Im Palast von Tutanchamun. (Bild: Kathrin Hennig)

Am Kepler erwacht die Mumie

Am Kepler-Gymnasium wird eine Mumie zum Leben erweckt und sorgt für einen Gruselmoment. Bis auf den letzten Platz war die Osthalle der Schule am Mittwochabend besetzt, als das Unterstufentheater eine selbst verfasste Abenteuergeschichte aus dem Alten Ägypten um den Pharao Tutanchamun präsentierte. Howard Carter entdeckte im Jahr 1922 das nahezu unversehrte Grab des jugendlichen Pharaos im Tal der Könige. Im Stück fungiert Carter, gespielt von Anne Wahr, als Erzähler, der seinem fiktiven Neffen Toni, dargestellt von Nico Beer, seine Erlebnisse als Archäologe und die Lebensgeschichte des Pharaos Tutanchamun, gespielt von Kerstin Preißer, erzählt. Dabei werden auch historische Fakten eingebunden, etwa besondere Entdeckungen in der Grabkammer wie der Kelch der Unsterblichkeit, den Howard Carter tatsächlich als erstes Objekt in Händen halten konnte. Weitere historische Figuren wie die Gemahlin des Pharaos Anchesenamun, der Heerführer Haremhab oder der Hethiterkönig Suppiluliuma tauchen im Stück auf. Zunächst wird ein scheinbar glückliches und sorgenfreies Leben hinter den Palastmauern gezeigt. Eine große Dienerschaft sorgt für alle Annehmlichkeiten des Pharaos und seiner Frau Anchesenamun, die Tage sind von rauschenden Festen geprägt. Der frühe Tod von Tutanchamun schockiert daher nicht nur die Familie, sondern auch das Volk, das ihn sehr verehrt. Einige Zeit nach dem aufwendigen Bestattungsritual gelingt es drei Grabräubern, in die Grabkammer des Pharaos einzudringen. Doch dann erwacht die Mumie und nimmt die Verfolgung der drei Bösewichte auf. Glücklicherweise gelingt den Dieben die Flucht. Sie treffen dabei auf den Gott Anubis, der ihnen gesteht, dass ohne sein Wissen das gefälschte Amulett der Weisheit bei der Bestattungszeremonie der Auslöser der Erweckung war. Dass die Mumie am Ende in ihren Sarkophag zurückkehren und mit ihrer Barke ins Jenseits reisen kann, verdankt sie den Grabräubern, die schließlich helfen, das richtige Amulett zurückzubekommen. Die Szenen wurden vom Unterstufentheater gemeinsam mit den Kunstlehrern Karina Seiermann und Gerhard Scharl selbst verfasst und einstudiert. Die Kreativklasse der 5. Jahrgangsstufe überzeugte mit akrobatischen Aufführungen und einem einstudierten Mumientanz zu Michael Jacksons Song „Thriller“. Insgesamt waren 30 junge Darsteller aktiv. Mit ägyptischen Klängen umrahmt wurde das Stück vom gemischten Ensemble. Die Technik-AG übernahm Licht und Ton, beide unter Leitung von Musiklehrer Christoph Pausch. Ein weiteres Highlight war das Instrument „Ud“, gespielt vom externen Musiker Klaus Luther. Am Ende sorgte das gemeinsam gesungene und leicht abgeänderte Lied „Fata Morgana“ der EAV für einen Gänsehautmoment.
Der Eingang zum Stammlager Auschwitz. (Bild: Kathrin Hennig)

Zehntklässler des Kepler-Gymnasiums auf Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau

Auch im Jahr 2025 stand für die Zehntklässler des Kepler-Gymnasiums eine besondere Studienfahrt auf dem Programm: die Reise nach Auschwitz und Krakau. Ziel des Besuchs war es, den Jugendlichen die historische Dimension der nationalsozialistischen Verbrechen nicht nur anhand abstrakter Zahlen zu vermitteln, sondern als konkrete, individuelle Schicksale von Millionen Menschen erfahrbar zu machen. 45 Schülerinnen und Schüler der zehnten Jahrgangsstufe machten sich daher gemeinsam mit der Organisatorin Frau Weyhermüller sowie den begleitenden Lehrkräften der Fachschaft Geschichte, Herrn Wagner und Frau Hennig, auf den Weg, um sich intensiv mit den nationalsozialistischen Verbrechen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern Auschwitz und Auschwitz-Birkenau auseinanderzusetzen. Neben Führungen nahmen die Jugendlichen auch an Workshops teil, die sich unter anderem mit Fluchtversuchen aus den Lagern oder den Botschaften überlebender Häftlinge beschäftigten. Zum umfangreichen Programm gehörte außerdem ein Besuch der Fabrik Oskar Schindlers in Krakau, in der sich heute ein Museum über das Schicksal Polens während der deutschen Besatzung zur Zeit des Zweiten Weltkriegs befindet. Im abschließenden Gespräch am Ende der sechstägigen Fahrt wurde deutlich, wie stark die Schülerinnen und Schüler von den Eindrücken der vergangenen Tage bewegt waren. Die Erfahrungen dieser Reise haben bei vielen einen bleibenden Eindruck hinterlassen und könnten so ein wichtiges Fundament für historisches Bewusstsein und gesellschaftliche Verantwortung in der jungen Generation bilden. Ein besonderer Dank gilt der Sanddorf-Stiftung, die die Fahrt finanziell unterstützte und die damit einen wichtigen Beitrag zur historisch-politischen Bildungsarbeit leistet.
„All you need is love” - beim großen Finale musizierten alle gemeinsam. (Bild: Kathrin Hennig)

