der Heerführer Haremhab oder der Hethiterkönig Suppiluliuma tauchen im Stück auf. Zunächst wird ein scheinbar glückliches und sorgenfreies Leben hinter den Palastmauern gezeigt. Eine große Dienerschaft sorgt für alle Annehmlichkeiten des Pharaos und seiner Frau Anchesenamun, die Tage sind von rauschenden Festen geprägt. Der frühe Tod von Tutanchamun schockiert daher nicht nur die Familie, sondern auch das Volk, das ihn sehr verehrt. Einige Zeit nach dem aufwendigen Bestattungsritual gelingt es drei Grabräubern, in die Grabkammer des Pharaos einzudringen. Doch dann erwacht die Mumie und nimmt die Verfolgung der drei Bösewichte auf. Glücklicherweise gelingt den Dieben die Flucht. Sie treffen dabei auf den Gott Anubis, der ihnen gesteht, dass ohne sein Wissen das gefälschte Amulett der Weisheit bei der Bestattungszeremonie der Auslöser der Erweckung war. Dass die Mumie am Ende in ihren Sarkophag zurückkehren und mit ihrer Barke ins Jenseits reisen kann, verdankt sie den Grabräubern, die schließlich helfen, das richtige Amulett zurückzubekommen. Die Szenen wurden vom Unterstufentheater gemeinsam mit den Kunstlehrern Karina Seiermann und Gerhard Scharl selbst verfasst und einstudiert. Die Kreativklasse der 5. Jahrgangsstufe überzeugte mit akrobatischen Aufführungen und einem einstudierten Mumientanz zu Michael Jacksons Song „Thriller“. Insgesamt waren 30 junge Darsteller aktiv. Mit ägyptischen Klängen umrahmt wurde das Stück vom gemischten Ensemble. Die Technik-AG übernahm Licht und Ton, beide unter Leitung von Musiklehrer Christoph Pausch. Ein weiteres Highlight war das Instrument „Ud“, gespielt vom externen Musiker Klaus Luther. Am Ende sorgte das gemeinsam gesungene und leicht abgeänderte Lied „Fata Morgana“ der EAV für einen Gänsehautmoment.
Der Eingang zum Stammlager Auschwitz. (Bild: Kathrin Hennig)

Zehntklässler des Kepler-Gymnasiums auf Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau

Auch im Jahr 2025 stand für die Zehntklässler des Kepler-Gymnasiums eine besondere Studienfahrt auf dem Programm: die Reise nach Auschwitz und Krakau. Ziel des Besuchs war es, den Jugendlichen die historische Dimension der nationalsozialistischen Verbrechen nicht nur anhand abstrakter Zahlen zu vermitteln, sondern als konkrete, individuelle Schicksale von Millionen Menschen erfahrbar zu machen. 45 Schülerinnen und Schüler der zehnten Jahrgangsstufe machten sich daher gemeinsam mit der Organisatorin Frau Weyhermüller sowie den begleitenden Lehrkräften der Fachschaft Geschichte, Herrn Wagner und Frau Hennig, auf den Weg, um sich intensiv mit den nationalsozialistischen Verbrechen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern Auschwitz und Auschwitz-Birkenau auseinanderzusetzen. Neben Führungen nahmen die Jugendlichen auch an Workshops teil, die sich unter anderem mit Fluchtversuchen aus den Lagern oder den Botschaften überlebender Häftlinge beschäftigten. Zum umfangreichen Programm gehörte außerdem ein Besuch der Fabrik Oskar Schindlers in Krakau, in der sich heute ein Museum über das Schicksal Polens während der deutschen Besatzung zur Zeit des Zweiten Weltkriegs befindet. Im abschließenden Gespräch am Ende der sechstägigen Fahrt wurde deutlich, wie stark die Schülerinnen und Schüler von den Eindrücken der vergangenen Tage bewegt waren. Die Erfahrungen dieser Reise haben bei vielen einen bleibenden Eindruck hinterlassen und könnten so ein wichtiges Fundament für historisches Bewusstsein und gesellschaftliche Verantwortung in der jungen Generation bilden. Ein besonderer Dank gilt der Sanddorf-Stiftung, die die Fahrt finanziell unterstützte und die damit einen wichtigen Beitrag zur historisch-politischen Bildungsarbeit leistet.
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