Der Ausklang der Veranstaltung war geprägt von geselligem Austausch zwischen den Besuchern. (Bild: Regina Probst)

„Maria am Weg” rückt wieder ins Bewusstsein: Ein Abend der Besinnung in Witzlhof

Die Dorfkapelle in Witzlhof strahlt wieder in neuem Glanz. Nachdem die Mitglieder des Pfarrgemeinderats das kleine Gotteshaus einer gründlichen Reinigung unterzogen hatten, öffneten sich am vergangenen Mittwochabend, den 22. April, um 18.00 Uhr die Türen für eine ganz besondere „Offene Stunde”. Das Ziel der Veranstaltung war klar definiert: Die Kapelle „Maria am Weg” sollte wieder stärker in das Bewusstsein der Gläubigen und der Dorfgemeinschaft gerückt werden. Dass dieses Vorhaben auf fruchtbaren Boden fiel, zeigte die Resonanz: Rund 25 Besucher waren der Einladung gefolgt und füllten den kleinen Raum fast bis auf den letzten Platz. Ein besonderer Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Ludwig Nerb. Mit fundiertem Wissen führte er die Anwesenden in die Geschichte des Gebäudes ein und erläuterte fachkundig Details zur sakralen Ausstattung. Für die Teilnehmer war es eine Gelegenheit, die vertraute Kapelle mit ganz neuen Augen zu sehen. Pfarrer Dominik Mitterer zeigte sich sichtlich erfreut über das große Interesse. In seinen Dankesworten hob er besonders das Engagement von Ludwig Nerb hervor, der seit kurzem offiziell als neuer „Kümmerer” für das Kleinod fungiert. Ein solches Ehrenamt sei essenziell, um die Kapelle als Ort der Einkehr lebendig zu halten. Gleichzeitig warb er bereits jetzt für die kommenden Maiandachten und Gottesdienste im Sommer. Anschließend beteten die Anwesenden gemeinsam den „Engel des Herrn”. Gemeindereferentin Regina Probst stimmte das traditionelle Marienlied „Segne du Maria” an. Nach dem offiziellen Teil endete der Abend, wie er begonnen hatte: in Gemeinschaft. Vor der Kapelle nutzten viele Teilnehmer die Gelegenheit zum Austausch und ließen die „Offene Stunde” bei guten Gesprächen in der Abendsonne ausklingen. Die Kapelle „Maria am Weg” hat an diesem Abend bewiesen, dass sie mehr ist als nur ein Gebäude – sie ist ein lebendiger Ort der Begegnung.
Pfarrer Dominik Mitterer (links) mit den Jugendlichen im Sitzkreis.  (Bild: Regina Probst)

Ein Wochenende mit der Bibel

Jugendliche interessieren sich nicht für Glauben und Bibelgeschichten? „Ganz im Gegenteil“ sagen Pfarrer Dominik Mitterer und GR Regina Probst der Pfarrei St. Michael Poppenricht. Gemeinsam mit 20 Jugendlichen verbrachten sie ein Besinnungswochenende im Jugendhaus Habsberg und beschäftigten sich zwei Tage intensiv mit dem alttestamentlichen Buch Rut. Allein schon die Bedeutung der Namen der einzelnen Protagonisten lud dazu ein, sich Gedanken über den eigenen Namen zu machen: Warum haben mir meine Eltern den Namen gegeben? Was bedeutet mein Name für mich? Passt mein Name zu mir? Weiter inspirierte das Verlassen der Heimat von Noomi und ihrer Familie die Jugendlichen, die eigene Heimat in den kreativ in den Blick zu nehmen. Allein schon die ersten Verse der Bibelgeschichte füllten einen ganzen Abend. Mit der Heirat der Söhne von Orpa und Ruh, dem Verlust der Familie, der Entscheidung von Rut, mit ihrer Schwiegermutter zu gehen, taten sich weitere Themenfelder auf, die ganz konkret in das Leben der Jugendlichen wirken: Wie können aus Feinden Freunde werden? Welche Entscheidungen muss ich treffen? Was bedeuten mir Werte wie Treue, Freundschaft, Zusammenhalt, Respekt, Glauben? Was gibt mir Kraft, wenn es schwer wird? Wer steht an meiner Seite? Im Lauf der Geschichte tritt Boas auf den Plan, der Rut vor Übergriffen beschützt und sie schließlich „löst“ und heiratet. Auch hier stecken viele Themen, die Jugendliche abholen und ins Gespräch bringen. Teambuildingspiele lockerten die Einheiten auf und förderten den Zusammenhalt. Abend- und Morgenlob gehörten selbstverständlich zum Programm, sowie die Mitfeier der heiligen Messe in der Wallfahrtskirche am Sonntag. Die Jugendlichen selbst gaben als Feedback an, dass sie erstaunt waren, wie viel Themen fürs eigene Leben in so einer Bibelgeschichte drinstecken. Natürlich war das Wochenende auch eine willkommene Auszeit vom Schulstress. Pfarrer Mitterer fand es beeindruckend, wie ernsthaft sich die Jugendlichen mit dem Buch Rut auseinandersetzen und ein ganzes Wochenende mit der „Kirche“ unterwegs waren.

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