Sommerkonzert mit zahlreichen Highlights

Das Kepler-Gymnasium präsentierte beim diesjährigen Sommerkonzert eine vielfältige Auswahl an Musik aus verschiedenen Genres. Pünktlich um 19 Uhr begrüßte Schulleiter OStD Alexander Wildgans die Anwesenden und bedankte sich für das Engagement aller Beteiligten, die sich bereits Wochen zuvor und auf einer Probenfahrt auf diesen besonderen Abend vorbereitet hatten. Das Konzert war sehr gut besucht – Eltern, Freunde und Lehrer hatten sich zahlreich in der Aula eingefunden, um die musikalischen Talente der musikbegeisterten Kinder und Jugendlichen mit Blick in den sommerlich grünen Schulgarten zu bewundern. Den nachdenklichen Auftakt machte der Unterstufenchor unter der Leitung von Stefan Schultes mit den Liedern „Sieh auf deinem Weg“, „Sanft weht ein Hauch“ und „Papierflieger“ aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“, welche die jungen Sängerinnen und Sänger feinfühlig und sehr engagiert vortrugen. Es folgten zwei wunderbar gestaltete Solobeiträge: Arkhip Smirnov aus der 10. Jahrgangsstufe beeindruckte durch seinen mit Gitarre begleiteten berührenden Gesang bei einem russischen Lied über einen Musiker; dabei hatte er den Text selbst ins Deutsche übertragen. Das Gesangsduo mit Sara Dittrich und Ariane Schwemin aus der Oberstufe interpretierte „Stay“ von Rihanna ebenfalls sehr eindrucksvoll und stilsicher. Filmmusikalisch ging es beim Gemischten Ensemble unter der Leitung von Christoph Pausch weiter: Mit „Viva la Vida“, „Sally Gardens“ und „City of Stars“ aus „La La Land“. Das Ensemble verstand es dabei in großartiger Weise, verschiedenste Stimmungen zu zaubern, was v.a. bei „Merry-Go-Round of Life“ aus „Das wandelnde Schloss“ mit vielen Tempowechseln kein Leichtes ist. Nach „You Raise Me Up“, sehr einfühlsam vorgetragen von den Oberstufenschülerinnen Sara Dittrich, Gesang, und Nicoletta Isaak, Violine, folgte der Gemischte Chor unter der Leitung von Stefan Schultes. Die Sängerinnen und Sänger interpretierten ein selbst zusammengestelltes Medley von Ohrwürmern aus Broadway-Musicals: „Summertime“, „I Got Plenty o´ Nuttin´“ aus „Porgy and Bess“, „And All That Jazz“ und „Roxie“ aus „Chicago“, „Don´t Cry for Me Argentina“ aus „Evita“ und „Always Look on the Bright Side of Life“ aus „Spamalot“. Sie begeisterten das Publikum durch ihre stimmliche und gestalterische Präzision und sangen sich am Ende mit großer Steigerung wirklich frei. Der laue Sommerabend und die kühlen Getränke der SMV schufen in der Pause eine entspannte Gesprächsatmosphäre. Es folgte die Kepler-Big Band unter der Leitung von Peter König: Mit „Enter Sandman“, „Separate Ways“, „Smooth“, „Watermelon Man“ und „Superstition“ sorgten die Musikerinnen und Musiker für gute Laune auf hohem musikalischen Niveau - dynamische und rhythmische Genauigkeit gepaart mit virtuosen Solo-Improvisationen einiger Schülerinnen und Schüler. Mit dem gemeinsamen Schlussstück: „All You Need Is Love“ von den Beatles verabschiedeten sich alle Musikerinnen und Musiker als Kepler-Ton-Kollektiv unter der Leitung von Christoph Pausch vom Publikum. Dieses würdigte die Vorträge und den von Gemeinschaft geprägten Abend mit langanhaltendem Applaus.
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