Jugendliche interessieren sich nicht für Glauben und Bibelgeschichten? „Ganz im Gegenteil“ sagen Pfarrer Dominik Mitterer und GR Regina Probst der Pfarrei St. Michael Poppenricht. Gemeinsam mit 20 Jugendlichen verbrachten sie ein Besinnungswochenende im Jugendhaus Habsberg und beschäftigten sich zwei Tage intensiv mit dem alttestamentlichen Buch Rut. Allein schon die Bedeutung der Namen der einzelnen Protagonisten lud dazu ein, sich Gedanken über den eigenen Namen zu machen: Warum haben mir meine Eltern den Namen gegeben? Was bedeutet mein Name für mich? Passt mein Name zu mir? Weiter inspirierte das Verlassen der Heimat von Noomi und ihrer Familie die Jugendlichen, die eigene Heimat in den kreativ in den Blick zu nehmen. Allein schon die ersten Verse der Bibelgeschichte füllten einen ganzen Abend. Mit der Heirat der Söhne von Orpa und Ruh, dem Verlust der Familie, der Entscheidung von Rut, mit ihrer Schwiegermutter zu gehen, taten sich weitere Themenfelder auf, die ganz konkret in das Leben der Jugendlichen wirken: Wie können aus Feinden Freunde werden? Welche Entscheidungen muss ich treffen? Was bedeuten mir Werte wie Treue, Freundschaft, Zusammenhalt, Respekt, Glauben? Was gibt mir Kraft, wenn es schwer wird? Wer steht an meiner Seite? Im Lauf der Geschichte tritt Boas auf den Plan, der Rut vor Übergriffen beschützt und sie schließlich „löst“ und heiratet. Auch hier stecken viele Themen, die Jugendliche abholen und ins Gespräch bringen. Teambuildingspiele lockerten die Einheiten auf und förderten den Zusammenhalt. Abend- und Morgenlob gehörten selbstverständlich zum Programm, sowie die Mitfeier der heiligen Messe in der Wallfahrtskirche am Sonntag. Die Jugendlichen selbst gaben als Feedback an, dass sie erstaunt waren, wie viel Themen fürs eigene Leben in so einer Bibelgeschichte drinstecken. Natürlich war das Wochenende auch eine willkommene Auszeit vom Schulstress. Pfarrer Mitterer fand es beeindruckend, wie ernsthaft sich die Jugendlichen mit dem Buch Rut auseinandersetzen und ein ganzes Wochenende mit der „Kirche“ unterwegs waren.